Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Steinobst 2011

Hintergrund der Untersuchungen

Zum Steinobst gehören unter anderem Aprikosen, Pfirsiche, Nektarinen und Pflaumen. Aus botanischer Sicht werden diese Obstsorten der Familie der Rosengewächse zugeordnet.

Das gelbe Fruchtfleisch der Aprikosen weist hohe Gehalte an Mineralstoffen (vor allem Calcium, Phosphor, Eisen) und Vitamin C auf. Zudem enthält die Aprikose mehr Carotinoide (Provitamin A) als die meisten anderen Früchte. Vollreif gepflückte Aprikosen zeichnet ein hervorragendes Aroma aus. Jedoch werden die nicht mehr nachreifenden Früchte aufgrund der besseren Transportfähigkeit meist zu früh geerntet.

Heimische Aprikosen haben im Juni und Juli Saison, von Mai bis September werden zudem Früchte aus Spanien, Italien, Griechenland und der Türkei angeboten, während in den Wintermonaten vor allem Importe aus Südamerika (Chile) erhältlich sind.

Sie werden sowohl als Frischfrüchte als auch als Trockenfrüchte verzehrt. Zudem finden sie Verwendung in Marmelade und Spirituosen (z. B. Marillenlikör).

Pfirsiche und deren glattschalige Mutation, die Nektarine, haben weißes oder gelbes, saftreiches, aromatisches Fruchtfleisch. Auch Pfirsiche und Nektarinen sind reich an Mineralstoffen (wie Calcium, Phosphor und Eisen) und Vitaminen (Vitamin B1, B2, C und Provitamin A).

Die heimische Saison ist von Juli bis September, jedoch findet die Produktion überwiegend in klimatisch begünstigten Ländern wie Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland, USA (Kalifornien), Chile und Südafrika, statt. Bereits ab Mai bis September werden südeuropäische Früchte angeboten, während im Winter südafrikanische und südamerikanische Ware importiert wird.

Pfirsiche und Nektarinen werden hauptsächlich roh verzehrt, aber auch zu Kompott und Konfitüre verarbeitet.

Pflaumen gibt es in zahlreichen (über 2000) Sorten, die sich unter anderem in Größe, Form und Farbe unterscheiden. Zu den wichtigsten Sorten zählen die rundliche, blau bis violette Eier- oder Rundpflaume und die großfruchtige, ebenfalls runde Japanische Pflaume, die eine rote oder gelbe Haut besitzt und meist im Winter von der Südhalbkugel importiert wird. Die Zwetschge hingegen ist eine bedeutende heimische Pflaumensorte von länglicher Form mit spitzen Enden. Inzwischen ist Deutschland einer der größten Zwetschgen-Produzenten. Das feste, aromatische Fruchtfleisch der Zwetschge eignet sich zum Rohverzehr, aber ebenso zum Kochen, Backen und Einmachen. Auch die Reineclaude und die Mirabelle gehören zu den Hauptsorten der Pflaume.

Die europäische Pflaumenernte beginnt mit Lieferungen aus Italien, Frankreich und Spanien ab Mai, vom Balkan ab Juni. Deutsche Früchte haben von Juli bis September Saison. Im Winter werden auch Pflaumen aus Chile und Südafrika geliefert.

Das Steinobst ist druckempfindlich und nicht lange lagerfähig. Abhängig von der Sorte ist es anfällig für typische Krankheiten bzw. Schädlinge (z. B. Kräuselkrankheit des Pfirsichs, Frucht- und Zweigmonilla). Zur Sicherung der Erträge werden daher oft Pflanzenschutzmittel eingesetzt.

Um die Belastungssituation weiter zu verfolgen, wird Steinobst über die ganze Saison hinweg untersucht. Der vorliegende Beitrag berichtet über die Ergebnisse der von Mai bis Oktober 2011 durchgeführten Untersuchungen.

Zusammenfassung

2011 wurden insgesamt 116 Proben Steinobst aus dem Groß- und Einzelhandel untersucht. 108 Proben wurden konventionell erzeugt, acht Proben stammten aus dem ökologischen Anbau (Tabelle 1).

Tabelle 1: Differenzierung der untersuchten Steinobstarten 2011
untersuchte Steinobstarten Gesamtzahl konventioneller Anbau ökologischer Anbau
Aprikose 22 18 4
Kirsche 40 40 0
Nektarine 16 15 1
Pfirsich 13 13 0
Pflaume 25 22 3
Gesamt 116 108 8
93 % 7 %

Die Proben aus konventionellem Anbau stammten überwiegend aus Italien (27 %), gefolgt von Deutschland mit 21 % und Spanien mit 20 %. Die restlichen Proben kamen aus Frankreich (13 %), Türkei (9 %), Griechenland (2 %) und Marokko (1 %). Bei 6 % der Proben war das Herkunftsland nicht zu ermitteln.

