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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

EPRW 2018 unter der Schirmherrschaft des LGL

Vom 22. - 25. Mai 2018 findet in München der 12. European Pesticide Residue Workshop (EPRW) unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) statt. Der EPRW ist das führende Treffen zur Präsentation und Diskussion der neuesten Konzepte und Entwicklungen auf dem Gebiet der Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln und Getränken. Hauptthemen des ERPW, zu dem mehr als 500 Experten aus der ganzen Welt erwartet werden, werden die Entwicklung und Anwendung von analytischen Methoden, Toxikologie und Risikobewertung sowie rechtliche Fragestellungen sein.

Neu bei dieser Auflage des EPRW ist ein Pre-Workshop am 21.05.2018. Unter dem Titel „Efficient Start-to-Finish Analysis of Pesticide Residues in Foods” können die Teilnehmer in einem interaktiven Format mehr über alle Schritte der Rückstandsanalyse erfahren.

Ergebnisse zu antibiotikaresistenten Erregern in südbayerischen Badeseen

Das LGL hat zehn Badegewässer aus dem südbayerischen Raum auf antibiotikaresistente Bakterien untersucht. Diese wissenschaftlich orientierten Untersuchungen fanden 2017 zusätzlich zu den Routineuntersuchungen von Badegewässern statt, die jährlich von April bis September mindestens einmal monatlich durchgeführt werden. Da Antibiotikaresistenzen auch natürlicherweise vorkommen, fanden sich erwartungsgemäß Keime mit Resistenzen gegen einzelne Antibiotika. Die Mehrheit der untersuchten Badegewässer wies aber keine Belastung mit multiresistenten Erregern auf. Untersucht wurden die Seen u.a. auf Staphylokokken, Darmbakterien und Pseudomonaden.

Perfluorierte Substanzen in Blutproben aus dem Landkreis Altötting

In Gendorf im Landkreis Altötting wurden früher perfluorierte Kohlenwasserstoffe, hier speziell Perfluoroctansäure (PFOA), im Rahmen der Fluorpolymerherstellung verwendet. Seit 2008 wurde PFOA durch das sogenannte ADONA ersetzt. Ziel einer LGL-Studie war es zu prüfen, ob ADONA in die Umwelt gelangt und beim Menschen nachweisbar ist. Das LGL hat daher Blutproben von Personen in der Nähe von Gendorf auf ADONA und weitere perfluorierte Substanzen untersucht. ADONA wurde in den meisten Proben gar nicht gefunden oder nur in Spuren, negative gesundheitliche Wirkungen, auch langfristige, sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu erwarten. In der Nähe der Firma ist aufgrund einer Trinkwasserkontamination allerdings eine deutliche interne Belastung der Bevölkerung mit PFOA nachweisbar. Um Expositionsquellen, die sich aus Altlasten ergaben, zu minimieren und so die aus gesundheitlicher Sicht erwünschten Zielwerte zu erreichen, wurden unmittelbar Maßnahmen zur Senkung der Belastung ergriffen. Hierzu zählen auch Maßnahmen zur Trinkwasseraufbereitung.

Vor dem Hintergrund einer derzeit diskutierten epidemiologischen Studie zu PFOA aus den USA, hat das Zentrum für Krebsfrüherkennung und Krebsregistrierung am LGL Krebsdaten aus betroffenen Gemeinden ausgewertet und derzeit keine Hinweise auf ein erhöhtes Vorkommen von Hoden- und Nierenkrebs für diese Regionen erhalten. Außerdem wird vom LGL momentan eine Human-Biomonitoring-Studie im Landkreis Altötting durchgeführt. Ziel dieser Untersuchung ist es, die interne Belastung im Blut bei Personen zu bestimmen, die in unterschiedlicher Höhe und Dauer einer PFOA-Belastung über das Trinkwasser ausgesetzt waren. Ergebnisse werden voraussichtlich im Sommer 2018 vorliegen. Als weitere Maßnahme wird stillenden Müttern in einzelnen Gemeinden des Landkreises eine kostenlose Untersuchung von Muttermilch angeboten. Mütter, die sich an der Untersuchung beteiligen, erhalten zu ihrem Befund auch ein Aufklärungs- bzw. Beratungsgespräch von Umweltmedizinern.

