Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Vorsicht bei ayurvedischen Nahrungsergänzungsmitteln – Untersuchungsergebnisse 2007

Im Frühjahr des Jahres 2007 wurde in der ARD-Fernsehsendung "Plusminus" von hohen Arsen- und Quecksilbergehalten in ayurvedischen Nahrungsergänzungsmitteln berichtet. Untersuchungen im Auftrag des Wirtschaftsmagazins hatten bei zwei von zehn Produkten hohe Belastungen mit Arsen und Quecksilber ergeben.

Untersuchungen durch das LGL

Daraufhin wurden am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) 13 ayurvedische Tees, eine pflanzliche Paste und zwei ayurvedische Nahrungsergänzungsmittel untersucht, die als frei verkäufliche Produkte im Handel angeboten wurden. Gemessen wurden u. a. die Anteile an den Schwermetallen Quecksilber (Hg) und Arsen (As).

Die Gehalte der o. g. Schwermetalle in den Tees lagen allesamt unauffällig im Spurenbereich, eine unerwünschte Kontamination war nicht erkennbar. Auch die Pflanzenpaste und eines der Nahrungsergänzungsmittel enthielten nur unerhebliche Mengen an diesen toxischen Stoffen.

Dagegen fielen "Kräuterpastillen", ein weiteres Nahrungsergänzungsmittel, durch extrem hohe Gehalte an Arsen und Quecksilber auf.

Beurteilung

Verbindliche Grenzwerte für As und Hg in Nahrungsergänzungsmitteln existieren nicht, derartige Produkte unterliegen auch keiner Zulassungspflicht. Zur Beurteilung wurde daher die von der FAO/WHO vorgeschlagene Größe einer vorläufigen duldbaren wöchentlichen Aufnahme (PTWI, Provisional Tolerable Weekly Intake) herangezogen. Dieser Wert gibt an, wie viel eines bestimmten Stoffes in mg/kg Körpergewicht ein Mensch pro Woche zu sich nehmen kann, ohne gesundheitlichen Schaden zu nehmen.

Der ermittelte Quecksilbergehalt führt unter Berücksichtigung der Verzehrsempfehlung auf der Verpackung von 3–4 Pastillen täglich bei einer 60 kg schweren Person zu einer deutlichen Überschreitung des PTWI (173 %). Bei Arsen wird der PTWI immerhin zu 53 % ausgeschöpft. Dies erscheint allein für ein Nahrungsergänzungsmittel unangemessen hoch, da in der Allgemeinbevölkerung noch mit weiteren Expositionsquellen wie sonstigen Nahrungsmitteln oder Trinkwasser gerechnet werden muss.

Folgen

Um eine Gesundheitsschädigung durch den Verzehr dieser Kräuterpastillen zu verhindern, wurden die Bevölkerung mit einer Schnellwarnung informiert sowie im Handel bzw. beim Importeur vorhandene Bestände des Produkts umgehend aus den Regalen genommen und entsorgt.

Die Untersuchungen von ayurvedischen Nahrungsergänzungsmitten werden fortgesetzt.

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