Bei den Steinobstarten aus ökologischem Anbau wurden vier Proben aus Italien, zwei Proben aus Deutschland und je eine Probe aus Spanien und mit ungeklärter Herkunft vorgelegt.

Die Rückstandssituation beim konventionell angebauten Steinobst hat sich im Vergleich zu den Vorjahren wenig verändert. Nur 5 % der im Jahr 2011 untersuchten Proben waren rückstandsfrei, 93 % wiesen Rückstände unterhalb der zulässigen Rückstandshöchstgehalten (RHG) auf und bei 2 % waren die zulässigen Höchstgehalte überschritten (Abbildung 1). Somit nahmen zwar die Rückstandshöchstgehaltsüberschreitungen bezogen auf das Vorjahr leicht ab, auf der anderen Seite verringerte sich aber auch der Anteil an Proben ohne Rückstände.

Die Abbildung zeigt zwei Tortendiagramme. Im ersten Tortendiagramm wird angegeben, dass im Jahr 2010 der Anteil an rückstandsfreien Proben bei 8 % lag, während 88 % der Proben Rückstände unterhalb der Höchstgehalte und 4 % Rückstände über den Höchstgehalten aufwiesen. Das zweite Tortendiagramm zeigt, dass bei den 2011 untersuchten Steinobstproben aus konventioneller Erzeugung der Anteil an rückstandsfreien Proben bei 5 % lag, während 93 % der Proben Rückstände unterhalb der Höchstgehalte und 2 % der Proben Rückstände über den Höchstgehalten aufwiesen.

Abbildung 1: Anteil rückstandshaltiger Steinobstarten aus konventioneller Erzeugung 2010 und 2011

Ergebnisse im Detail

Um eine bessere Vergleichbarkeit zu gewährleisten, werden nachfolgend die Proben aus konventionellem und ökologischem Anbau separat betrachtet, da ein jährlich schwankender Anteil an Bio-Proben die Gesamtsituation verzerren würde.

Konventionell erzeugte Steinobstarten

Einen Überblick über die aktuelle Rückstandssituation geben die Tabellen 2, 3 und 4. Die Probenzahlen je Herkunftsland bzw. Steinobstart sind teilweise nur gering, sodass manche Aussagen statistisch nicht zu verallgemeinern sind. Im Mittel wurden 3,4 Rückstände pro Probe gefunden, der mittlere Rückstandsgehalt lag bei 0,17 mg/kg. Damit sind die untersuchten Steinobstarten als eher weniger stark belastet anzusehen.

Tabelle 2: Ergebnisübersicht konventionell erzeugter Steinobstarten mit Herkunftsdifferenzierung 2011
Herkunftsland Gesamt-zahl ohne R mit R kleiner als RHG mit R größer als RHG ver-schiedene Stoffe Anzahl R pro Probe 1) Gehalt R pro Probe 1) (mg/kg)
Deutschland 23 0 23 0 16 3,8 0,11
Frankreich 14 0 14 0 22 4,4 0,23
Griechenland 2 0 2 0 11 7,0 0,15
Italien 29 2 26 1 31 3,6 0,18
Marokko 1 0 1 0 3 3,0 0,38
Spanien 22 3 18 1 25 2,2 0,10
Türkei 10 0 10 0 15 3,3 0,33
ungeklärt 7 1 6 0 14 2,6 0,14
Gesamt 108 6 100 2 52 3,4 0,17
5 % 93 % 2 %
zum Vergleich
2010 142 12 125 5 74 4,2 0,18
8 % 88 % 4 %
2009 130 5 119 6 93 4,5 0,24
4 % 91 % 5 %
2008 108 10 95 3 57 4,3 0,18
9 % 88 % 3 %
R = Rückstand; RHG = Rückstandshöchstgehalt; 1) Durchschnitt

