Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Hemmstofftest-Nachuntersuchungen - Untersuchungsergebnisse 2012

Durch den Einsatz von Multimethoden und modernster Analysetechnik im LGL konnten im Jahr 2012 in vielen Proben Arzneistoffe zweifelsfrei identifiziert werden: 88 % der im Hemmstofftest positiven Proben enthielten Antibiotikarückstände, bei 53 % lagen diese sogar über dem zulässigen Grenzwert. Häufig ist die Nichteinhaltung vorgeschriebener Warte- und Karenzzeiten zwischen Arzneimittelgabe und Schlachtung Ursache der Höchstmengenüberschreitung, aber auch höhere Dosierung von Arzneimitteln oder Verfütterung von unbeabsichtigt kontaminiertem Futter oder Tränkwasser. Die überwiegende Anzahl der belasteten Proben wies Mehrfachrückstände auf. Im Mittel enthielt jede im Hemmstofftest positive Probe zwei verschiedene Antibiotika. Tetracycline und Penicilline wurden insgesamt am häufigsten nachgewiesen.

Die Ergebnisse zeigen, dass es im Hinblick auf einen vorausschauenden gesundheitlichen Verbraucherschutz sinnvoll und wichtig ist, die hohe Anzahl an Hemmstoffuntersuchungen auch künftig beizubehalten. In bayerischen Schlachthöfen werden jährlich circa 28.000 geschlachteten Tieren Fleisch- und Nierenproben entnommen, um sie mit einem biologischen Hemmstofftest zu untersuchen.

Das LGL sowie drei weitere in Bayern ansässige akkreditierte Labore führen diesen Schnelltest durch, mit dessen Hilfe vorhandene Hemmstoffe (meist Antibiotika) nachgewiesen werden können. Damit ist jedoch noch nicht endgültig zu entscheiden, ob vorgeschriebene Höchstmengen überschritten wurden.

Positive Befunde können aber nicht nur durch Antibiotika, sondern auch durch Desinfektionsmittel verursacht werden. Deshalb sind aufwendige Nachuntersuchungen nötig. Das LGL unterzog alle 49 positiven Hemmstoffproben aus Bayern einer spezifisch-analytischen Nachuntersuchung, um Art und Menge vorhandener Antibiotikarückstände exakt zu ermitteln. Antibiotika werden aus therapeutischen Gründen immer wieder zusammen mit nicht-steroidalen entzündungshemmenden Stoffen (NSAID) verabreicht. Deshalb wird im LGL inzwischen regelmäßig neben Antibiotika auch auf entzündungshemmende Arzneistoffe geprüft.

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