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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

HIV-Infektion: immer noch ein Gesundheitsrisiko -
Bayerische HIV-Testwoche vom 23.11. bis 30.11.2017

Obwohl die Voraussetzungen zur Eindämmung von HIV-Infektionen in Deutschland günstig sind, haben HIV und AIDS ihre Bedeutung als ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko nicht verloren. Das gilt nicht nur für besondere Risikogruppen. Nach wie vor infizieren sich Menschen in Bayern neu mit dem HI-Virus und die Zahlen sind seit einigen Jahren gleichbleibend. Der ausbleibende Rückgang der Neuinfektionen zeigt auch, wie wichtig die Bereitschaft ist, sich testen zu lassen. Eine HIV-Infektion verläuft zunächst meistens symptomarm, sie bleibt daher oft lange unbemerkt und kann unbeabsichtigt weiter gegeben werden. Nur ein Test kann die Infektion im Frühstadium anzeigen. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto günstiger ist der Verlauf der Erkrankung.
Die Bayerische HIV-Testwoche vom 23. - 30. 11. 2017 bietet neben verschiedenen weiteren Aktionen und Angeboten die Möglichkeit, an vielen Orten in Bayern einen anonymen HIV-Test machen zu lassen.

Perfluorierte Substanzen in Blutproben aus dem Landkreis Altötting

In Gendorf im Landkreis Altötting wurden früher perfluorierte Kohlenwasserstoffe, hier speziell Perfluoroctansäure (PFOA), im Rahmen der Fluorpolymerherstellung verwendet. Seit 2008 wurde PFOA durch das sogenannte ADONA (Ammoniumsalz der Perfluoro-4,8-dioxa-3H-nonansäure) ersetzt. Ziel war nun zu prüfen, ob ADONA in die Umwelt gelangt und beim Menschen nachweisbar ist. Das LGL hat daher Blutproben von Personen in der Nähe von Gendorf auf ADONA und weitere perfluorierte Substanzen untersucht. ADONA wurde in den meisten Proben gar nicht gefunden oder nur in Spuren. Aufgrund der bisherigen toxikologischen Kenntnisse zu ADONA sind negative gesundheitliche Wirkungen, auch langfristige, nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu erwarten. In der Nähe der Firma ist aufgrund einer Trinkwasserkontamination allerdings eine deutliche interne Belastung der Bevölkerung mit PFOA nachweisbar. Um Expositionsquellen, die sich aus Altlasten ergaben, zu minimieren und so die aus gesundheitlicher Sicht erwünschten Zielwerte zu erreichen, wurden unmittelbar Maßnahmen zur Senkung der Belastung ergriffen. Hierzu zählen auch Maßnahmen zur Trinkwasseraufbereitung.

Weitere Informationen:

Gemeinsamer Bayerischer Aktionsplan gegen Antibiotikaresistenzen

Der Kampf gegen die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen stellt inzwischen eine weltweite Herausforderung für die medizinische Versorgung von Mensch und Tier dar und erfordert ein gemeinsames Handeln in den Bereichen von Human-und Veterinärmedizin. Ende Oktober hat das bayerische Landeskabinett einen gemeinsamen Aktionsplan der Bayerischen Staatsministerien für Gesundheit und Pflege (StMGP) und für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) gegen Antibiotikaresistenzen gebilligt. Der bayerische Aktionsplan soll unter anderem eine Ergänzung der von der Bundesregierung initiierten Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) auf Landesebene darstellen. Er basiert insbesondere auf den Aktivitäten der überregionalen Netzwerke LARE (LandesArbeitsgemeinschaft multiresistente Erreger), BAKT (Bayerisches Aktionsbündnis gegen Antibiotikaresistenzen) und ARE-Vet (Arbeitsgemeinschaft resistente Erreger in der Veterinärmedizin), die ihren Sitz am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) haben.