Bei Betrachtung der einzelnen Herkunftsländer fallen vor allem Italien und Spanien aufgrund je einer Rückstandshöchstgehaltsüberschreitung auf (Tabelle 2). Bei den anderen Herkunftsländern wurden die RHG nicht überschritten. Die höchste durchschnittliche Anzahl an Rückständen pro Probe mit 7,0 und der höchste durchschnittliche Gehalt pro Probe mit 0,38 mg/kg traten in den Proben aus Griechenland bzw. in der Probe aus Marokko auf. Aufgrund der geringen Probenzahl sind diese Ergebnisse nicht zu verallgemeinern. Betrachtet man nur die Herkunftsländer mit einer Mindestanzahl von zehn untersuchten Proben, liegen die Länder Frankreich mit durchschnittlich 4,4, Deutschland mit 3,8 und Italien mit 3,6 nachgewiesenen Rückständen pro Probe über dem Gesamtdurchschnitt von 3,4. Bezogen auf den durchschnittlichen Gesamtgehalt an Rückständen pro Probe liegt die Türkei an der Spitze mit 0,33 mg/kg, gefolgt von Frankreich und Italien mit 0,23 mg/kg bzw. 0,18 mg/kg. Die untersuchten deutschen Steinobstarten weisen hier mit 0,11 mg/kg einen niedrigen durchschnittlichen Gesamtgehalt pro Probe unterhalb des Gesamtdurchschnitts von 0,17 mg/kg auf.

Tabelle 3: Bayerische Erzeuger konventioneller Kirschen im Vergleich 2011
Herkunft Gesamt-zahl ohne R mit R kleiner als RHG mit R größer als RHG ver-schiedene Stoffe Anzahl R pro Probe 1) Gehalt R pro Probe 1) (mg/kg)
Bayern 8 0 8 0 10 4,0 0,13
Inland (ohne Bayern) 8 0 8 0 10 4,8 0,18
Ausland 24 0 23 1 25 2,8 0,20
Gesamt 40 0 39 1 29 3,4 0,18
0 % 98 % 2 %
R = Rückstand; RHG = Rückstandshöchstgehalt; 1) Durchschnitt

Vergleicht man nun beispielhaft Kirschen aus Bayern mit Kirschen aus den übrigen deutschen Bundesländern, so fällt auf, dass sowohl die Anzahl an nachgewiesenen Rückständen sowie der Gesamtgehalt an Rückständen pro Probe im Durchschnitt bei den heimischen Kirschen niedriger sind (Tabelle 3). Die Gegenüberstellung der deutschen Kirschen mit der ausländischen Ware zeigt, dass dort zwar eine geringere durchschnittliche Anzahl an Rückständen pro Probe vorhanden ist, der durchschnittliche Gehalt an Rückständen pro Probe ist bei den Kirschen aus dem Ausland jedoch höher.

Tabelle 4: Ergebnisübersicht konventionell erzeugter und häufig beprobter Steinobstarten 2011
Lebensmittel Gesamt-zahl ohne R mit R kleiner als RHG mit R größer als RHG ver-schiedene Stoffe Anzahl R pro Probe 1) Gehalt R pro Probe 1) (mg/kg)
Aprikose 18 0 18 0 29 4,5 0,24
0 % 100 % 0 %
Kirsche 40 0 39 1 29 3,4 0,18
0 % 98 % 2 %
Nektarine 15 1 14 0 25 3,9 0,24
7 % 93 % 0 %
Pfirsich 13 1 11 1 26 4,3 0,20
8 % 84 % 8 %
Pflaume 22 4 18 0 16 1,7 0,05
18 % 82 % 0 %
Gesamt 108 6 100 2 52 3,4 0,17
5 % 93 % 2 %
R = Rückstand; RHG = Rückstandshöchstgehalt; 1) Durchschnitt

Im Vergleich der untersuchten Kulturen (Tabelle 4) ist die Pflaume aktuell die am wenigsten belastete Steinobstart. Die Pflaumen wiesen den mit Abstand geringsten durchschnittlichen Gehalt pro Probe auf (0,05 mg/kg) und mit 1,7 Rückständen pro Probe enthielten die Pflaumen im Vergleich mit den übrigen Steinobstarten die niedrigste durchschnittliche Anzahl an Rückständen. Ebenso wiesen fast ein Fünftel der beprobten Pflaumen keine Rückstände an Pflanzenschutzmitteln auf. Das Schlusslicht aller beprobten Steinobstarten stellten in dieser Untersuchung die Aprikosen dar. Sowohl in der Anzahl an Rückständen (4,5) als auch im Gesamtgehalt (0,24 mg/kg) lagen die ermittelten Durchschnittswerte am höchsten. Genauso wie bei den Kirschen wurde keine Aprikosenprobe ohne Rückstände zur Untersuchung vorgelegt. Zwar enthielten die Nektarinen ebenfalls einen durchschnittlichen Gesamtgehalt von 0,24 mg/kg, die Anzahl der Rückstände pro Probe betrug hier im Mittel jedoch nur 3,9. Im direkten Vergleich zu den Aprikosen schnitten auch die Pfirsiche und die Kirschen besser ab. Die durchschnittlichen Gesamtgehalte lagen mit 0,20 mg/kg und 0,18 mg/kg unter dem Durchschnitt von Aprikose oder Nektarine.

