Lebensbaumlogo Geschäftsbereich lebensministerium.bayern.de

Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Brucellose der Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen

Erreger

Der Erreger der Brucellose ist ein gramnegatives Stäbchenbakterium der Gattung Brucella (B.). Man unterscheidet je nach Tierart B. abortus (Rind), B. suis (Schwein) und B. melitensis (Schaf, Ziege).

Vorkommen und Übertragung

Brucellose kommt weltweit vor. Deutschland ist allerdings seit 1. Juli 1999 von der EU als frei anerkannt. Übertragen wird der Erreger vor allem durch orale Aufnahme und beim Deckakt, allerdings ist auch eine Infektion durch infizierte Sekrete (Milch, Harn, Kot, Nasensekret) möglich. Die Brucellose ist auch auf den Menschen übertragbar (Zoonose). Dies geschieht entweder über den direkten Kontakt oder über kontaminierte Lebensmittel.

Krankheitsbild

Die Virulenz der einzelnen Spezies ist wirtsabhängig. Die Hauptsymptome der Brucellose sind Aborte, Frühgeburten und Geburt toter oder lebensschwacher Nachkommen. Abgesehen von diesen Symptomen verläuft die Infektion meist symptomlos. In chronischen Fällen kann es zu Gelenks- und Euterentzündungen kommen. Bei männlichen Tieren kommt es vor allem zu Hoden- und Nebenhodenentzündungen und dadurch zur Verschlechterung der Deckleistung.

Diagnostik

Der Erregernachweis erfolgt hauptsächlich durch kulturelle Anzucht von Organmaterial, Nachgeburtsteilen, Blut oder Se- und Exkreten. Für Einzeltieruntersuchungen wird in der Routine ein Antikörpernachweis durchgeführt. Dazu stehen unterschiedliche serologische Methoden zur Verfügung wie ELISA, Komplementbindungsreaktion (KBR), Serumlangsamagglutination (SLA) und der Rose-Bengal-Test (RBT). Für die Überwachung der Bestände sind außerdem Tankmilchuntersuchungen mittels ELISA möglich.

Gesetzliche Regelungen, Referenzlabor

  • Verordnung zum Schutz gegen die Brucellose der Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen (BrucelloseV) vom 26. Juni 1972, in der Fassung vom 20. Dezember 2005
  • Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen in der jeweils gültigen Fassung
  • Nationales Referenzlabor: Friedrich-Loeffler-Institut, 07743 Jena

Mehr zu diesem Thema

Allgemeine Informationen zum Thema