Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Rückstandssituation bei Blattgemüse und frischen Kräutern - Untersuchungsergebnisse 2015

Blattgemüse gehört zu den beliebtesten Gemüsearten, da seine Zubereitungsweisen sehr abwechslungsreich sind. Sie können entweder roh, wie im Fall von Salat, oder gekocht, wie im Fall von Spinat, verzehrt werden. Auch frische Kräuter werden in vielen Mahlzeiten roh oder gekocht verwendet und sorgen hier für einen aromatischen Geschmack. Durch ihre große Oberfläche sind Blattgemüse und frische Kräuter anfällig für Schädlinge, weshalb zur Sicherung des Ertrags häufig Pflanzenschutzmittel angewendet werden. Das LGL untersuchte 2015 insgesamt 239 Proben Blattgemüse und 74 Proben frische Kräuter auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln (siehe Tabellen 1 und 2).

Blattgemüse

An Blattgemüsesorten untersuchte das LGL vor allem Chicoree, Eisbergsalat, Feldsalat, Kopfsalat, Lollo-Arten, Rucola und Spinat. Der größte Teil der Proben (50 %) stammte aus Deutschland, gefolgt von Italien, Spanien und Belgien. Bei 3 % der Proben war die Herkunft nicht bekannt. 216 Proben wurden konventionell erzeugt, 23 stammten aus ökologischem Anbau. Während konventionell erzeugter Chicoree, Eisbergsalat und Lollo-Arten nur schwach mit Pflanzenschutzmittelrückständen belastet waren, zeigte sich bei Feldsalat, Kopfsalat und Rucola eine deutliche Belastung (siehe Tabelle 1). Bei einer Probe Kopfsalat aus Italien konnte ein Gesundheitsrisiko für Verbraucher nicht sicher ausgeschlossen werden, weshalb die Probe als nicht sicheres Lebensmittel beurteilt und in das europäische Schnellwarnsystem gemeldet wurde. Das Blattgemüse aus biologischem Anbau war zu 74 % rückstandsfrei, die nachgewiesenen Rückstände wurden meist durch Kontamination verursacht und waren nicht auf eine Anwendung zurückzuführen. Lediglich eine Probe Rucola aus ökologischem Anbau enthielt Rückstände des Begasungsmittels Methylbromid oberhalb des Höchstgehalts und wurde deshalb vom LGL lebensmittelrechtlich beanstandet.

Frische Kräuter

Von den 74 untersuchten Proben frische Kräuter stammten 69 aus konventionellem Anbau, während fünf Proben ökologisch erzeugt wurden. Der Anteil der Höchstgehaltsüberschreitungen lag mit 13 % deutlich über dem allgemeinen Durchschnitt von 3 % bei Gemüse. Die frischen Kräuter waren im Vergleich zum Blattgemüse stärker belastet, wobei besonders Dill mit hohen Gehalten an Pflanzenschutzmittelrückständen
auffiel (siehe Tabelle 2). Da frische Kräuter jedoch nur in geringeren Mengen verzehrt werden, stellen diese Gehalte kein Risiko für den Verbraucher dar.

Tabelle 1: Rückstandssituation bei Blattgemüse
Lebensmittel Proben-zahl ohne R mit R kleiner HG mit R größer HG verschie-dene Stoffe Anzahl R pro Probe Gehalt R pro Probe [mg/kg]
Blattgemüse (konv.) 216 43 165 8 66 3,2 1,96
Anteil 20% 76% 4%
Chicoree 16 11 5 0 4 0,4 0,01
Eisbergsalat 30 0 30 0 23 2,9 0,07
Feldsalat 23 1 20 2 29 3,5 3,15
Kopfsalat 60 13 45 2 39 3,6 2,52
Lollo-Arten 22 1 21 0 24 3,5 0,36
Rucola 23 0 22 1 29 5,4 6,96
Spinat 19 7 10 2 20 2,0 0,68
andere 23 10 12 1 25 2,3 0,73
Blattgemüse (bio) 23 17 5 1 9 0,5 0,51
Anteil 74% 22% 4%

R = Rückstand, HG = Höchstgehalt nach VO (EG) Nr. 396/2005, konv. = konventionell angebaut, bio = biologisch angebaut

Tabelle 2: Rückstandssituation bei frischen Kräutern
Lebensmittel Proben-zahl ohne R mit R kleiner HG mit R größer HG verschie-dene Stoffe Anzahl R pro Probe Gehalt R pro Probe [mg/kg]
Frische Kräuter 74 13 51 10 81 4,2 4,01
Anteil 18% 69% 13%
Dill 9 0 8 1 23 5,6 12,10
Majoran und Oregano 18 5 13 0 30 4,2 5,23
Rosmarin 16 2 11 3 33 3,9 2,89
Schnittlauch 11 4 5 2 25 3,5 2,48
andere 20 2 14 4 46 4,3 1,00

R = Rückstand, HG = Höchstgehalt nach VO (EG) Nr. 396/2005

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