Insgesamt wurden 2011 bei zwei Proben (2 %) die RHG überschritten (Tabelle 5). Betroffen waren die akarizid (gegen Milben), insektizid (gegen Insekten) und nematizid (gegen Fadenwürmer) wirksamen Stoffe Dimethoat in einer italienischen Kirschprobe sowie Chlorpyrifos in einer spanischen Pfirsichprobe.

Bei allen RHG-Überschreitungen wird eine toxikologische Risikoabschätzung durchgeführt. Dazu wird am Beispiel eines Kindes von zwei bis unter fünf Jahren überprüft, in welchem Maß bei einem einmaligen Verzehr die Akute Referenz Dosis (ARfD) ausgeschöpft ist. Bei deutlicher Überschreitung des ARfD-Wertes erfolgt eine Meldung an das Europäische Schnellwarnsystem (RASFF). Das war bei den vorliegenden Proben nach einer toxikologischen Einzelfallbewertung noch nicht erforderlich.

Tabelle 5: Rückstandshöchstgehaltsüberschreitungen bei konventionell erzeugten Steinobstarten 2011
Steinobstart Herkunftsland Anzahl RHGÜ Stoff Rückstands-Gehalt (mg/kg) zulässiger Höchstgehalt (mg/kg) ARfD-Aus-schöpfung (%)
Kirsche Italien 1 Dimethoat (A, I, N) 0,31 0,2 127
Pfirsich Spanien 1 Chlorpyrifos (A, I, N) 0,21 0,2 12
RHGÜ = Rückstandshöchstgehaltsüberschreitung, A = Akarizid, I = Insektizid, N = Nematizid

Insgesamt wurden 52 verschiedene Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe nachgewiesen. Die häufigsten Stoffe (häufiger als fünf Mal nachgewiesen) sind in der Abbildung 2 aufgelistet. Unter den aufgeführten 25 Pestiziden finden sich 14 Fungizide sowie acht Insektizide, ein Insektizid mit zusätzlicher akarizider Wirkung und zwei Insektizide mit zusätzlicher akarizider und nematizider Wirkung. Die drei häufigsten Wirkstoffe stammen aus der Gruppe der Fungizide.

Das Balkendiagramm zeigt die häufig nachgewiesenen Stoffe in Steinobstarten aus konventionellem Anbau in absteigender Reihenfolge. Das Fungizid Boscalid wurde 33-mal detektiert, gefolgt vom Fungizid Tebuconazol mit 29-mal. Das Fungizid Pyraclostrobin wurde in 20 Proben nachgewiesen, der akarizide, insektizide und nematizide Stoff Dimethoat sowie das Fungizid Fenhexamid in jeweils 19 Proben. Jeweils 17 Proben enthielten das Fungizid Cyprodinil sowie das Insektizid Etofenprox, gefolgt von den Insektiziden Acetamiprid und Thiacloprid mit Befunden in jeweils 16 Proben. Je 14-mal wurden der akarizide, insektizide und nematizide Stoff Chlorpyrifos, der akarizide und insektizide Stoff Cypermethrin sowie der fungizide Stoff Fenbuconazol nachgewiesen. Das Insektizid Lambda-Cyhalothrin wurden 13-mal, das Insektizid Imidacloprid wurde elf Mal nachgewiesen, gefolgt von dem Fungizid Fludioxonil in zehn Proben und dem Fungizid Carbendazim in acht Proben. In jeweils sieben Proben wurden die fungizid wirksamen Stoffe Iprodion, Myclobutanil und Trifloxystrobin sowie das Insektizid Pirimicarb detektiert, das Insektizid Spinosad war in sechs Proben enthalten. Das Insektizid Bifenthrin sowie die Fungizide Captan, Difenoconazol und Thiophanatmethyl lagen in jeweils fünf Proben vor.

A= Akarizid, F = Fungizid, I = Insektizid, N = Nematizid
Abbildung 2: Häufig nachgewiesene Stoffe in konventionell erzeugten Steinobstarten 2011

In drei Viertel der untersuchten konventionellen Proben wurden mehrere Stoffe gleichzeitig gefunden. So enthielten 49 Proben (45 %) zwei bis vier Rückstände, 28 Proben (26 %) fünf bis sieben Rückstände und vier Proben (4 %) acht bis zehn Rückstände (Abbildung 3).

