Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Verbringung von Tieren nach Bayern in Bezug auf Infektionen mit dem Blauzungen-Virus (BTV)

Seit dem 21.06.2021 ist ganz Bayern als Zone mit dem Status „seuchenfrei“ in Bezug auf Infektionen mit dem Blauzungen-Virus (BTV) anerkannt. Für die Verbringung von Tieren nach Bayern aus anderen Mitgliedstaaten oder Zonen gelten entsprechend der DelVO 2020/689 nachstehende Regelungen.

1. Tiere aus Mitgliedstaaten oder Zonen mit dem Status „seuchenfrei“ (BTV)

Regelungen zu 1.

Die Tiere dürfen in den letzten 60 Tagen vor der Verbringung nicht mit einem BTV-Lebendimpfstoff* geimpft worden sein. Es bestehen keine weiteren Beschränkungen.

2. Tiere aus Mitgliedstaaten oder Zonen, die von einem Tilgungsprogramm (BTV) abgedeckt sind

2.1 Saisonal BTV-freier Mitgliedstaat/Zone**

Tiere wurden in einem saisonal BTV-freien Mitgliedstaat oder einer solchen Zone gehalten:

  • mindestens 60 Tage vor der Verbringung
  • ODER

  • mindestens 28 Tage vor der Verbringung + Negativbefund (Antikörper), Probe mindestens 28 Tage nach Eingang des Tieres in saisonal BTV-freien Mitgliedstaat oder die Zone entnommen

2.2 Vektorengeschützter Betrieb**

Tiere wurden während der Verbringung an den Bestimmungort gegen Angriffe der Vektoren geschützt und in einem vektorengeschützten Betrieb vor Vektorenangriffen geschützt gehalten:

  • mindestens 60 Tage vor der Verbringung
  • ODER

  • mindestens 28 Tage vor der Verbringung + Negativbefund (Antikörper), Probe mindestens 28 Tage nach Beginn des Zeitraums des Schutzes gegen Vektorenangriffe entnommen
  • ODER

  • mindestens 14 Tage vor der Verbringung + Negativbefund (PCR), Probe mindestens 14 Tage nach Beginn des Zeitraums des Schutzes gegen Vektorenangriffe entnommen.

2.3 Geimpfte Tiere

Tiere wurden gegen alle Serotypen 1-24 von BTV, die in dem Mitgliedstaat oder der Zone während der letzten zwei Jahre gemeldet wurden, geimpft. Die Tiere befinden sich innerhalb des durch die Spezifikationen des Impfstoffs garantierten Immunitätszeitraums und erfüllen mindestens eine der folgenden Anforderungen:

  • mindestens 60 Tage vor der Verbringung geimpft
  • ODER

  • mit einem inaktivierten Impfstoff geimpft + Negativbefund (PCR), Probe mindestens 14 Tage nach Einsetzen der Immunität (gemäß Spezifikation des Impfstoffs) entnommen.

2.4 Antikörper-positive Tiere

Tiere haben Antikörper gegen alle in dem Mitgliedstaat oder der Zone während der letzten zwei Jahre gemeldeten BTV-Serotypen 1-24 (Positivbefund) UND

  • Probe (Antikörper) mindestens 60 Tage vor der Verbringung entnommen
  • ODER

  • Probe (Antikörper) mindestens 30 Tage vor der Verbringung entnommen + weiterer Negativbefund (PCR), Probe frühestens 14 Tage vor der Verbringung entnommen.

3. Tiere aus Mitgliedstaaten oder Zonen, die weder BTV-frei noch von einem Tilgungsprogramm (BTV) abgedeckt sind

3.1 Vektorengeschützter Betrieb**

Tiere wurden während der Verbringung an den Bestimmungort gegen Angriffe der Vektoren geschützt und in einem vektorengeschützten Betrieb vor Vektorenangriffen geschützt gehalten:

  • mindestens 60 Tage vor der Verbringung
  • ODER

  • mindestens 28 Tage vor der Verbringung + Negativbefund (Antikörper), Probe mindestens 28 Tage nach Beginn des Zeitraums des Schutzes gegen Vektorenangriffe entnommen
  • ODER

  • mindestens 14 Tage vor der Verbringung + Negativbefund (PCR), Probe mindestens 14 Tage nach Beginn des Zeitraums des Schutzes gegen Vektorenangriffe entnommen.