Weitere Informationen:

 

Elektronisches Polleninformationsnetzwerk

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml eröffnete am 27. April 2018 in Garmisch-Partenkirchen offiziell den ersten automatischen Pollenmonitor im Rahmen des neuen elektronischen Polleninformationsnetzwerkes (ePIN).
Neben Garmisch-Partenkirchen werden noch in folgenden sieben Landkreisen weitere elektronische Pollenmonitore (POMO) errichtet, die zunächst im Testbetrieb laufen: Altötting, Feucht, Garmisch-Partenkirchen, Hof, Marktheidenfeld, Mindelheim, München und Viechtach.
Es ist geplant, dass jeder Bürger ab 2019 die aktuelle Pollenbelastung standort- und pollenspezifisch online über das LGL abrufen können wird.
"ePIN" ist Teil der bayerischen Klimaanpassungsstrategie. Es wird unter Leitung des LGL in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt (LfU) und verschiedenen wissenschaftlichen Beratern und Projektpartnern durchgeführt.

Weitere Informationen finden sich im Internet unter:

Fünf neue FSME-Risikogebiete in Bayern

Das Robert Koch-Institut bewertet jährlich die FSME-Risikogebiete in Deutschland neu.
In Bayern zählen jetzt 88 der 96 Landkreise und Kreisfreien Städte zu den FSME-Risikogebieten. Neu hinzu gekommen sind die fünf Landkreise Starnberg, München (nicht München Stadt), Günzburg, Weilheim-Schongau und Augsburg (nicht Augsburg Stadt).
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist die zweithäufigste zeckenübertragene Krankheit in Deutschland. Verursacht wird sie durch das FSME-Virus. Bei der Erkrankung kommt es zunächst zu grippeähnlichen Symptomen. Rund 10 Prozent der Patienten können eine Hirnhaut- und Gehirnentzündung entwickeln, davon endet jeder 100. Fall tödlich. In Bayern werden dem LGL jedes Jahr rund 150 Fälle von FSME nach Infektionsschutzgesetz gemeldet. 2017 wurden insgesamt 234 Fälle gemeldet. Eine ursächliche Therapie der FSME gibt es nicht. Neben allgemeinen Abwehrmaßnahmen gegen Zecken stellt die Impfung die einzige wirksame Schutzmaßnahme dar. Sie wird von der Ständigen Impfkommission für alle Personen, die in den Risikogebieten gegenüber Zecken exponiert oder beruflich gefährdet sind, empfohlen.

Weitere Informationen:

BAYERISCHE IMPFWOCHE 2018

Zeitgleich zur Europäischen Impfwoche fand vom 23. bis 29. April 2018 die 5. Bayerische Impfwoche statt, welche von allen Mitgliedern und Partnern der industrieunabhängigen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) und den Gesundheitsämtern in Bayern gemeinsam organisiert wurde. Schwerpunkt der Impfwoche war das Motto „Impfen rund um die junge Familie“ mit besonderem Fokus auf den Schutz des Neugeborenen durch eine geimpfte Umgebung.
Wie bei den vorangehenden Impfwochen waren bayernweite Pressearbeit, Aktionen und Medienkampagnen vorgesehen.
Informationen zu den Bayerischen Impfwochen der LAGI hier:

Bericht zur Gesundheit der Beschäftigten

Das LGL hat einen neuen Kurzbericht zur Gesundheit der Beschäftigten veröffentlicht. Er zeigt z.B., dass Bayern im Ländervergleich einen unterdurchschnittlichen Krankenstand hat, dass psychische Störungen bei den Krankschreibungen und den Frühberentungen inzwischen eine große Rolle spielen, viele Beschäftigte unter Zeit-und Termindruck arbeiten oder dass die Zahl tödlicher Arbeitsunfälle erfreulich zurückgeht.