Das Säulendiagramm zeigt, dass in sechs Proben kein Rückstand festgestellt wurde. Ein Rückstand wurde in 21 Proben nachgewiesen, zwei Rückstände in 15 Proben und drei Rückstände in 12 Proben. 22 Proben enthielten vier Rückstände, 15 Proben fünf Stoffe. In neun Proben wurden sechs verschiedene Komponenten nachgewiesen. Sieben verschiedene Stoffe wurden in vier Proben gefunden und acht Stoffe in einer Proben. In einer Probe wurden neun, in zwei Proben zehn Komponenten detektiert.

Abbildung 3: Mehrfachrückstände in konventionell erzeugten Steinobstarten 2011

Die Mehrfachbelastung mit zehn Stoffen trat jeweils in einer italienischen und griechischen Aprikosenprobe auf. Die Gehalte der einzelnen Rückstände lagen jedoch deutlich unter den jeweils zulässigen Rückstandshöchstgehalten.

Im Zusammenhang mit den Mehrfachrückständen spielen immer auch die Konzentrationen der nachgewiesenen Stoffe eine Rolle. Von den insgesamt 333 gefundenen Rückständen der 52 nachgewiesenen Wirkstoffe lagen 109 Rückstände unter 0,01 mg/kg. Somit lagen ein Drittel aller Rückstände unter dem strengen Grenzwert für Säuglingsnahrung. Der Konzentrationsbereich unter 0,01 mg/kg war in früheren Jahren sehr häufig nicht oder nur mit hohem analytischen Aufwand bestimmbar, sodass geringe Spuren oft nicht erfasst wurden. Mit den heutigen Analysentechniken sind solch niedrige Rückstandsgehalte jedoch meist einfacher und sicherer zu bestimmen.

Ein hoher Gehalt über 1 mg/kg war nur bei einem einzigen Rückstand zu finden und betraf den Stoff Cypermethrin in Kirschen, wobei der zulässige RHG von 2 mg/kg eingehalten wurde.

Ergebnisse ökologisch erzeugter Salatarten

Von den acht Proben aus ökologischem Landbau waren sieben Proben völlig rückstandsfrei (Tabelle 6). Eine Probe deutsche Bio-Pflaumen enthielt einen geringen Rückstand an Pirimicarb. Der Wirkstoff Pirimicarb ist in Deutschland für den Einsatz bei verschiedenem Steinobst im konventionellen Landbau zugelassen, die Anwendung im ökologischen Landbau ist jedoch nicht zulässig. Da es sich im vorliegenden Fall jedoch um einen sehr geringen Gehalt handelt, kommt als Ursache Abdrift oder eine Kontamination bei Verpackung oder Lagerung infrage, eine gezielte Anwendung des Wirkstoffs ist eher unwahrscheinlich.

Bei allen vorgelegten Bio-Steinobstarten wurden somit die Vorgaben aus dem ökologischen Landbau hinsichtlich Pflanzenschutzmittel-Rückständen eingehalten.

Tabelle 6: Ergebnisübersicht ökologisch erzeugter Steinobstarten 2011
Bio-Erzeugnisse Gesamt-zahl ohne R mit R kleiner als RHG mit R größer als RHG ver-schiedene Stoffe Anzahl R pro Probe 1) Gehalt R pro Probe 1) (mg/kg)
Steinobst 8 7 1 0 1 0,1 < 0,01
88 % 12 % 0 %
R = Rückstand; RHG = Rückstandshöchstgehalt; 1) Durchschnitt

Fazit

Die 2011 beprobten Steinobstarten wiesen im Vergleich zu den Ergebnissen des Vorjahres einen verringerten Anteil an Rückstandshöchstgehaltsüberschreitungen auf.

Pflaumen stellten mit einer geringen Anzahl an Rückständen und dem niedrigsten durchschnittlichen Gesamtgehalt pro Probe die im Untersuchungszeitraum am wenigsten belastete Steinobstart dar. Die höchste Anzahl an Rückständen und einen hohen durchschnittlichen Gesamtgehalt pro Probe war in den untersuchten Aprikosen enthalten.

Alle untersuchten Bio-Proben entsprachen den Anforderungen aus dem ökologischen Landbau.

Allgemein zählen die in dem vorliegenden Zeitraum untersuchten, konventionellen Steinobstarten weiterhin zu den eher gering belasteten Obstsorten.

Für den Verbraucher bedeutet dies, dass er nicht auf frisches Obst in seiner Ernährung verzichten sollte. Vielmehr sollen ihm die Informationen Hilfestellung bei seiner Einkaufs- und Verzehrsentscheidung geben. In jedem Fall sollten die Früchte gründlich vor dem Verzehr gewaschen werden.

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