Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Aviäre Influenza (AI) (Geflügelpest):
Monitoringuntersuchungen 2017 bei gehaltenen Vögeln und Wildvögeln

Hintergrund

Eine Einschleppung der Geflügelpest in Geflügelbestände ist jederzeit möglich und muss frühzeitig erkannt werden, um eine weitere Ausbreitung und genetische Veränderungen des Virus zu verhindern. Infizierte Wildvögel stellen eine der möglichen Eintragsquellen dar. Das Programm der Bundesrepublik Deutschland zur Überwachung von Geflügel und Wildvögeln auf Aviäre Influenza sieht daher sowohl ein Screening der Hausgeflügelpopulationen als auch der Wildvogelpopulation vor.

Hausgeflügel-Monitoring

Im Rahmen des serologischen Hausgeflügel-Monitorings 2017 untersuchte das LGL 1.116 Blutproben von Hühnern, Puten, Enten, Gänsen und Vögeln aus sonstigen Haltungen auf Antikörper gegen das Aviäre Influenza-Virus (AIV). In 59 der untersuchten Proben wies das AIV Antikörper gegen das AIV nach. Über weitere differenzierende Untersuchungen zeigte das LGL jedoch in allen Fällen, dass es sich weder um Antikörper gegen H5-noch gegen H7-Subtypen handelte. Ein Geflügelpest-Geschehen schloss das LGL in diesen Fällen daher aus.

Wildvogelmonitoring

Für das virologische Wildvogel-Monitoring werden entweder erlegte Tiere (aktives Monitoring) oder klinisch auffällige bzw. tot aufgefundene Tiere (passives Monitoring) beprobt. Das aktive Monitoring ist dabei insbesondere für den Nachweis der im Reservoirwirt Wild-Wassergeflügel zirkulierenden niedrigpathogenen AIV (NPAIV) essenziell. Im Jahr 2017 untersuchte das LGL 244 Tiere im Rahmen des aktiven Monitorings und wies AIV in 17 Fällen nach. Eines der Virusgenome wurde vom LGL als Subtyp H5 diagnostiziert und vom Nationalen Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) als NPAIV H5N6 charakterisiert.
Anfang des Jahres 2017 lag der Fokus der Untersuchungen jedoch auf dem passiven Wildvogel-Monitoring, da sich die HPAIV in der Wildvogelpopulation ausbreitete und tote Wildvögel in ungewöhnlich hoher Anzahl aufgefunden wurden. Im gesamten Jahr 2017 untersuchte das LGL 1.098 Wildvögel im passiven Monitoring und detektierte AIV in 144 Fällen. In 61 der vom LGL an das FLI zur weiteren Charakterisierung weitergeleiteten Proben wurde der hochpathogene Subtyp H5 in 60 Fällen nachgewiesen

 

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