Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Belastung von Schalenobst - Untersuchungsergebnisse 2006

Das LGL hat in einer Schwerpunktaktion Schalenobst (jeweils 15 Proben Macadamianüsse, Pistazien, Cashewkerne und Pinienkerne) auf die Gehalte an Blei, Cadmium, Quecksilber, Arsen, Selen und Nickel untersucht.

Was ist Schalenobst?

Schalenobst ist eine handelsübliche Sammelbezeichnung für essbare Nüsse und Kerne. Als gemeinsames Merkmal besitzen diese Früchte eine Fruchtwand, die nicht verzehrt werden kann. Nur der Kern (Samen) ist essbar. So werden unter der Bezeichnung „Schalenobst“ die essbaren Kerne und Samen von beispielsweise Cashewnuss, Esskastanie, Haselnuss, Macadamianuss, Mandel, Pinienkern, Pecanuss, Pistazie und Walnuss gehandelt. Darüber hinaus zählen auch Aprikosenkerne und Kokosraspeln zum Schalenobst.

Untersuchungen des Schalenobst auf Cadmium

Ölsamen wie Mohn, Sonnenblumenkerne oder Leinsamen enthalten mitunter erhöhte Gehalte an Cadmium. Das LGL hat zur Untersuchung deshalb stark ölhaltige Samen ausgewählt.

Für Schalenobst gilt nach der Kontaminanten-HöchstgehaltVO 2001 – ebenso wie für jedes andere Obst – ein Höchstwert von 0,05 mg Cadmium/kg.

Ergebnisse

Auffällig waren die Ergebnisse der Cadmiumgehalte in Pinienkernen, die zwischen 0,11 und 0,40 mg/kg bei einem Median von 0,19 mg/kg lagen, während in den anderen Früchten Cadmium nicht oder nur in geringer Menge nachweisbar war.

Das nachfolgende Diagramm gibt einen genaueren Überblick über die Verteilung der Cadmiumgehalte in den untersuchten Kernen:

Säulendiagramm: Cadmium in Schalenobst

Abbildung 1: Cadmium in Schalenobst

Nicht eine Probe Pinienkerne wies einen Cadmiumgehalt unterhalb des Höchstwertes auf. Es liegt die Vermutung nahe, dass es auf dem Markt kaum Pinienkerne gibt, die den gültigen Höchstwert für Cadmium einhalten.

Was bedeutet das für den Verbraucher?

Für den Verbraucher bedeuten die festgestellten Cadmiumgehalte keinerlei gesundheitliche Gefahren. Ein vom LGL erstelltes toxikologisches Gutachten hat unter Berücksichtigung der üblichen Verzehrsmenge die toxikologische Unbedenklichkeit der untersuchten Pinienkerne festgestellt; diese Einschätzung wurde mittlerweile in einer Stellungnahme des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) bestätigt.

Im Moment wird auf EU-Expertenebene darüber diskutiert, den Cadmium-Höchstgehalt für Pinienkerne vorübergehend auszusetzen und in einer Neufassung der Kontaminanten-HöchstgehaltVO 2001 für alle Ölsaaten neu festzulegen. Pinienkerne gehören zu den selten verzehrten Lebensmitteln, eine Verzehrsempfehlung für den Fall des Aussetzens des EU-Höchstgehaltes für Cadmium ist daher aus Sicht des BfR nicht erforderlich.

Andere Kontaminaten?

Blei, Quecksilber und Arsen waren in den untersuchten Erzeugnissen entweder gar nicht nachweisbar oder die Gehalte lagen im Spurenbereich.

Macadamianüsse und Cashewkerne enthalten - verglichen mit pflanzlichen Produkten europäischen Ursprungs - nennenswerte Mengen an ernährungsphysiologisch wertvollem Selen. Die Gehalte entsprechen etwa denen von Fleisch und Fisch; in einheimischen pflanzlichen Produkten findet man dagegen meist weniger als 0,01 mg Selen/kg.

Bemerkenswert war auch der hohe Nickelgehalt von Cashewkernen und Pinienkernen. Dieses Untersuchungsergebnis ist vor allem für Nickel-Allergiker interessant. Grenzwerte für die Elemente Selen und Nickel gibt es bei Schalenobst nicht.

Einen Überblick gibt die nachfolgende Tabelle:

Tabelle 1: Selen- und Nickelgehalt bei Schalenobst
Se (mg/kg) Ni (mg/kg)
min. max. Median min. max. Median
Macadamia 0.080 0.28 0.17 0.20 1.33 0.63
Pistazien 0.077 0.15 0.10 0.71 1.61 0.87
Pinienkerne <0.01 0.044 0.020 1.35 7.38 3.00
Cashewkerne 0.064 0.36 0.16 4.70 9.87 6.77

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