Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Forschungsprojekt: Pyrrolizidinalkaloide (PA) in Lebens- und Futtermitteln – Entwicklung von Analysenmethoden sowie Statuserhebung mit Expositions- und Risikoabschätzung

Kurzbeschreibung

Pyrrolizidinalkaloide (PA) werden als sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe weltweit von vielen Pflanzenarten gebildet. Für bestimmte PA und für PA-Mischungen sind bei Mensch und Tier toxische Wirkungen manifestiert worden. Das Hauptzielorgan beim Mensch stellt die Leber dar. Bestimmte PA sollen zudem karzinogene und mutagene Wirkung aufweisen.

In der Literatur und vor allem in der Presse wird von einer zunehmenden Ausbreitung PA-haltiger Pflanzen wie z. B. Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea) berichtet. Damit steigt die Gefahr, dass pflanzliche Lebensmittel (z. B. Kräutertees, Salate, Honig) sowie Futtermittel (Heu, Grassilage, Grünmehl) durch PA kontaminiert werden und hierdurch ein mögliches Gesundheitsrisiko für Mensch oder Tier entsteht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erachtet in einer aktuellen Stellungnahme Anstrengungen für notwendig, die PA-Gehalte in Honigen zu senken, um mögliche Risiken für Vielverzehrer und v. a. Kinder zu minimieren. Besatz mit PA führte bereits mehrfach zu Rückrufaktionen im Lebensmittelhandel. PA wurden zudem für den Todesfall eines Säuglings sowie mehrere Todesfälle bei Nutztieren verantwortlich gemacht.

Bei Honig bzw. zerkleinerten Lebens- und Futtermitteln wie Teemischungen oder Silagefutter kann eine makroskopische Erkennung des Fremdbesatzes nicht durchgeführt werden. Deshalb soll im Rahmen des Projektes eine valide Methode zur qualitativen und quantitativen Bestimmung toxikologisch relevanter PA entwickelt werden. Da von den über 300 bekannten PA bislang nur ca. zehn als Standardsubstanzen kommerziell verfügbar sind, ist die Beschaffung weiterer, v. a. toxikologisch relevanter PA (Riddelliin, Lasiocarpin und die entsprechenden N-Oxide) in Zusammenarbeit mit einem externen Projektpartner geplant. Anschließend soll ein nachweisstarkes, automatisierbares Extraktions- und Analyseverfahren für die Bestimmung der PAs in unterschiedlichen Lebens- und Futtermittelmatrices erarbeitet werden. Nach der Validierung der Methode am LGL ist im Rahmen des Projektes die Analyse einer repräsentativen Anzahl Proben für verschiedene, potentiell betroffene Lebens- und Futtermittel geplant, um systematisch die tatsächliche PA-Belastungssituation ausgewählter Lebensmittel (in Abhängigkeit von der Herkunft) und Futtermittel (mit Herkunft Bayern) ermitteln und einen Beitrag zur Risikoabschätzung leisten zu können.

Laufzeit: 2011-2014