Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Pflanzenschutzmittelrückstände und PCB in Frauenmilch – Ergebnisse der Untersuchungen 2009

2009 untersuchte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) insgesamt 186 Frauenmilchproben, davon war ein Großteil Bestandteil eines speziellen Untersuchungsprogramms am LGL namens BAMBI.

Die Kommission Humanbiomonitoring des Umweltbundesamtes (UBA) veröffentlichte 2008 im Bundesgesundheitsblatt Referenzwerte für Gesamt-DDT (0,5 mg/kg Fett), Gesamt-PCB (0,5 mg/kg Fett), HCB (0,06 mg/kg Fett) und beta-HCH (0,07 mg/kg Fett) in Frauenmilch. Diese Referenzwerte haben eine rein statistische Grundlage. Sie werden so berechnet, dass 95 % der untersuchten Mütter diesen Wert unterschreiten.

Die Überschreitung dieses Referenzwertes in einer Muttermilchprobe zeigt lediglich eine etwas höhere Belastung der Mutter an, macht aber keine Aussage über die gesundheitliche Gefährdung des Kindes. Bezogen auf die Referenzwerte waren 16 Proben auffällig, davon zwei von deutschen Müttern. In einer Probe lag der Gehalt an Gesamt-DDT mit 0,89 mg/kg Milchfett über dem oben genannten Referenzwert des UBA. In der anderen Probe lag der Gehalt an Gesamt-PCB mit 0,56 mg/kg Milchfett oberhalb des Referenzwertes. Bei den weiteren 14 Proben handelte es sich um die Milch von Müttern, die nicht in Deutschland aufgewachsen waren. Sie kamen aus der Slowakei, der Dominikanischen Republik, Rumänien, Tschechien, Russland, Kasachstan, Tadschikistan und Kirgisistan. 13 dieser Proben wiesen hohe Gehalte an Gesamt-DDT und beta-HCH auf.

Die Milch einer Mutter aus der Slowakei enthielt Gesamt-PCB in Höhe von 0,67 mg/kg Milchfett. Bei allen Müttern mit höherer Muttermilchbelastung lagen die kindlichen Aufnahmemengen deutlich unter den von der Weltgesundheitsorganisation festgelegten Werten, die zum Gesundheitsschutz bei lebenslanger Aufnahme festgesetzt wurden. Eine Gefährdung der Kinder war somit nicht zu besorgen. Das in dieser Untersuchung ermittelte 95 % Perzentil liegt im Bereich des vom UBA veröffentlichten Referenzwertes.

Tabelle 1: Rückstände von Organochlor-Pestiziden, PCB und Nitro-Moschusverbindungen in Frauenmilch
Anzahl der untersuchten Proben: 186 Median* 95 %* Perzentil
Stoff ohne Rückstand mit Rückstand
> BG
[mg/kg Milchfett] [mg/kg Milchfett]
Hexachlorbenzol 0 186 0,017 0,033
beta-HCH 5 181 0,008 0,072
Lindan (gamma-HCH) 179 7 < 0,003 0,003
Heptachlorepoxid 160 26 < 0,003 0,003
Dieldrin 178 8 < 0,003 < 0,003
Gesamt-DDT 0 186 0,078 0,615
Gesamt-PCB 0 186 0,147 0,330
Moschus-Xylol 168 18 < 0,003 0,004
Moschus-Keton 184 2 0,005 0,005
Angaben in mg/kg Fett
> BG über der Bestimmungsgrenze
* Berechnung mit Einbeziehen der ½ BG

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