Veranstaltungshinweis: „8. Symposium der bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft resistente Erreger (LARE)

Am 06.12.2017 findet zum 8. Mal das Symposium der bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft resistente Erreger (LARE) im Bürgerhaus in der Theodor-Heuss-Straße 29, 85764 Oberschleißheim statt. Auf dem Programm stehen aktuelle Themen der Krankenhaushygiene, Diagnostik und Antibiotikatherapie, die von renommierten Referenten aus ganz Deutschland und der Schweiz vorgetragen werden. Das Symposium wird gemeinsam vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Umwelt veranstaltet.
Für die Veranstaltung sind 5 Fortbildungspunkte bei der Bayerischen Landesärztekammer beantragt.
Die Teilnahme ist kostenlos.

Lange Nacht der Wissenschaften: buntes Programm am LGL

Am Samstag, dem 21. Oktober 2017, war es wieder soweit: Wissbegierige und Nachtschwärmer hatten in der Langen Nacht der Wissenschaften in Nürnberg, Fürth und Erlangen die Möglichkeit, tief in den Wissenschaftskosmos einzutauchen. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) lockte mit verschiedenen Vorführungen in seine Räumlichkeiten und Labore. Knapp 1.000 Besucher fanden den Weg nach Erlangen-Bruck und nutzten die Lange Nacht, um einen Einblick in den Arbeitsalltag am LGL zu bekommen, sich über aktuelle Themen wie z. B. Impfen, Antibiotikaresistenzen oder Shisha-Rauchen zu informieren oder sich von den Mitarbeitern des LGL die vielfältigen Aufgaben der Behörde näher bringen zu lassen. Besonders gefragt waren hierbei Führungen durch die Veterinärpathologie, das Labor für Rückstandsuntersuchungen, das Wasserlabor oder die Bakteriologie und die Virologie. Auch die Vorträge, welche von LGL-Experten gehalten wurden, waren gut besucht und es wurde deutlich, wie groß das Interesse der Verbraucher an Themen wie Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ist.

Richtfest für innovativen Neubau des LGL in Erlangen

Am 19. Oktober wurde am LGL in Erlangen die Fertigstellung des Rohbaus des neuen Verwaltungsgebäudes gefeiert. Bei der Veranstaltung, die federführend vom Staatlichen Bauamt Erlangen-Nürnberg organisiert wurde, sprachen neben Innenminister Joachim Herrmann auch die Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf, sowie die zweite Bürgermeisterin der Stadt Erlangen, Susanne Lender-Cassens, Grußworte.

Das Richtfest markierte einen wichtigen Meilenstein bei der Errichtung des Ersatzneubaus. Das neue Gebäude wird im Passivhausstandard errichtet und trägt damit auch zur Vorbildfunktion staatlicher Gebäude im Bereich des energieeffizienten Bauens bei. Die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2019 vorgesehen.

Grippeimpfung – Jetzt!

Unverändert gilt: Die Grippe ist keine harmlose Erkrankung! Anders als sogenannte "grippale Infekte" können Influenzaviren eine plötzlich auftretende, systemische Infektion mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl und unter bestimmten Umständen lebensbedrohlichen Komplikationen verursachen.

Die WHO empfiehlt aufgrund der aktuell beobachteten Influenzavirus-Varianten für die Saison 2017/18 eine gegenüber der Saison 2016/17 bei der A(H1N1)-Komponente veränderte Zusammensetzung des Impfstoffes. Lassen Sie sich daher schon jetzt, am besten vor Beginn der nächsten Influenzawelle, impfen!

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Influenzaimpfung insbesondere für alle Personen ab 60 Jahren, für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, für Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung bei bestimmten Grundleiden sowie für Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen. Außerdem wird Personen mit erhöhter Gefährdung und Personen, die Risikopersonen betreuen, eine Impfung empfohlen (z. B. medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr).

Darüber hinaus kann die Impfung auch für weitere Personen sinnvoll sein. In Bayern werden daher die Kosten der Impfung für diese nach individueller Beratung durch den Arzt meist von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Neuer Gesundheitsreport Bayern zum Thema Impfen

Soeben ist der neue Gesundheitsreport Bayern zum Thema Impfen erschienen. Schwerpunkt des Reports ist die Masernimpfung. Er zeigt, dass es zwar noch erheblicher Anstrengungen bedarf, um die Masern zu eliminieren, dass auf diesem Weg aber bereits große Fortschritte erzielt wurden. Zum Schuljahr 2015/2016 waren in Bayern 96,1 % der Kinder einmal und 91,3 % der Kinder zweimal gegen Masern geimpft.

