Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Pestizide, Polychlorierte Biphenyle (PCB) und Nitro- Moschus-Verbindungen in Frauenmilch – Untersuchungsergebnisse 2008

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) untersuchte 2008 insgesamt 301 Frauenmilchproben. Hiervon stammten zwölf von staatlichen Gesundheitsämtern, weitere 289 aus einem Sonderuntersuchungsprogramm des LGL.

Die Richtwerte der Deutschen Forschungsgemeinschaft aus dem Jahr 1984 waren in keiner Probe überschritten. Die Kommission Humanbiomonitoring des Umweltbundesamtes (UBA) veröffentlichte 2008 im Bundesgesundheitsblatt Referenzwerte für:

  • Gesamt-Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT): 0,5 mg/kg Fett,
  • Gesamt-PCB: 0,5 mg/kg Fett,
  • Hexachlorbenzol (HCB): 0,06 mg/kg Fett und
  • beta-Hexachlorcyclohexan (HCH): 0,07 mg/kg Fett in Frauenmilch.

Da diese Referenzwerte eine rein statistische Grundlage haben, kommt ihnen keine gesundheitliche Bedeutung zu. Sie bieten jedoch eine gute Basis, Belastungen einzuschätzen. Bezogen auf die Referenzwerte waren 14 Proben auffällig. Es handelte sich hier um die Milch von Müttern, die in Rumänien, Tschechien, Kasachstan, Tibet, Russland, Ecuador oder Indien aufgewachsen sind und erst seit einigen Jahren in Deutschland leben.

Auffällig war die Milch einer Mutter, die schon vor zehn Jahren aus der Slowakei nach Deutschland zugewandert ist, und die trotz des hierzulande niedrigeren Belastungsniveaus mit 0,12 mg/kg HCB, 0,54 mg/kg DDT und 0,52 mg/kg Gesamt-PCB (jeweils im Milchfett) noch erheblich belastet war. Beta-HCH lag bei acht Proben über dem Referenzwert des UBA mit einem Maximalgehalt von 1,52 mg/kg Milchfett und Gesamt-DDT bei fünf Proben mit 1,50 mg/kg Milchfett als höchstem Wert. In der Milch einer Mutter aus Rumänien ermittelte das LGL einen PCB-Gehalt von 1,9 mg/kg Milchfett, der mehr als das Zehnfache der bayerischen Durchschnittsbelastung betrug.

Tabelle 1 zeigt die in den Muttermilchproben nachgewiesenen Rückstände. Nach den Empfehlungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft ist bei diesen Rückstandsgehalten ein Stillen über eine längere Zeit vertretbar.

Tabelle 1: Rückstände von Organochlorpestiziden, PCB und Nitro-Moschusverbindungen in Frauenmilch
Anzahl der untersuchten Proben: 301 Median Maximalwert
Stoff ohne Rück-stand mit Rückstand (alle < DFG-Richtwert) [mg/kg Milchfett] [mg/kg Milchfett]
Hexachlorbenzol 0 301 0,016 0,1
beta-HCH 43 258 0,006 1,5
Lindan (gamma-HCH) 297 4 0,004 0,015
Heptachlorepoxid 250 51 0,003 0,005
Dieldrin 60 5 0,003 0,007
Gesamt-DDT 0 301 0,067 1,5
Gesamt-PCB 0 301 0,14 1,9
Moschus-Xylol 282 19 0,004 0,048
Moschus-Keton 300 1 0,006 0,006

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