Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Hepatitis A

Das Hepatitis-A-Virus (HAV) verursacht eine Entzündung der Leber. Es wird mit dem Stuhl erkrankter Personen ausgeschieden, der bereits zwei Wochen vor Krankheitsausbruch hochansteckend (infektiös) ist.

Die Infektion erfolgt meist durch verunreinigte Lebensmittel (z. B. Muscheln aus abwasserbelasteten Küstengewässern) oder verunreinigtes Trinkwasser. Der Erreger kann auch im Rahmen enger Personenkontakte über Kontakt- oder Schmierinfektion übertragen werden.

Bei Erwachsenen führt die Infektion anfänglich meist zu unspezifischen Beschwerden wie allgemeiner Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Kopfweh, Fieber und schließlich zur Gelbfärbung der Haut und der Schleimhäute, hellem Stuhl und dunklem Urin.

Der Krankheitsverlauf ist in der Mehrzahl der Fälle komplikationslos. In einigen Fällen jedoch bestehen Beschwerden über mehrere Monate. Schwere Verläufe sind bei Personen mit Vorerkrankung der Leber (z. B. Hepatitis B und C) zu beobachten. Bei Kindern verläuft die Infektion häufig ohne nennenswerte Krankheitszeichen.

Aktuell ist die Infektionsrate in Deutschland – im Gegensatz zu den Entwicklungsländern – niedrig. Da immer mehr Jugendliche und Erwachsene keine Immunität gegen HAV besitzen, treten zunehmend Erkrankungen in diesen Altersgruppen auf.

Die Hepatitis A hat sich zunehmend zu einer Reisekrankheit entwickelt. Eine Gefährdung ist für Reisen z. B. rund ums Mittelmeer und zu anderen beliebten Reisezielen in Asien, Afrika und Lateinamerika gegeben. Durch Einschleppung kommt es auch in Deutschland immer wieder zu regional begrenzten Ausbrüchen.

Impfung

Der Impfstoff besteht aus inaktivierten (nicht vermehrungsfähigen) Hepatitis A-Viren und ist auch in Kombination mit der Impfung gegen Hepatitis B erhältlich.

Wer soll sich impfen lassen?

U.a.:

  • Personal im Gesundheitsdienst (auch in Küche, Labor, technischem Dienst und Reinigungs- bzw. Rettungsdienst, psychiatrischen und Fürsorgeeinrichtungen, Behindertenwerkstätten, Asylbewerberheimen; auch Auszubildende und Studenten).
  • Personal in Kindertagesstätten bzw. Kinderheimen (inklusive Küche und Reinigung).
  • Kanalisations-und Klärwerksarbeiter.
  • Personen mit bestehender Lebererkrankung.
  • Personen, die in Regionen mit höherer Erkrankungshäufigkeit reisen.
  • Personen mit infektionsgefährdendem Sexualverhalten.
  • Bewohner in psychiatrischen Einrichtungen oder vergleichbaren Fürsorgeeinrichtungen für Menschen mit Verhaltensstörung oder Zerebralschädigung.
  • Kontaktpersonen von an Hepatitis A Erkrankten.

Zeitpunkt der Impfung

Eine Impfung ist bereits bei Kindern ab dem 1. Lebensjahr möglich. Die Grundimmunisierung für einen lang andauernden Schutz besteht abhängig vom verwendeten Impfstoff aus 2-3 Impfstoffdosen.

Wird ein Impfstoff verwendet, der nur vor Hepatitis A schützt, besteht nach der ersten Impfstoffdosis bereits ein vorläufiger Schutz vor einer reiseassoziierten Erkrankung. Bei der Verwendung eines Hepatitis A und -B-Kombinationsimpfstoffs sind auch für einen vorläufigen Impfschutz mindestens 2 Impfstoffdosen notwendig.

Häufigste Impfreaktionen

Es besteht sehr gute Verträglichkeit bei allen Altersgruppen. Genauere Angaben zu Impfreaktionen und möglichen Nebenwirkungen finden sich in den Fachinformationen der jeweiligen Impfstoffe.

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