Herstellung von bestandsspezifischen Impfstoffen

Bestandsspezifische Impfstoffe werden unter Verwendung von Krankheitserregern, die aus einem Tierbestand isoliert wurden, hergestellt.

Diese Impfstoffe dürfen nur in dem Bestand, aus dem die Erreger stammen, angewendet werden. Wenn zugelassene Impfstoffe der pharmazeutischen Industrie fehlen oder wegen der Typenvielfalt der Erreger nicht ausreichend wirksam sind, stellen sie ein wertvolles Hilfsmittel zur Gesunderhaltung der Tierbestände dar.

In der Regel werden stallspezifische Impfstoffe aus bakteriellen Krankheitserregern hergestellt und meist vorbeugend zum Schutz von Tieren eines Bestandes vor Infektionskrankheiten eingesetzt. Hauptsächliche Anwendungsgebiete sind die Bekämpfung und Verhütung von Jungtierkrankheiten (z. B. Neugeborenendurchfälle) und Atemwegsinfektionen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Auch bei der Bekämpfung der Salmonellose werden sie mit Erfolg eingesetzt. Stallspezifische Impfstoffe werden parenteral, z. B. als Muttertierimpfstoff bei Neugeborenendurchfällen oder lokal als Schluck- oder Intranasalimpfstoff angewendet.

2017 stellte das LGL 248.390 Impfstoffdosen her. 44.380 dienten der parenteralen Verabreichung, davon entfielen 13.443 auf E. coli-Muttertierimpfstoffe für Schweine und 7.878 auf E. coli-Muttertierimpfstoffe für Rinder. Die restlichen 23.059 Dosen verteilten sich auf andere Tierarten (Schaf, Ziege, Kaninchen, Katze, Hund) und weitere bakterielle Erreger. Dabei standen Pasteurellen, Staphylokokken und Streptokokken beim Schwein sowie Pasteurellen und Salmonellen beim Rind im Vordergrund.

Von den 204.010 Impfstoffdosen zur lokalen Verabreichung handelte es sich größtenteils (200.420 Dosen) um Schluckvakzinen. Diese umfassen neben den 188.810 E. coli-Schluckvakzinen für Kälber und 9.800 für Ferkel auch 1.400 Dosen Salmonellen-Schluckvakzinen für Kälber. Außerdem wurden 410 Dosen E. coli-Impfstoff für Hunde bzw. Katzen hergestellt. Von den 3.590 intranasal zu verabreichenden Impfstoffdosen waren 640 für eine Impfung gegen Salmonellen bzw. 2.950 gegen Pasteurellen beim Rind vorgesehen.

Der Einsatz von intranasalen Salmonellenimpfstoffen hat sich bei der Bekämpfung der anzeigepflichtigen Rindersalmonellose sehr bewährt. Eine Eliminierung des Erregers oder zumindest Reduzierung der Zahl der Ausscheider konnte, gegebenenfalls mit zusätzlicher parenteraler Impfung oder Schluckimpfung der neugeborenen Kälber, in jedem Fall erreicht werden.

Voraussetzung für die Herstellung eines bestandsspezifischen Impfstoffes ist die Diagnose der Krankheitsursache und das Vorliegen eines Erregerisolates aus einem uns eingesandten Tierkörper, einereiner Kot- oder einer Tupferprobe. Auf dem Untersuchungsbefund wird vom Labor angegeben, wenn ein für die Impfstoffherstellung geeigneter Erreger isoliert wurde. Dieser wird für eine begrenzte Zeit aufgehoben und dann vernichtet, wenn nicht vorher vom behandelnden Tierarzt ein Aauftrag zur Asservierung oder Impfstoffherstellung erteilt wurde.

Der Versand von hergestellten bestandsspezifischen Impfstoffen erfolgt nach Prüfung auf Sterilität ausschließlich an den behandelnden Tierarzt.

Es wird gebeten die Impfstoffbestellung per Fax an das LGL zu richten.
Bitte füllen Sie dazu ein Bestellformular für Impfstoffe aus und senden dieses an folgende Faxnummer: 09131 6808-2692.

Weitere Informationen erhalten Sie im Impfstofflabor des LGL (Tel.: 09131 6808-2625).

In diesem Zusammenhang wird auch auf die Empfehlungen für die Entnahme und das Einsenden von Untersuchungsmaterial verwiesen.

Formulare finden Sie in unserem Download-Service.