Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Rückstandssituation bei Erdbeeren – Untersuchungsergebnisse 2018

Hintergrund

Die Belastung von Lebensmitteln mit Pflanzenschutzmittelrückständen steht immer wieder in der öffentlichen Diskussion und trägt in hohem Maße zur Verunsicherung der Verbraucher bei. Das LGL betreibt deshalb schon seit vielen Jahren eine umfangreiche und aufwendige Rückstandskontrolle mit dem Ziel, Verursacher hoher Belastungen zu entdecken und zu einer Verminderung der Rückstandsbelastung beizutragen.

 

Gefahren für die Erdbeere

Die Erdbeere ist als empfindliche Beerenfrucht einem hohen Druck durch Krankheiten und Schädlinge ausgesetzt. Von besonderer Bedeutung sind dabei Pilzerkrankungen (wie Grauschimmel-Fruchtfäule oder Rot- und Weißfleckenkrankheit) oder der Erdbeerblütenstecher. Um einen ausreichenden Ernteertrag zu sichern, sind deshalb fortwährend Pflanzenschutzmaßnahmen erforderlich. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass in Erdbeeren sehr häufig Rückstände von Pflanzenschutzmittelanwendungen nachgewiesen werden können.

Entwicklung der Rückstandssituation bei Erdbeeren

Das LGL untersuchte in den letzten fünf Jahren insgesamt 366 Proben Erdbeeren aus konventionellem Anbau auf Pflanzenschutzmittelrückstände. Die Betrachtung der Höchstgehaltsüberschreitungen bei Erdbeeren zeigt ein insgesamt erfreuliches Bild, so lag der Anteil mit 0 bis 2 % leicht unterhalb des Gesamtdurchschnitts des 2018 am LGL untersuchten konventionell erzeugten Obsts. Der Probenanteil ohne nachgewiesene Rückstände schwankte zwischen 3 und 13 %, was vermutlich auf die unterschiedlichen Witterungsverhältnisse in den verschiedenen Jahren zurückzuführen ist. Vergleicht man die durchschnittliche Anzahl der Rückstände, die in einer Probe in den ausgewählten Jahren nachgewiesen wurden, so sieht man einen leichten, aber stetigen Rückgang. Gleichzeitig verringerte sich der mittlere Gesamtgehalt an Pflanzenschutzmittelrückständen pro Probe geringfügig von 0,44 mg/kg im Jahr 2014 auf 0,37 mg/kg im Jahr 2018. Ausnahme war das Jahr 2016, in dem das LGL im Zuge eines Lebensmittelmonitoring- Programms Erdbeeren auf Rückstände von Phosphonsäure untersucht hatte. Das LGL wies in diesem Programm in knapp der Hälfte der untersuchten Proben im Vergleich zu den sonstigen Pflanzenschutzmittelrückständen teilweise recht hohe Gehalte an Phosphonsäure nach. Der maximale Gehalt lag aber mit 44 mg/kg immer noch deutlich unterhalb des rechtlich zulässigen Höchstgehalts von 75 mg/kg. Rückstände von Phosphonsäure können allerdings auch aus anderen Quellen als aus Pflanzenschutzmittelanwendungen stammen. Da Phosphonsäure gesundheitlich als unkritisch beurteilt ist und alle Rückstandsgehalte 2016 deutlich unter dem zulässigen Grenzwert lagen, untersucht das LGL Phosphonsäure in Erdbeeren nicht routinemäßig, sondern lediglich als Schwerpunkt in Sonderprogrammen.

Die Abbildung zeigt zwei Balkendiagramme. Das Linke stellt die Rückstandssituation bei konventionell erzeugten Erdbeeren 2014 bis 2018 dar, das Rechte die Entwicklung der Anzahl der Rückstände pro Probe und des Durchschnittgehalts pro Probe. Bild vergrössern

Abb.: Rückstandssituation bei konventionell erzeugten Erdbeeren 2014 bis 2018


Fazit

Insgesamt sind Erdbeeren vor allem gegen Schimmelpilzbefall sehr anfällig und gehören deshalb zu den mittelgradig belasteten Obstsorten. Ihre Belastungssituation blieb in den letzten fünf Jahren aber auf einem guten und akzeptablen Niveau.


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