Mehr dazu hier:

Auslobung des „Bayerischen Preises für Arbeitsmedizin“

Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, jetzt Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, lobt alle zwei Jahre den „Bayerischen Preis für Arbeitsmedizin“ aus und hat die Akademie für Arbeits-, Sozial– und Umweltmedizin (ASUMED) am LGL mit der Organisation der Veranstaltung beauftragt. Mit dem Preis wird eine Ärztin oder ein Arzt für eine hervorragende wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Arbeitsmedizin gewürdigt. Verleihung und Übergabe des Preisgeldes in Höhe von 5.000 € werden am 28.11.2018 stattfinden. Dabei wird der Preisträger bzw. die Preisträgerin die ausgezeichnete Arbeit in einem Vortrag vorstellen. Bewerbungen können bis zum 30.06.2018 beim LGL eingereicht werden. Dem Festakt wird eine Fortbildung für Arbeitsmedizinerinnen und – mediziner vorausgehen. Alle weiteren Details entnehmen Sie bitte dem Auslobungsschreiben.

LGL stellt Merkblätter zum Tabakrecht bereit

Bei den Tabaküberwachungsbehörden gehen regelmäßig Anfragen zu den rechtlichen Anforderungen insbesondere für elektronische Zigaretten (E-Zigaretten) und Nachfüllbehälter sowie für Wasserpfeifentabak ein. Vor diesem Hintergrund hat die Arbeitsgemeinschaft der Tabaksachverständigen wichtige rechtliche Vorgaben speziell zu diesen Produktgruppen zusammengefasst. Das LGL stellt diese in Form von Merkblättern zum Herunterladen zur Verfügung:

Fünf Jahre Molekularepidemiologie am LGL

Das Public Health Mikrobiologie (PHM)-Labor am LGL feiert gemeinsam mit dem ebenfalls hier angesiedelten Nationalen Referenzzentrum für Borrelien NRZ und dem Konsiliarlabor für Diphtherie das 5-jährige Jubiläum der Etablierung von Multi Locus Sequence Typing (MLST) und Next Generation Sequencing (NGS) zur modernen molekularbiologischen Ausbruchsaufklärung von Infektionskrankheiten. Es gehört damit zu den führenden PHM-Laboratorien in Europa und ist in Sachen NGS im Bereich ÖGD, Infektionserreger und PHM deutschlandweit Hauptansprechpartner des Robert Koch-Instituts.

Erster Bericht zur Seniorengesundheit in Bayern erschienen

Der Mehrheit der älteren Menschen in Bayern geht es gesundheitlich gut, drei Viertel der Betroffenen sind mit ihrem Leben 'sehr zufrieden' oder 'eher zufrieden', obwohl das Alter Erkrankungen und Einschränkungen mit sich bringt. Dies geht aus dem ersten Bericht zur Seniorengesundheit in Bayern hervor, den die Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml am 22.3.2018 in München vorgestellt hat. Der Bericht beschränkt sich nicht darauf, das Krankheitsspektrum älterer Menschen darzustellen. Vielmehr umfasst diese umfassende Datensammlung körperliche, seelische und auch soziale Aspekte des Lebens älterer Menschen. Den Bericht hat das LGL in Zusammenarbeit mit dem Institut für Psychogerontologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg auf der Grundlage eines Gutachtens des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie INIFES gGmbH erstellt.

Die Grippewelle ist zu Ende

Die Influenzawelle in Bayern begann 2017 in der 52. Kalenderwoche (KW)und endete in KW 14 2018. Sie erreichte ihr Plateau von KW 4 bis KW 10. Die Gesamtzahl der an das LGL gemeldeten, labordiagnostisch bestätigten Influenza-Fälle dieser Saison (ab KW 40 2017) liegt bei 43.400 Fällen.
Im Bayern Influenza Sentinel, dessen Berichterstattung mit KW 16 für diese Saison endete, wurden 2107 Rachen- bzw. Nasenabstriche von Patienten mit einer akuten respiratorischen Erkrankung untersucht. 841 (40%) Proben wurden positiv auf Influenzaviren getestet. Am häufigsten wurden Influenza B Viren mit einem Anteil von 69% (n = 582) nachgewiesen, wobei Viren der Yamagata-Linie dominierten (98% der Nachweise ab KW7). 81% aller Influenza A positiven Proben wurden als H1N1-Viren klassifiziert.