Mit Fipronil belastete Eier auch nach Bayern geliefert

Auch in Bayern sind Eier, in denen Fipronil nachgewiesen wurde, in den Handel gelangt. Diese Eier dürfen nicht weiter verkauft werden, eine Rücknahme wurde bereits eingeleitet. Vorsorglich sollten Eier mit entsprechenden Printnummern nicht konsumiert werden. Das LGL führt eigene Probenuntersuchungen von Eiern durch. Weitere Ermittlungen laufen.

Hantavirus: Gehäuftes Auftreten von Fällen in Bayern

Seit Anfang des Jahres wurde dem LGL eine deutlich größere Zahl von Hantavirus-Erkrankungsfällen als im Vorjahr gemeldet. Es ist davon auszugehen, dass in 2017 mit einer deutlichen Zunahme der Hantavirus-Erkrankungen zu rechnen ist. Ähnliche Häufungen traten bereits in den Jahren 2007, 2010, 2012 und 2015 auf. Bekannte Risikogebiete sind die Region um Würzburg, Teile des Bayerischen Waldes sowie die Schwäbische Alb. Sporadisch kann das Hantavirus aber auch in anderen Regionen Bayerns auftreten. Hantavirus-Erkrankungen verlaufen zumeist mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber-, Kopf- und Gliederschmerzen. Darüber hinaus kann es auch zu einer Nierenbeteiligung bis hin zum akuten Nierenversagen kommen.

Das Hantavirus wird in Deutschland über Rötelmäuse übertragen. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt entweder über die Atemwege, indem virushaltiger Staub oder Aerosole (Tröpfcheninfektion) eingeatmet werden oder durch Schmierinfektionen über die Hände nach Kontakt mit lebenden oder toten Nagetieren bzw. deren Ausscheidungen. Besondere Vorsicht ist deshalb geboten bei Tätigkeiten in Räumen (z. B. Schuppen, Keller, Dachböden, Gartenhäuschen), in denen Mäuse hausen, aber auch im Freien z. B. bei Kompost- oder Holzarbeiten. Staubentwicklung sollte bei Reinigungsarbeiten durch vorheriges Befeuchten vermieden werden. Bei sichtbarem Mäusebefall sollten Handschuhe und ggf. Mundschutz getragen werden um sich vor einer Infektion zu schützen.

Kontrollen in Bäckereien

In den vergangenen Jahren wurden unter Beteiligung der Spezialeinheit des LGL zahlreiche Bäckereien, Backbetriebe und Konditoreien im Rahmen von Schwerpunktprogrammen kontrolliert. Darunter waren auch Großbäckereien.
Weitere Informationen:

Tierschutz bei der Schlachtung

Das LGL führt derzeit zusammen mit den Vollzugsbehörden vor Ort ein „Sonderkontrollprogramm Tierschutz im Schlachthof“ durch. Das Sonderkontrollprogramm soll die Eigenkontrollen der Betriebe im Tierschutz überprüfen. Nur wenn der Schlachthofunternehmer seine Verantwortung zur betrieblichen Eigenkontrolle konsequent wahrnimmt, ist zu erwarten, dass keine Tierschutzmängel auftreten.
Außerdem hat die Bayerische Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf das LGL zusätzlich mit der Durchführung eines „Sonderkontrollprojektes Tierschutz“ beauftragt. Es werden derzeit außerdem unter Leitung der Spezialeinheit des LGL große Schlachtbetriebe in Bayern kontrolliert, um die Übergabe von Schlachthöfen an die neue Kontrollbehörde vorzubereiten, die im Rahmen der geplanten Reform der Veterinärverwaltung in Bayern Anfang 2018 ihre Arbeit aufnehmen soll.

