Hepatitis E

Erreger

Eine Hepatitis E Infektion wird durch das Hepatitis E Virus (HEV) verursacht. Man unterteilt die beim Menschen vorkommenden Hepatitis E Viren in die Genotypen 1 bis 4.

Vorkommen

Das Hepatitis E Virus kommt weltweit vor, je nach Region und Genotyp kann sich die Epidemiologie und Klinik jedoch unterscheiden.

Klinik

Eine Infektion mit dem in Deutschland sowie mehreren Ländern Europas und Nordamerika endemisch vorkommenden Hepatitis E Virus Genotyp 3 verläuft meist asymptomatisch. Symptomatische Erkrankungen verlaufen meist akut, selbstlimitierend (d.h. ohne äußere Einflüsse bzw. therapeutische Maßnahmen wieder zum Erliegen kommend) und häufig ohne Ikterus (Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten) mit gelegentlich milden gastrointestinalen Symptomen. Bei Personen mit Vorschädigung der Leber oder Immunsuppression kann es zu einem schweren Verlauf der Erkrankung oder auch zu einer Chronifizierung der Erkrankung kommen.

In vielen Ländern Asiens und Afrikas herrschen die Hepatitis E Viren der Genotypen 1 und 2 vor. Sie verursachen sporadische Infektionen und Ausbrüche, die in Zusammenhang zu mit menschlichen Fäkalien verunreinigtem Trinkwasser stehen. In Deutschland werden diese Genotypen vereinzelt bei Reiserückkehrern diagnostiziert. Eine Infektion mit dem Hepatitis E Virus Genotyp 1 kann bei Schwangeren zu einem schweren Verlauf der Erkrankung führen. Für Infektionen mit den in Europa zirkulierenden Viren der Genotypen 3 und 4 gibt es keine Hinweise, dass eine Schwangerschaft die Prognose der Erkrankung verschlechtert.

Epidemiologie

In industrialisierten Ländern galt die Hepatitis E- Erkrankung lange Zeit als Reiseerkrankung, mit der man sich bei einem Auslandsaufenthalt in endemischen Regionen in Asien, Mittelamerika und Afrika ansteckte.
Aktuell steigen jedoch die Hepatitis E- Meldezahlen in Deutschland, insbesondere die sogenannten autochthonen Erkrankungsfälle, die in keinem Zusammenhang mit einer Reise stehen und bei denen die Infektion in Deutschland erworben wurde. Die Ursache für die Zunahme an gemeldeten Erkrankungen ist bislang nicht bekannt. Sie ist jedoch höchstwahrscheinlich nicht auf eine tatsächliche Steigerung der Erkrankungszahlen beim Menschen zurückzuführen, sondern unter anderem auf eine gestiegene Aufmerksamkeit der Ärzteschaft für das Thema, sowie häufiger angewandte und sensiblere Diagnoseverfahren.

Übertragung

In den Industrieländern wird eine zoonotische Übertragung durch direkten Kontakt mit HEV-infizierten Tieren bzw. durch den Verzehr nicht oder nur unzureichend erhitzter Lebensmittel (Schweine- bzw. Wildfleisch und daraus hergestellter Produkte) angenommen.
Auch in Muscheln kann das Virus nachgewiesen werden, da diese als filtrierende Organismen das Virus anreichern können. Eine weitere Möglichkeit der Übertragung ist parenteral (z.B. durch kontaminierte Blutprodukte). Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung (z.B. unter Haushaltsangehörigen) ist bei reiseassoziierten HEV-1- und -2-Infek¬tionen durch Kontaktübertragung (Schmierinfektion) möglich. In Deutschland erworbene Infektionen durch HEV-3 scheinen (wenn überhaupt) jedoch nur extrem selten direkt von Mensch zu Mensch übertragbar zu sein. In Ländern mit wenig Ressourcen und niedrigem Hygienestandard wird das Virus (Genotyp 1 und 2) hauptsächlich durch die Aufnahme von fäkal verunreinigtem Wasser oder Lebens¬mitteln übertragen.

Diagnostik

Die Diagnosestellung einer Hepatitis E Infektion erfolgt in der Regel über den Nachweis von gegen das Hepatitis- E-Virus gerichteten Antikörpern im Blut. Bei nicht eindeutiger Klinik oder immunsupprimierten Patienten kann die Diagnostik um den direkten Erregernachweis aus dem Blut und / oder Stuhl erweitert werden.

Therapie

Bei immunkompetenten Hepatitis E- Erkrankten ist in der Regel keine Therapie notwendig und eine symptomatische Behandlung ausreichend. Bei Patienten mit einer chronischen Hepatitis E sollte eine Viruselimination angestrebt werden, um eine verlängerte Ausscheidungsdauer und die weitere Zerstörung des Lebergewebes zu verhindern.

Vorbeugende Maßnahmen

In Gebieten mit endemischer Verbreitung der Genotypen 1 oder 2 sollten Reisende die allgemeinen Regeln zur Vermeidung von lebensmittelbedingten Infektionen beachten.
In Deutschland und anderen Ländern mit Vorkommen des Genotyps 3 und 4 sollten Produkte von Schwein und Wild (z.B. Wildschwein, Reh und Hirsch), insbesondere Innereien, nur durchgegart verzehrt werden. Das Durchgaren bzw. Erhitzen auf = 71°C über mindestens 20 Minuten inaktiviert das Virus. Zur Vermeidung von Kreuzkontaminationen sollte auf eine gute Küchenhygiene geachtet werden.

Mehr zu diesem Thema

Allgemeine Informationen zum Thema