Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Hintergrundinformationen zu Echtheit und Herkunft von pflanzlichen Lebensmitteln

Herkunft

Die Angabe des Herkunftslandes oder -region ist beim Verkauf der meisten frischen Obst- und Gemüsesorten sowie bei Kulturpilzen gesetzlich vorgeschrieben. Bei den Verarbeitungserzeugnissen aus Obst, Gemüse oder Kulturpilzen besteht diese Verpflichtung derzeit nicht. Die Angabe eines Herkunftslandes oder einer Herkunftsregion ist bei diesen Erzeugnissen und anderen pflanzlichen Lebensmitteln (z. B. Kaffee, Tee, Brot, Teigwaren, Schokolade) freiwillig möglich. Eine freiwillige Kennzeichnung der Herkunft wird in der Regel vorgenommen, wenn zu erwarten ist, dass sich diese positiv auf den Absatz des Produktes auswirkt. Dies ist besonders dann der Fall, wenn sich die Herkunftsregion vergleichsweise nah zum Absatzort befindet (u. a. regionale Lebensmittel) bzw. mit der Herkunft Qualitätserwartungen oder ein guter Ruf verbunden werden.

Echtheit

Unter Echtheit wird die Übereinstimmung der bei einem Lebensmittel vorgenommenen Deklaration und Auslobung insbesondere über die Beschaffenheit und Qualität mit der tatsächlichen vorliegenden Beschaffenheit verstanden. Es wird in diesem Zusammenhang auch von Authentizität gesprochen.

Auf eine bestimmte Beschaffenheit und Qualität eines Lebensmittels weisen besonders die Verkehrsbezeichnung oder das Zutatenverzeichnis hin, z. B. lässt die Verkehrsbezeichnung Marzipan u. a. auf die Herstellung aus Mandeln schließen. Darüber hinaus werden oft bestimmte hochwertige Zutaten oder bestimmte Herstellungsweisen ausgelobt. Beispielsweise wird auf die Verwendung von höherwertigem Olivenöl oder eine ökologische Erzeugung aufmerksam gemacht.

Untersuchungsmethoden

Eine umfassende Prüfung von Echtheit und Herkunft ist bei pflanzlichen Lebensmitteln allein auf der Basis von Lieferpapieren, Warenbegleitdokumenten und Ähnlichem nur begrenzt möglich. Zum Schutz vor Verfälschungen oder irreführenden Auslobungen kommen deshalb zahlreiche analytische Methoden zum Einsatz. Das Methodenspektrum ist dabei weit gefächert und reicht z. B. von der klassischen Mikroskopie bei der Pollenanalyse von Honig bis zu chromatografischen Analyseverfahren. Zum Beispiel werden die flüssigchromatografische Untersuchung von mit "Vanille" ausgelobten Lebensmitteln und eine gaschromatografische Untersuchung von Schokolade auf Fremdfettzusatz vorgenommen. Bei komplexen Fragestellungen, welche durch "einfachere" Verfahren nicht lösbar sind, findet die Isotopenanalytik Anwendung.

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