Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Pressemitteilung

29.04.2022
Nr. 11/2022

Gesundheit und Verbraucherschutz

Amtsübergabe an den neuen LGL-Präsidenten - 20 Jahre LGL

Der neue Präsident des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Prof. Christian Weidner, ist am Freitag in Erlangen feierlich in sein Amt eingeführt worden. Die Amtsübergabe fällt in das Jahr des 20-jährigen Bestehens des LGL. Weidner, der das LGL seit 1. Februar 2022 führt, betonte: „Das LGL ist vor 20 Jahren aus zwei Untersuchungsämtern entstanden – Kernaufgabe war zunächst die Laboranalytik. Mittlerweile hat sich das LGL zu einer ,One-Health'-Behörde entwickelt, die sich mit einem interdisziplinären Blick allen relevanten Fragen des Gesundheitsschutzes widmet und Entscheidungsträger fachlich berät.“ Bei der Veranstaltung wurden zugleich der ehemalige Präsident Walter Jonas sowie der Leitende Ministerialrat Prof. Bernhard Liebl verabschiedet. Prof. Liebl war langjähriges Mitglied der LGL-Amtsleitung. 
Der Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) Thorsten Glauber unterstrich: „Das LGL arbeitet auf höchstem Niveau für die Gesundheit und Sicherheit der Menschen in Bayern. Es vereint dabei verschiedene wissenschaftliche Disziplinen unter einem Dach. Gerade angesichts der bestehenden vielfältigen Herausforderungen hat sich ein schneller, interdisziplinärer Austausch bewährt.“
Der Staatsminister für Gesundheit und Pflege (StMGP) Klaus Holetschek betonte: „Das LGL ist mit seiner wissenschaftlichen Expertise ein wichtiger Partner – das zeigt auch unsere Zusammenarbeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Wir werden uns dabei weiter eng abstimmen, gerade mit Blick auf eine mögliche neue Corona-Welle im Herbst. Aber nicht nur für Krisenzeiten gilt: Wissenschaftliche Beratung ist für die Entscheidungsfindung im sensiblen Bereich der Gesundheit unerlässlich.“ Die umfassende Betrachtungsweise des LGL trägt dazu bei, dass die Menschen in Bayern gut geschützt sind und sich umfassend über Themen der Gesundheit und des Verbraucherschutzes informieren können. LGL-Präsident Weidner bekräftigte: „Die Zoonose Corona, die uns weiterhin beschäftigt, zeigt, dass Viren keinen Halt vor den Grenzen einzelner Fachdisziplinen machen. Der fortwährende Blick über den Tellerrand, lebenslanges Lernen und fachübergreifende Zusammenarbeit sind die Herausforderungen jetzt und in der Zukunft.“

Erfolgreiches Beispiel: das Neugeborenenscreening

Zu einem großen Erfolg der Arbeit des LGL nicht nur für die öffentliche Gesundheit, sondern insbesondere für die Lebensqualität der betroffenen Kinder und deren Familien, gehört das Neugeborenenscreening. Etwa eines von 1.000 neugeborenen Kindern in Bayern leidet an einer Störung des Stoffwechsels, des Hormon- oder Immunsystems. Daher werden den Eltern neugeborener Kinder bayernweit nach der Geburt eine Blutuntersuchung auf solche Erkrankungen sowie weitere Untersuchungen angeboten.
Prof. Bernhard Liebl, der den Gesundheitsbereich am LGL seit dem Jahr 2010 maßgeblich mitgestaltete, stellte im Rahmen der Veranstaltung die Weiterentwicklung dieses Untersuchungsprogramms vor. 
Bereits seit den 1960er-Jahren wurden Babys auf bestimmte Erkrankungen untersucht, das erweiterte Neugeborenenscreening auf seltene angeborene Störungen wurde am 1. Januar 1999 in Bayern gestartet. Mittlerweile können durch das Neugeborenenscreening 17 Krankheiten erkannt werden. Seit Beginn bis 2020 nahmen über 99 % der Neugeborenen, das sind 2.480.231 Kinder, an den Untersuchungen teil. 2.203 dieser Kinder konnten damit frühzeitig einer Therapie zugeführt werden. Prof. Liebl resümierte: „Ohne Behandlung können bestimmte angeborene Stoffwechsel- und Hormonstörungen schwere geistige und körperliche Folgen haben – zum Teil führen sie sogar zum Tod. Das Neugeborenenscreening ermöglicht eine schnelle Behandlung." Um sicherzustellen, dass möglichst alle Neugeborenen im Freistaat erreicht und alle auffälligen Befunde durch eine weiterführende Diagnostik abgeklärt werden, gibt es in Bayern seit 1999 ein spezielles bayerisches „Tracking“ (Erinnerungs)-System durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst (LGL und Gesundheitsämter). Koordiniert wird das Programm durch das Neugeborenen-Screeningzentrum am LGL. Diese Konzeption ist bundesweit einzigartig und entspricht den Empfehlungen der WHO und der aktuellen wissenschaftlichen Literatur. Die bayerischen Ergebnisse und Erfolge bildeten die Grundlage für die flächendeckende Einführung eines Neugeborenenscreenings auf Bundesebene.

Informationen zum Neugeborenenscreening finden Sie hier auf der LGL-Homepage

Amtsübergabe an den neuen LGL-Präsidenten: (v.l.n.r.) Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) Thorsten Glauber, LGL-Präsident Prof. Dr. Christian Weidner, Leitender Ministerialrat Prof. Bernhard Liebl (LGL), Bürgermeister der Stadt Erlangen Jörg Volleth, Staatsminister für Gesundheit und Pflege (StMGP) Klaus Holetschek, ehemaliger LGL-Präsident Walter Jonas. (Quelle: LGL, Alexander Harand)

Amtsübergabe an den neuen LGL-Präsidenten: (v.l.n.r.) Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) Thorsten Glauber, LGL-Präsident Prof. Dr. Christian Weidner, Leitender Ministerialrat Prof. Bernhard Liebl (LGL), Bürgermeister der Stadt Erlangen Jörg Volleth, Staatsminister für Gesundheit und Pflege (StMGP) Klaus Holetschek, ehemaliger LGL-Präsident Walter Jonas. (Quelle: LGL, Alexander Harand)
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