Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Überblick zur Rückstandssituation bei Pflanzenschutzmitteln
in pflanzlichen Lebensmitteln - Untersuchungsergebnisse 2020

Im Jahr 2020 untersuchte das LGL insgesamt 2.171 pflanzliche Lebensmittel auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und setzte dabei umfassende Multimethoden, aber auch spezielle Einzelstoffmethoden ein. 526 dieser Proben waren als Bio-Produkte gekennzeichnet. In 88 % der Lebensmittel aus ökologischem Anbau wurden keinerlei Rückstände nachgewiesen, während lediglich 27 % der konventionellen Proben rückstandsfrei waren. Insgesamt enthielten damit 42 % aller untersuchten Proben keine bestimmbaren Rückstände an Pflanzenschutzmitteln. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Anteil an rückstandsfreien Proben gleich. Die Quote der Proben mit Rückständen oberhalb des Höchstgehalts betrug 3 % wie in den Vorjahren. In 60 Proben lagen insgesamt 98 Rückstände oberhalb des jeweiligen Höchstgehalts vor; in 44 Proben war davon nur ein Wirkstoff betroffen, in sieben Proben zwei, in jeweils drei Proben drei bzw. vier und in jeweils einer Probe fünf, sechs bzw. sogar acht Wirkstoffe. Von diesen 60 Proben beanstandete das LGL 31 Proben, da hier bei insgesamt 60 Pflanzenschutzmittelrückständen eine auch analytisch-statistisch ausreichend sichere Höchstgehaltsüberschreitung vorlag. Bei vier Proben mit Höchstgehaltsüberschreitungen beurteilte das LGL die Gehalte sogar als dazu geeignet, die Gesundheit des Menschen zu schädigen. Dies betraf eine Probe Spinat aus Bayern, eine Probe Gurken aus Griechenland und zwei Proben Nashi-Birnen aus China. Informationen zu diesen Produkten wurden über das RASFF-System den anderen EU-Staaten mitgeteilt, damit möglicherweise noch vorhandene Reste der untersuchten Chargen zurückgerufen werden konnten. Zu einer Erhöhung der Beanstandungsquote für Gemüse kam es durch Teilnahme am bundesweiten Monitoring-Projekt „Leaf to Root“. Dabei wurden im Rahmen des Projektes Radieschen, Mohrrüben und Kohlrabi sowie die dazugehörigen Blätter untersucht. Mit überhöhten ückstandsgehalten aufgefallen sind dabei sieben Proben Radieschenblätter, zwei Proben Mohrrübenblätter und zwei Proben Kohlrabiblätter. Die dazugehörigen Knollen bzw. Wurzeln hingegen entsprachen den lebensmittelrechtlichen Vorgaben.

Tabelle 1: Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln pflanzlicher Herkunft 2020
Lebensmittel Probenzahl ohne R mit R kleiner HG mit R größer HG
Obst 809 215 578 16
konventionell 674 94 564 16
biologisch 135 121 14 0
Obsterzeugnis 121 30 88 3
konventionell 108 19 86 3
biologisch 13 11 2 0
Gemüse 850 414 409 27
konventionell 661 245 389 27
biologisch 189 169 20 0
Gemüseerzeu 19 5 14 0
konventionell 17 3 14 0
biologisch 2 2 0 0
Getreide 41 23 17 1
konventionell 17 4 12 1
biologisch 24 19 5 0
Hülsenfrüchte 74 30 36 8
konventionell 53 13 33 7
biologisch 21 17 3 1
Kartoffeln und 31 19 12 0
konventionell 23 12 11 0
biologisch 8 7 1 0
Säuglings- un 143 134 5 4
konventionell 28 27 0 1
biologisch 115 107 5 3
Planzliche Fett 38 23 15 0
konventionell 26 15 11 0
biologisch 12 8 4 0
Tees und teeä 17 7 9 1
konventionell 11 2 8 1
biologisch 6 5 1 0
Pilze 25 3 22 0
konventionell 25 3 22 0
biologisch 0 0 0 0
Sonstige 3 1 2 0
Gesamt 2171 904 1207 60
Anteil 2171 42% 55% 3%
konventionell 1645 27% 70% 3%
biologisch 526 88% 11% 1%
Vorjahre zum        
2019 2592 42% 55% 3%
konventionell 1913 27% 70% 3%
biologisch 679 84% 14% 2%
2018 2463 44% 53% 3%
konventionell 1817 29% 68% 3%
biologisch 646 88% 10% 2%
2017 2215 47% 50% 3%
konventionell 1575 31% 65% 3%
biologisch 640 88% 11% 1%
R = Rückstand, HG = zulässiger Höchstgehalt nach VO (EG) 396/2005 oder Rückstandshöchstmengenverordnung


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