3.2 Gebiet oder Mitgliedstaat mit Überwachungsprogramm

Tiere wurden mindestens 60 Tage vor Verbringung entweder in einem Gebiet (mindestens 150km Radius um den Betrieb) oder in einem Mitgliedstaat gehalten, in dem mindestens während der letzten 60 Tage ein Überwachungsprogramm*** durchgeführt wurde

UND

  • wurden gegen alle im Radius von mindestens 150 km um den Betrieb vorgekommenen Serotypen der letzten 2 Jahre geimpft
  • ODER

  • wurden gegen alle im Radius von mindestens 150 km um den Betrieb vorgekommenen Serotypen der letzten 2 Jahre immunisiert.

3.3 Verbringung mit Risikobewertung durch die zuständige Behörde

Die zuständige Behörde kann die Überführung von Tieren genehmigen, wenn sie eine Risikobewertung durchgeführt hat

UND

  • die Verbringung dieser Tiere in einen anderen Mitgliedstaat für einen Zeitraum von 60 Tagen nach der Überführung untersagt
  • ODER

  • die Verbringung dieser Tiere in einen anderen Mitgliedstaat bis Vorliegen einer negativen Untersuchung (PCR) auf BTV-Serotypen 1–24 untersagt, Proben frühestens 14 Tage nach der Überführung entnommen
  • UND

  • die Überwachung gegebenenfalls entsprechend DelVO 2020/689 Anhang V Teil II Kapitel 1 Abschnitt 4 Nummer 6 anpasst
  • UND

  • die Tiere jede der Anforderungen erfüllen, die in DelVO 2020/689 Anhang V Teil II Kapitel 2 Abschnitt 1 Nummern 5 bis 8 vorgesehen sind.

4. Tiere zur unmittelbaren Schlachtung aus nicht BTV-freien Mitgliedstaaten oder solchen Zonen

Regelungen zu 4.

  • Im Ursprungsbetrieb wurde während der letzten 30 Tage vor der Verbringung kein Fall einer BTV-Infektion gemeldet
  • UND

  • die Tiere werden direkt von dem Herkunftsmitgliedstaat oder der Herkunftszone zum Bestimmungsschlachthof transportiert und dort innerhalb von 24 Stunden nach ihrer Ankunft geschlachtet
  • UND

  • der Betreiber des Herkunftsbetriebs hat den Betreiber des Bestimmungsschlachthofs mindestens 48 Stunden vor der Verladung der Tiere über die Verbringung informiert.

5. Kälber, Schaf- und Ziegenlämmer ≤ 90 Tage aus Mitgliedstaaten oder Zonen, die von einem Tilgungsprogramm abgedeckt sind sowie aus Mitgliedstaaten oder Zonen, die weder BTV-frei noch von einem Tilgungsprogramm abgedeckt sind (Ausnahmeregelung für Deutschland)

Regelungen zu 5.

Tierhaltererklärung Kälber

Tierhaltererklärung Schaf- und Ziegenlämmer

a) Muttertier vor Belegung gegen alle BTV-Serotypen 1-24, die in dem Mitgliedstaat oder der Zone in den letzten 2 Jahren gemeldet wurden, geimpft

UND

  • Muttertier mind. 60 Tage vor dem Verbringen des Tieres (Kalb/Schaf- bzw. Ziegenlamm seit Geburt) in einem Mitgliedstaat oder einem Gebiet gehalten, der/das hinsichtlich BTV überwacht wird
  • UND

  • Biestmilchgabe innerhalb von 12h nach der Geburt vom eigenen Muttertier
  • UND

  • Tierhaltererklärung
  • ODER

b) Muttertier mindestens 28 Tage vor der Geburt gegen alle BTV-Serotypen 1-24, die in dem Mitgliedstaat oder der Zone in den letzten 2 Jahren gemeldet wurden, geimpft

UND

  • Kalb/ Schaf- bzw. Ziegenlamm mit Negativbefund (PCR), Probe höchstens 14 Tage vor Verbringung entnommen
  • UND

  • Muttertier mind. 60 Tage vor dem Verbringen des Tieres (Kalb/Schaf- bzw. Ziegenlamm seit Geburt) in einem Mitgliedstaat oder einem Gebiet gehalten, der/das hinsichtlich BTV überwacht wird
  • UND

  • Biestmilchgabe innerhalb von 12h nach der Geburt vom eigenen Muttertier
  • UND

  • Tierhaltererklärung

* In Deutschland gibt es derzeit keinen zugelassenen Lebendimpfstoff.

** Innerhalb Deutschlands sind diese Optionen „ausgewiesene saisonal BTV-freie Zone“ bzw. „vektorengeschützte Betriebe“ bisher nicht realisiert bzw. eingerichtet.

*** Überwachungsprogramm gemäß Anhang V Teil II Kapitel 1 Abschnitte 1 und 2

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