Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Pflanzenschutzmittelrückstände in Honig – Untersuchungsergebnisse Mitte 2012 bis Ende 2014

Hintergrund der Untersuchungen

Das LGL untersucht seit Mitte 2012 die Honigproben bei der Untersuchung auf Pflanzenschutzmittelrückstände mit einem mehr als 500 Stoffe umfassenden Spektrum. Dabei wird auf folgende Stoffe aus der Gruppe der Neonicotinoide geprüft: Acetamiprid, Clothianidin, Dinotefuran, Imidacloprid, Nitenpyram, Thiacloprid und Thiamethoxam. Einige dieser Stoffe stehen in dem Verdacht, für Bienen besonders gefährlich zu sein.

Um die Belastungssituation in Bezug auf Pflanzenschutzmittelrückstände bei Honig zu prüfen, werden regelmäßig Proben untersucht. Der v orliegende Beitrag berichtet über die Ergebnisse aus dem Zeitraum Mitte 2012 bis Ende 2014.

Zusammenfassung

Im Berichtszeitraum wurden insgesamt 137 Proben Honig untersucht. Vier der Honigproben stammten aus ökologischer Erzeugung. Bei den anderen Proben war aus der Kennzeichnung nicht auf eine ökologische Erzeugung zu schließen, so dass diese dann als konventionell hergestellte Produkte behandelt wurden.
120 Proben stammten aus Deutschland, bei einer Probe war Kroatien als Herkunft angegeben. Bei den restlichen 16 Proben blieb die Herkunft ungeklärt.

Die Rückstandssituation stellte sich im betrachteten Zeitraum wie folgt dar. Der Anteil der rückstandsfreien Proben war mit 72 % erfreulich hoch. Bei 27 % der Proben fand das LGL Rückstände, die unter den zulässigen Höchstgehalten blieben. Lediglich bei einem Prozent (zwei Proben) lagen die gefundenen Rückstandsgehalte über den Grenzwerten (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Anteil rückstandshaltiger Honig-Proben – Mitte 2012 bis Ende 2014

Das Tortendiagramm zeigt, dass im Zeitraum von Mitte 2012 bis Ende 2014 der Anteil an rückstandsfreien Proben bei 72% lag, während 27 % der Proben Rückstände unterhalb der Höchstgehalte aufwiesen. Lediglich bei einem Prozent der Honig-Proben traten Höchstgehaltsüberschreitungen auf.

Abbildung 1: Anteil rückstandshaltiger Honig-Proben – Mitte 2012 bis Ende 2014

Ergebnisse im Detail

Einen Überblick über die Rückstandssituation gibt Tabelle 1. 98 der 137 Proben waren rückstandsfrei. Das LGL wies neun verschiedene Rückstände in den 39 rückstandshaltigen Proben nach. Im Gesamtdurchschnitt wurden 0,4 Rückstände pro Probe gefunden. Der höchste Einzelrückstand betrug 0,15 mg/kg für das Neonicotinoid Thiacloprid in einer Probe aus Deutschland. Der Wert blieb allerdings unter dem zulässigen Höchstgehalt für diesen Stoff von 0,2 mg/kg in Honig. Der durchschnittliche Gehalt der Proben lag in dem Bereich des strengen Grenzwertes für Säuglingsnahrung von 0,01 mg/kg.
Lediglich bei zwei Proben Honig traten Überschreitungen des zulässigen Rückstandshöchstgehalts auf. In der Probe Bio-Honig aus Kroatien wurde das Insektenabwehrmittel Diethyltoluamid (DEET) in einem Gehalt von 0,024 mg/kg gefunden, so dass der heranzuziehende Grenzwert von 0,01 mg/kg überschritten war. Die andere Probe mit einem überhöhten Rückstandsgehalt stammte aus Deutschland. Bei dieser fand das LGL einen Gehalt an Azoxystrobin von 0,018 mg/kg, der somit über dem zulässigen Grenzwert (0,01 mg/kg) lag.

Insgesamt gesehen ist Honig als gering belastet zu bewerten.

