Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Forschungsprojekt: Entwicklung von Maßnahmen zur Erhöhung der Lebensmittelsicherheit bei Rohmilch und Rohmilchprodukten bzgl. einer Kontamination mit Bakterien des M. tuberculosis-Komplexes

Kurzbeschreibung

Das Genus Mycobacterium (M.) umfasst derzeit mehr als 100 Spezies. Die Mehrzahl der bekannten Spezies sind Umweltkeime, nur wenige sind mit Erkrankungen bei Mensch und Tier assoziiert. Als die wichtigsten Krankheitserreger gelten M. tuberculosis, M. bovis, M. caprae, M. africanum, M. microti, M. canetti und M. pinipedii, die aufgrund ihrer engen phylogenetischen Verwandtschaft als M. tuberculosis-Komplex bezeichnet werden.

Aufgrund des sporadischen Nachweises von Bakterien des M. tuberculosis-Komplexes bei Milchkühen stellt sich immer wieder die Problematik des Nachweises des Erregers in unterschiedlichen Lebensmittelmatrizes, insbesondere in Rohmilch und Rohmilcherzeugnissen, wie Sahne, Butter, Weich- und Hartkäse. Speziell für derartige Matrizes geeignete, zuverlässige und routinetaugliche Nachweisverfahren sind derzeit nicht verfügbar, da derartige Produkte, insbesondere wegen ihres teils sehr hohen Fettgehaltes, der zu vermutenden Nesterbildung, sowie der bei manchen Erzeugnissen zugesetzten Reifungsflora eine besondere diagnostische Herausforderung darstellen. Um zukünftig auch im Lebensmittelbereich bei Bedarf diagnostische Möglichkeiten zum Nachweis von Bakterien des M. tuberculosis-Komplexes in unterschiedlichen Lebensmittelmatrizes zur Verfügung stellen zu können, wird am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) an einem zweistufigen Nachweisverfahren gearbeitet, welches ein molekularbiologisches Screening entweder direkt im entsprechenden Lebensmittel oder aus einer Anreicherungsbouillon beinhaltet und in einem zweiten Schritt den für eine lebensmittelrechtliche Beurteilung unerlässlichen kulturellen Nachweis des Erregers in einer im Lebensmittelbereich üblicherweise genutzten Matrixmenge (25 g bzw. ml) ermöglicht. Die vorgestellten Daten werden im Rahmen eines durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit geförderten Projektes erhoben.

Laufzeit: 2009 bis 2011