Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln tierischer Herkunft - Untersuchungsergebnisse 2012

Im Jahr 2012 untersuchte das LGL 687 Lebensmittelproben tierischer Herkunft auf Rückstände von Pestiziden und Polychlorierten Biphenylen (PCB). Trotz der hohen Umweltstabilität der Organochlorpestizide und PCB und der damit verbundenen Anreicherung in der Nahrungskette erwiesen sich 235 (34,2 %) der Proben als rückstandsfrei (siehe Tabelle). Bei den anderen Proben waren diese Stoffe überwiegend im Spurenbereich von wenigen μg/kg festzustellen.

Lediglich bei drei Proben (0,4 %) waren die zulässigen Rückstandshöchstgehalte überschritten. Es handelte sich hier um Einzelbefunde bei Eiern und Honigen, die dem LGL im Rahmen des Nationalen Rückstandskontrollplans vorgelegt wurden und bei denen eine spezielle Kontaminationssituation vorlag. Diese wurde nach Maßnahmen in den Betrieben beseitigt. Eine von 47 Eierproben wies einen Gehalt an Hexachlorbenzol (HCB) knapp oberhalb des Grenzwertes von 0,02 mg/kg auf, der vermutlich auf kontaminiertes Futter zurückging. Nachdem ein anderes Futtermittel verwendet wurde, lagen die HCB-Gehalte in der Nachprobe wieder im normalen Bereich.

In zwei von 25 Honigproben war die zulässige Höchstmenge von 0,01 mg/kg für das als Repellent eingesetzte Biozid N,N-Diethyl-m-toluamid (DEET) überschritten. Als Quelle für die Kontamination ließen sich ältere Chargen eines Insektensprays ermitteln, die gemeinsam mit den betroffenen Honigen entsorgt wurden. Das Untersuchungsspektrum bei Honigen wurde mittlerweile erweitert, um auch die Wirkstoffgruppe der Neonicotinoide abzudecken. Von den auf diese Stoffe untersuchten 15 Proben wiesen nur drei positive Befunde im niedrigen Spurenbereich auf.

Im Jahr 2011 hatte das LGL bei fünf von 20 Proben Pangasiusfilet auffällig hohe Rückstandsgehalte des Herbizids Trifluralin festgestellt. Nachfassende Untersuchungen im Jahr 2012 erstreckten sich sowohl auf diesen Schlankwels als auch auf Krebstiere aus asiatischen Aquakulturen. Lediglich zwei der 20 untersuchten Pangasiusproben wiesen Trifluralingehalte in bestimmbaren, jedoch zulässigen Mengen auf. Bei den anderen Proben ließen sich ebenso wie bei den 16 Proben Krebstiere lediglich Spuren im Bereich der Nachweisgrenze feststellen.

Das LGL untersuchte auch 31 tierische Erzeugnisse zur Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern (Milchanfangsnahrung, Folge- und Kleinkindmilch, Milchbreie und Fleischmahlzeiten) auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und PCB. 26 Proben enthielten keine Rückstände, bei den weiteren fünf waren lediglich geringste Spuren festzustellen. Die Untersuchung weiterer sechs Proben rohes Fleisch zur Verarbeitung für Säuglingsnahrung ergab bei vier Proben Rückstände im Spurenbereich, zwei Proben (Hähnchen- bzw. Schweinefleisch) erwiesen sich als rückstandsfrei.

Tabelle: Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln tierischer Herkunft
Lebensmittel Probenzahl ohne R mit R kleiner HG mit R größer HG
Milch, Milcherzeugnisse 68 4 64  
Butter, Käse 41 1 40  
Eier, Eierzeugnisse 47 18 28 1
Fleisch, Fleischerzeugnisse 396 163 233  
Fische, Fischerzeugnisse 63 6 57  
Krusten-, Schalen-, Weichtiere 16 3 13  
Honig 25 14 9 2
Säuglingsnahrung 31 26 5  
Summe 687 235 449 3
    34,2% 65,4% 0,4%
R = Rückstand, HG = Höchstgehalt nach VO (EG) Nr. 396/2005 bzw. Rückstands-Höchstmengenverordnung sowie VO (EG) Nr. 1881/2006 bzw. KontaminantenVO

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