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Dem Lebensmittelbetrug auf der Spur

Gemeinsam mit Statistikern der Ludwig-Maximilians-Universität München haben LGL-Experten die Analysemethode „Import screening for the analysis of food risks“ (ISAR) entwickelt, mit deren Einsatz sich Lebensmittel-Importströme auf Unregelmäßigkeiten untersuchen lassen. Dabei werden Veränderungen bei Preisen und Mengen von Lebensmittelimporten erfasst und in Bezug zum jeweiligen Herkunftsland gesetzt. Liegt beispielweise die tatsächliche Preisentwicklung über der erwarteten, kann dies ein Signal für eine höhere Wahrscheinlichkeit von Betrugsfällen sein. Das ISAR-Verfahren wird bereits seit dem Jahr 2016 am LGL eingesetzt und hat sich in der Praxis bereits erfolgreich bewährt.

Weitere Informationen:

Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse aktualisiert

Nach langen Beratungen der deutschen Lebensmittelbuchkommission wurde die Neufassung der Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse veröffentlicht. Neuerungen gab es insbesondere zu Kochschinken, zu Geflügelfleischprodukten und zur Wiederverarbeitung von Brühwurst in Spitzenqualität.

Untersuchung von Saatgut auf gentechnisch veränderte Bestandteile 2017

Das LGL untersucht regelmäßig Saatgut auf gentechnisch veränderte Bestandteile. In diesem Jahr wurden, wie auch schon im Jahr 2016, in keiner der untersuchten 125 Saatgutproben (3 Luzerneproben, 91 Maisproben, 21 Sojaproben, 10 Winterrapsproben) gentechnisch veränderte Bestandteile nachgewiesen. Der Anteil der positiv getesteten Proben hat in den letzten Jahren abgenommen. Noch im Jahr 2010 wurden in 5 von 54 untersuchten Mais-Saatgutproben gentechnisch veränderte Verunreinigungen gefunden.

"Laktosefreie" Produkte – Wie verlässlich sind Angaben zur Laktosefreiheit?

Laktose (Milchzucker) ist vor allem in Milch und Milchprodukten enthalten. Da Laktose aber auch sehr häufig als Trägerstoff für Aromen, zur Verbesserung der Beschaffenheit oder zur Geschmacksabrundung eingesetzt wird, können auch viele andere Lebensmittel Laktose enthalten.
Die meisten Menschen vertragen Laktose-enthaltende Lebensmittel gut, weil sie den Milchzucker von einem körpereigenen Enzym (Laktase) im Dünndarm in seine beiden Bestandteile, Galaktose und Glukose, spalten können und diese Spaltprodukte dann in das Blut aufgenommen werden können. Daher sind laktosefreie Produkte für die meisten Menschen nicht erforderlich und bringen keinen Zusatznutzen. Bei Menschen mit einer Laktoseintoleranz hingegen fehlt die Laktase, so dass Laktose nicht gespalten und aufgenommen werden kann. Die Folge sind dann Beschwerden wie Bauchschmerzen, Krämpfe, Blähungen, Übelkeit und Durchfall. Laktoseintolerante Personen sind daher auf eine korrekte Kennzeichnung der Lebensmittel angewiesen.
Das LGL untersucht immer wieder unterschiedlichste Lebensmittel, die mit dem Hinweis "laktosefrei" beworben werden. Dabei wird geprüft, ob die Erzeugnisse tatsächlich weniger als die genannte Grenzkonzentration an Laktose enthalten.


Kennzeichnung von Allergenen

Lebensmittelallergene sind nur dann kennzeichnungspflichtig, wenn sie dem Lebensmittel absichtlich als Zutat hinzugesetzt wurden. Sie können jedoch auch als unbeabsichtigte Verunreinigung bei der Herstellung oder beim Transport in das Lebensmittel gelangen. Zur Sicherheit der Verbraucher gehen die Behörden solchen Spuren nicht deklarierter allergener Bestandteile nach.