Tabelle 1: Ergebnisübersicht zu den Honigproben von Mitte 2012 bis Ende 2014
Herkunftsland Gesamt-zahl ohne R mit R kleiner als HG mit R größer als HG verschiedene Stoffe Anzahl R pro Probe 1) Gehalt R pro Probe 1) (mg/kg)
Deutschland 120 83 36 1 8 0,4 0,01
Kroatien 1 0 0 1 1 1 0,02
Ungeklärt 16 15 1 0 1 0,1 < 0,01
Gesamt 137 98 37 2 9 0,4 0,01
72% 27% 1%

R = Rückstand; HG = Höchstgehalt; 1) Durchschnitt

Der mit Abstand am häufigsten nachgewiesene Pflanzenschutzmittel-Wirkstoff war das Neonicotinoid-Insektizid Thiacloprid (Nachweis in 32 Proben) (Abbildung 2). Der zweite Wirkstoff aus dieser Gruppe, Acetamiprid, wurde viermal nachgewiesen. Weitere Rückstände an Neonicotinoid-Insektiziden traten nicht auf. Nachdem dreimal neben Thiacloprid auch Acetamiprid nachgewiesen wurde, enthielten 33 Proben Rückstände an Neonicotinoid-Insektiziden, die jedoch allesamt unterhalb der zulässigen Höchstgehalte blieben.

Das Balkendiagramm zeigt die in den Honigproben nachgewiesenen Stoffe. Das Neonicotinoid-Insektizid Thiacloprid wurde 32 Mal detektiert, je viermal das Insektizid Acetamiprid und das Herbizid Fluazifop. Dreimal fand das LGl das Fungizid Azoxystrobin und je zweimal die Fungizide Dimoxystrobin, Boscalid und Carbedazim. Das Insektizid Pirimicarb und das Repellent DEET wurden je einmal gefunden.

Abbildung 2: Nachgewiesene Stoffe und ihre Nachweishäufigkeit in Honig – Mitte 2012 bis Ende 2014

F = Fungizid, H = Herbizid, I = Insektizid, Rep. = Repellent

Mehrfachrückstände spielen bei Honig nur eine untergeordnete Rolle. Lediglich in 7 % der Proben fand das LGL mehr als einen Rückstand. Eine der drei Proben mit drei Rückständen enthielt den höchsten Gesamtgehalt an Rückständen unter allen untersuchten Proben. Neben dem höchsten Einzelrückstand Thiacloprid von 0,15 mg/kg lagen darin auch noch Rückstände von Boscalid (0,022 mg/kg) und Dimoxystrobin (0,020 mg/kg) vor. Bei sechs Proben wies das LGL zwei Rückstände nach (siehe Abbildung 3).

Das Säulendiagramm zeigt, dass in 98 Proben kein Rückstand und in 30 Proben ein Rückstand festgestellt wurde. In sechs Proben wurden zwei Rückstände nachgewiesen und in drei Probe jeweils drei Rückstände.

Abbildung 3: Rückstandszahlen in Honigproben – Mitte 2012 bis Ende 2014

Von den vier Honigproben aus ökologischer Erzeugung enthielten zwei Rückstände. Die eine Probe stammte von dem Bio-Honig aus Kroatien, der aufgrund der Grenzwertüberschreitung für DEET beanstandet wurde. Die andere Probe kam aus Deutschland und wies 0,045 mg/kg an Thiacloprid auf. Aufgrund dieses Nachweises wurde die Landesanstalt für Landwirtschaft um Überprüfung gebeten, ob der Honig tatsächlich nach den Anforderungen der EU-Öko-Erzeugnisse-VO erzeugt wurde.

Fazit

Die im Berichtszeitraum untersuchten Honigproben wiesen lediglich zu einem Prozent (zwei von 137 Proben) Höchstgehaltsüberschreitungen auf. Mehr als zwei Drittel der untersuchten Proben waren rückstandsfrei. Der durchschnittliche Gesamtrückstandsgehalt lag bei 0,01 mg/kg.

Somit ist Honig hinsichtlich der Pflanzenschutzmittel-Rückstände als gering belastet zu bewerten.

Mehr zu diesem Thema

Allgemeine Informationen zum Thema