Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Forschungsprojekt: Erstellung, Optimierung und Validierung molekularer Nachweissysteme bei gentechnisch veränderten Pflanzen

Kurzbeschreibung

Innerhalb des Projektes wurden die Projektziele ‚Bestimmung des Einflusses des pflanzlichen Entwicklungsstadiums auf die GVO-Analytik’ und ‚Harmonisierung von Beprobungs- und Analysestrategien’ bearbeitet. Es wurden Versuche mit MON810-Linien und ihren isogenen Ausgangslinien mit dem Ziel durchgeführt, die gv-Anteile in verschiedenen Pflanzengeweben und zu drei Erntezeitpunkten zu analysieren. Diese Proben dienten parallel der Validierung verschiedener DNA-Kalibrierstandards.

Die Analyse von 380 Körnerproben aus dem Gewächshausversuch mit den MON810-Sorten ’Kuratus’, ’DKC3421YG’, ’PR39F56’ und ihren isogenen Ausgangslinien ’Gavott’, ’DKC3420’ und ’PR39F58’ ergab keinen Effekt der Sorte auf den bestimmten Transgenanteil. Die gv-Anteile der Einzelkörner zeigten die erwartete Aufspaltung der F2-Generation. Dabei zeigte sich, dass die quantifizierten gv-Anteile etwas von den Erwartungswerten auf Grundlage der relativen Massenanteile von Embryo, Endosperm und Perikarp abwichen. Mit Hilfe der bestimmten gv-Anteile konnte der DNA-Gehalt dieser drei Gewebe abgeleitet werden.

Die Maisgewebe ’Körner’, ’Lieschen’, ’vegetatives Pflanzenmaterial’ und ’kompletter Mais’ des Versuchs wurden getrennt verarbeitet, um den gv-Anteil dieser Gewebe an drei Ernteterminen zu bestimmen. Die Selbstungen der hemizygoten GVP-Linien ergaben für sämtliche Gewebe den erwarteten gv-Anteil von 50 %.

Die Nachkommen aus einer konventionellen Maissorte mit hemizygotem gv-Mais zeigten im Durchschnitt einen gv-Anteil von Körnern, Lieschkolben, kompletten Maispflanzen und vegetativem Pflanzenmaterial von 19 %, 16 %, 7,4 % und 0 % über alle Erntetermine (20.09., 09.10. und 23.10.2007). Daraus können als Faustzahlen abgeleitet werden, dass der gv-Anteil von Lieschkolben und kompletten Mais je 35-40 % bzw. 70-85 % des gv-Anteils der Körner ausmacht. Das beprobte Pflanzengewebe hat somit einen großen Einfluss auf den gv-Anteil von gv-Einkreuzungen.

Ein Effekt des Erntezeitpunktes konnte lediglich für komplette Maispflanzen gezeigt werden. Hier stieg der gv-Gehalt über die drei Termine von 6,4 % über 8,9 % bis auf 10 %. Dieser Anstieg der gv-Gehalte ist durch die weniger gute DNA-Qualität des im Laufe dieser Beprobungsperiode von Mitte September bis Ende Oktober immer stärker degenerierten vegetativen Pflanzenmaterials im Vergleich zum Korn und Kolben zu erklären.

Unter Beteiligung des LfU und des LWG wurden Maispollenproben gesammelt, mit deren Hilfe eine Methode zur Extraktion und der PCR-Analyse von konventionellem und gv-Höselpollen sowie Pollen in Honig etabliert werden konnte.

Als Kalibrierstandards für Real Time PCR Analysen von MON810-haltigen Proben haben sich die neu auf den Markt gekommenen, plasmidalen Standards ERM®-AD413 des Joint Research Centre durch robuste, sensitive und exakte Quantifizierungsergebnisse bewährt. Die Erprobung des DualChip® V2.0 von Eppendorf ergab ebenfalls sensitive und robuste Ergebnisse in der Identifizierung unbekannter, in der EU zugelassener GVP.

Laufzeit: 2006 bis 2009

Finanzielle Förderung: Dieses Forschungsprojekt wird durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) gefördert.