Hepatitis A-Infektionen

 

Was versteht man unter einer Hepatitis A Erkrankung?

Die Hepatitis A ist eine Erkrankung der Leber, die sich nach einer Infektion mit dem Hepatitis A Virus entwickelt. Das Virus kommt weltweit vor. In Entwicklungsländern machen annähernd alle Menschen die Infektion im Kinder- und Jugendalter durch. In den Industrieländern ist es über verbesserte Hygienestandards in den letzten Jahren insgesamt zu einem Rückgang der Erkrankungsfälle gekommen, sodass in diesen Ländern die Hepatitis A vor allem eine Erkrankung von Reiserückkehrern ist, die sich bei Ihrer Reise in Länder mit einer starken Hepatitis A Verbreitung mit dem Virus infiziert haben.

Ein typisches Krankheitssymptom ist die Gelbfärbung der Haut und Augen. Aber auch unspezifische Krankheitssymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen und Abgeschlagenheit können auf eine Infektion mit dem Hepatitis A Virus hinweisen. Es ist jedoch auch möglich, dass die Infektion ohne Symptome durchgemacht wird.
Meist verläuft die Erkrankung bei Erwachsenen mit schwereren Symptomen als bei Kindern, die die Infektion in der Regel ohne Symptome durchmachen.
Da keine spezifische Therapie existiert, können bei Erkrankung lediglich die Symptome behandelt werden.

Wie kann man sich mit dem Hepatitis A Virus infizieren?

Infizierte scheiden das Virus über den Darm aus. Solange sich das Virus aktiv vermehrt, kann es im Blut nachgewiesen werden. Wichtig ist, zu wissen, dass man auch schon ansteckend sein kann, wenn man bei sich selbst noch keine Symptome bemerkt.

Eine Übertragung über Blutkontakt ist möglich, häufiger wird das Virus aber über kontaminierte Lebensmittel, Wasser oder Gebrauchsgegenstände über den Mund aufgenommen. Ebenso ist eine Ansteckung über Sexualpraktiken, die die Wahrscheinlichkeit einer oralen Aufnahme von Fäkalspuren erhöht, möglich.

  • Hierzu gehören insbesondere:
  • Fingering/ Fisting
  • Rimming/ Afterlecken
  • Kontakt mit benutzten Kondomen und Dildos
  • gemeinsam verwendete Gleitmitteltöpfe

Wichtig: Die Verwendung von Kondomen bietet keinen ausreichenden Schutz vor einer Hepatitis A Infektion bei analen Sexualpraktiken! Fäkalspuren können auch beim Umgang mit dem Kondom aufgenommen werden.

Ist es möglich, sich zu schützen?

Ja! Einen sicheren und effektiven Schutz bietet eine Impfung gegen Hepatitis A. Die Hepatitis A -Impfung gibt es derzeit als Einzelimpfstoff oder in Kombination mit einer Impfung gegen Hepatitis B bzw. Typhus.

Eine Schutzwirkung tritt meist bereits 12-15 Tage nach der ersten Impfdosis ein. Bei dem Hepatitis A und B - Kombinationsimpfstoff ist eine Schutzwirkung erst nach der 2. Impfdosis vorhanden. Je nach eingesetztem Impfstoff ist eine zweite bzw. auch dritte Impfdosis (Hepatitis A und B-Kombinationsimpfstoff) erforderlich, um einen Langzeitschutz für mind. 12 Jahre zu erreichen; Modellrechnungen gehen sogar von einer wesentlich längeren Schutzwirkung von 20-25 Jahren aus.

Gehen Sie zum Arzt Ihres Vertrauens und lassen Sie sich zur Hepatitis-A-Impfung beraten - auch zu Fragen der Impfauffrischung. Die Impfung ist kostenlos und wird von den Krankenkassen übernommen, wenn eine Indikation besteht z.B. wenn man angibt, wechselnde Sexualpartner zu haben.

Informationen zu einem europaweiten
Hepatitis A - Krankheitsausbruch

Seit Juni 2016 wird ein europaweites Hepatitis A-Ausbruchsgeschehen beobachtet, das sich vor allem unter Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), verbreitet.
Aktuell werden zu diesem Ausbruchsgeschehen 3 813 Fälle in Europa (Datenquelle: ECDC, Datenstand: 18.12.2017) und 36 Fälle aus Bayern gezählt (Datenquelle: SurvNet, Datenstand: 03.01.2018). Von einer Untererfassung der Fälle ist aber auszugehen, da nur die Fälle zum Ausbruchsgeschehen gezählt werden können, die sich einem Arzt vorstellen und bei denen eine Feintypisierung des Erregers durchgeführt wird. Über die Feintypisierung können diese Fälle dann dem Ausbruchsgeschehen zugerechnet werden.
Der Ausbruch setzt sich aktuell noch fort und es ist mit weiteren Erkrankungsfällen zu rechnen.Das Ausbruchsgeschehen hat zwar international an Intensität abgenommen, der Ausbruch ist jedoch noch nicht beendet (Epidemiological Update ECDC, December 2017).
Je länger das internationale Ausbruchsgeschehen andauert, desto wahrscheinlicher werden auch mögliche Eintragungen des Erregers außerhalb der Risikogruppe der MSM in die Allgemeinbevölkerung. Hierbei können sowohl Mensch zu Mensch- Übertragungen eine Rolle spielen, aber auch Vehikel wie Lebensmittel. Der Infektionsweg lässt sich jedoch häufig nicht eindeutig klären.

Bildhafte Darstellung des Ausbruchsgeschehens in Europa.

Abbildung 1: Bildhafte Darstellung des Ausbruchsgeschehens in Europa. Mit einer schematischen Leber sind die europäischen Länder markiert, aus welchen bislang Fälle mit Zugehörigkeit zum Ausbruchsgeschehen gemeldet worden sind.


Sie hatten Kontakt zu Erkrankten oder fühlen sich krank?

Suchen Sie in beiden Fällen einen Arzt auf und lassen Sie sich beraten.

Beobachten Sie Symptome bei sich, die auf eine Hepatitis A hinweisen, denken Sie daran, dass Sie auf Sex verzichten sollten, bis Sie sicher wissen, dass bei Ihnen keine Hepatitis A Infektion vorliegt.

Für die gute Kooperation und Bereitstellung von Informationsmaterial bedanken wir uns bei den Kollegen und –innen des Landesamtes für Gesundheit und Soziales in Berlin.

Weiterführende Informationen finden Sie auf den folgenden Websites:

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