Bayerisches Krebsregister am LGL

Mit dem In-Kraft-Treten des neuen Bayerischen Krebsregistergesetzes am 1.4.2017 hat das LGL die Aufgabe, das neu geordnete klinisch-epidemiologische Landesregister zu führen. Alle bereits bestehenden Strukturen im Bereich der klinischen Krebsregistrierung und der epidemiologischen Krebsregistrierung werden dabei weiter genutzt und unter Erhaltung der Standorte Teil des LGL.

Das künftige integrierte klinisch-epidemiologische Krebsregister Bayern dient der Qualitätssicherung, der Gewinnung von genaueren Erkenntnissen über die Behandlung von Krebserkrankungen, der Gesundheitsberichterstattung und der Forschung mit Krebsregisterdaten.

Die nun verpflichtenden Meldungen zur medizinischen Diagnostik und Behandlung an das Krebsregister richten sich nach dem bundeseinheitlichen onkologischen Basisdatensatz der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland.

Weitere Informationen:

Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse aktualisiert

Nach langen Beratungen der deutschen Lebensmittelbuchkommission wurde die Neufassung der Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse veröffentlicht. Neuerungen gab es insbesondere zu Kochschinken, zu Geflügelfleischprodukten und zur Wiederverarbeitung von Brühwurst in Spitzenqualität.

Untersuchung von Saatgut auf gentechnisch veränderte Bestandteile 2016

Das LGL untersucht regelmäßig Saatgut auf gentechnisch veränderte Bestandteile. In diesem Jahr wurden in keiner der untersuchten 121 Saatgutproben (3 Luzerneproben, 88 Maisproben, 20 Sojaproben, 10 Winterrapsproben) gentechnisch veränderte Bestandteile nachgewiesen. Der Anteil der positiv getesteten Proben hat in den letzten Jahren abgenommen. Noch im Jahr 2010 wurden in 5 von 54 untersuchten Mais-Saatgutproben gentechnisch veränderte Verunreinigungen gefunden.

"Laktosefreie" Produkte – Wie verlässlich sind Angaben zur Laktosefreiheit?

Laktose (Milchzucker) ist vor allem in Milch und Milchprodukten enthalten. Da Laktose aber auch sehr häufig als Trägerstoff für Aromen, zur Verbesserung der Beschaffenheit oder zur Geschmacksabrundung eingesetzt wird, können auch viele andere Lebensmittel Laktose enthalten.
Die meisten Menschen vertragen Laktose-enthaltende Lebensmittel gut, weil sie den Milchzucker von einem körpereigenen Enzym (Laktase) im Dünndarm in seine beiden Bestandteile, Galaktose und Glukose, spalten können und diese Spaltprodukte dann in das Blut aufgenommen werden können. Daher sind laktosefreie Produkte für die meisten Menschen nicht erforderlich und bringen keinen Zusatznutzen. Bei Menschen mit einer Laktoseintoleranz hingegen fehlt die Laktase, so dass Laktose nicht gespalten und aufgenommen werden kann. Die Folge sind dann Beschwerden wie Bauchschmerzen, Krämpfe, Blähungen, Übelkeit und Durchfall. Laktoseintolerante Personen sind daher auf eine korrekte Kennzeichnung der Lebensmittel angewiesen.
Das LGL untersucht immer wieder unterschiedlichste Lebensmittel, die mit dem Hinweis "laktosefrei" beworben werden. Dabei wird geprüft, ob die Erzeugnisse tatsächlich weniger als die genannte Grenzkonzentration an Laktose enthalten.


Kennzeichnung von Allergenen

Lebensmittelallergene sind nur dann kennzeichnungspflichtig, wenn sie dem Lebensmittel absichtlich als Zutat hinzugesetzt wurden. Sie können jedoch auch als unbeabsichtigte Verunreinigung bei der Herstellung oder beim Transport in das Lebensmittel gelangen. Zur Sicherheit der Verbraucher gehen die Behörden solchen Spuren nicht deklarierter allergener Bestandteile nach.