Pressemitteilung

13.04.2023
Nr. 13/2023

Gesundheit

Mehr bayerische Kommunen wollen Hitzeschutz vorantreiben

Befragung zu Hitzeanpassungsaktivitäten bei Kommunen: Erste Maßnahmen initiiert, Unterstützungsbedarf weiterhin hoch

In den bayerischen Kommunen hat die Bedeutung von Hitzeschutz deutlich zugenommen. Das zeigen aktuelle Ergebnisse der zweiten vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) durchgeführten Befragung zu Hitzeanpassungsaktivitäten in bayerischen Kommunen. Zwar steht die Mehrheit der Kommunen bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Hitzeanpassung noch am Anfang. Gleichzeitig gaben aber 23 Prozent der Befragten an, bereits an Hitzeaktionsplänen zu arbeiten. Damit befasst sich fast jede vierte der befragten Kommunen mit den für die Bevölkerung wichtigen Schutzmaßnahmen. Im Vergleich zur letztjährigen Befragung (2022: 3 Prozent) ist ein deutlicher Zuwachs erkennbar. Unabhängig davon besteht weiterhin ein hoher Unterstützungsbedarf bei der Planung und Etablierung von Hitzeschutzmaßnahmen. Als hilfreiche Maßnahmen werden dabei der Informationsaustausch und die Wissensvermittlung genannt. 

„Die Ergebnisse der Umfrage haben uns gezeigt, dass das Interesse an Hitzeaktionsplänen groß ist, genauso jedoch auch der Wunsch, bei der Planung und konkreten Umsetzung mit Expertise unterstützt zu werden. Dazu und vor allem auch, um weitere Kommunen zur Arbeit an Hitzeaktionsplänen anzuregen, werden wir weiterhin zielgerichtet mit unseren Informationsangeboten ansetzen und diese weiterentwickeln“, erklärt Prof. Caroline Herr, Amtsleitung Gesundheit am LGL.  

An der Online-Befragung nahmen 526 Personen teil, davon kamen 54 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer aus Gemeinden, 23 Prozent aus Städten und 17 Prozent aus Märkten. In 14 Kommunen, die an der Befragung teilnahmen, wurden bereits erste konkrete Maßnahmen etabliert: So werden Flächen begrünt, zum Beispiel beim Bau von Gebäuden, Freiflächen zur Schaffung von Frischluftschneisen erhalten oder Trinkwasserspender aufgestellt. 
Knapp 40 Prozent der befragten Kommunen möchten bei der Hitzeanpassung künftig aktiver werden. Als wesentliche Herausforderungen bei der Erarbeitung und Umsetzung von Hitzeanpassungsmaßnahmen nennen die Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer fehlende personelle oder finanzielle Ressourcen (80 Prozent), fehlendes Know-how vor Ort (75 Prozent) oder die höhere Priorität anderer Themen (58 Prozent). Als hilfreiche Unterstützungsangebote wurden unter anderem Informationen zu Fördermöglichkeiten (75 Prozent), Informationsmaterialien (65 Prozent), Austausch mit anderen Kommunen (52 Prozent) sowie Vorträge bei Veranstaltungen in den Kommunen (36 Prozent) genannt.

„Im Rahmen des Bayerischen Kompetenzzentrums für Gesundheitsschutz im Klimawandel fördert das LGL aktiv den Austausch zwischen den Kommunen, zum Beispiel mit unserem heutigen kommunalen Vernetzungstreffen zum Thema Hitzeaktionspläne“, ergänzt Prof. Herr. „Neben unseren Tools, die bei der Erstellung solcher Hitzeaktionspläne unterstützen, setzen wir damit gezielt am Bedarf der Kommunen an. Wir freuen uns zudem, dass sich bereits knapp 100 Teilnehmende für unsere kommenden Veranstaltungen in diesem Jahr angemeldet haben.“  

Die Toolbox zur Erstellung von Hitzeaktionsplänen ist bestellbar unter https://www.bestellen.bayern.de/shoplink/lgl_ges_00090.htm, weitere Informationen stellt das LGL auf seiner Homepage unter www.lgl.bayern.de/kompetenzzentrum zur Verfügung. 


Über das LGL
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist die zentrale Fachbehörde des Freistaats Bayern für Lebensmittelsicherheit, Gesundheit, Veterinärwesen und Arbeitsschutz/Produktsicherheit. Als interdisziplinäre, wissenschaftliche Fachbehörde verfolgt das LGL in seinem Handeln stets den „One-Health-Ansatz“ – denn nur gesunde Tiere liefern gesunde Lebensmittel, und nur eine gesunde Umwelt ermöglicht körperliches, geistiges und soziales Wohlergehen.
Daher sind am LGL verschiedene Fachgebiete bewusst unter einem Dach vereint. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen z. B. aus der Lebensmittelchemie, Human- und Veterinärmedizin, aus den verschiedenen Ingenieurswissenschaften, Physik, Psychologie, Ökotrophologie, Chemie oder Biologie. Sie arbeiten über Fachgrenzen hinweg zusammen und betrachten Sachverhalte aus verschiedenen Blickwinkeln.