Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Kopfsalat & Co: Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Salatarten von Januar bis August 2011

Hintergrund der Untersuchungen

Die Salatarten umfassen neben den Lactuca sativa-Varietäten wie Kopfsalat, Eisbergsalat, Bataviasalat, den Schnittsalaten oder Pflücksalaten (Eichblattsalat, Lollo bianco bzw. Lollo rosso) und Romanasalat auch Feldsalat, Rucola, Endivie oder Radicchio.

Kopfsalat gehört ganzjährig zu den beliebtesten Blattsalaten. Die äußeren, dunkleren Blätter sind besonders vitaminreich und von leicht bitterem Geschmack, die inneren, gelblichen schmecken milder, oft leicht süßlich.

Schnittsalat oder Pflücksalat bildet keinen "Kopf" und kann deshalb nach und nach von außen nach innen geerntet werden. Allerdings wird bei im Handel erhältlichen Salaten die ganze Pflanze geschnitten und angeboten. Zu den bekanntesten Schnittsalat-Formen gehört der Eichblattsalat, der von Frühling bis Spätsommer angeboten wird. Die eichblattförmigen Blätter sind sehr zart und haben einen nussartigen Geschmack. Ebenso wie beim Eichblattsalat können die krausen Blätter von Lollo bianco bzw. Lollo rosso grün oder durch Anthocyane rot gefärbt sein.

Rucola ist als Beimischung in grünem Salat besonders typisch für die Toskana, aber mittlerweile auch in Deutschland recht beliebt, denn er verleiht dem Salat einen frischen und würzigen Geschmack.

Der bekannteste Vertreter von Feldsalat, der "gewöhnliche Feldsalat", wird auch Acker- oder Rapunzelsalat genannt.

Aufgrund des ungünstigen Verhältnisses von Oberfläche zu Gewicht treten bei Salatarten oft deutlich höhere Rückstandsgehalte von Pflanzenschutzmitteln als bei anderen Gemüsesorten auf. Während bei anderen Kulturen in den meisten Fällen Grenzwerte im Bereich der Bestimmungsgrenze für lebensmittelrechtliche Beanstandungen verantwortlich sind, werden bei den Salatarten nicht selten höhere Grenzwerte überschritten. Solche Grenzwerte werden im Rahmen der Zulassung eines Pflanzenschutzmittels auf der Basis der guten landwirtschaftlichen Praxis festgelegt. Liegt ein Rückstand darüber, deutet dies auf eine Fehlanwendung des Pflanzenschutzmittels hin.

Um die Belastungssituation weiter zu verfolgen, wurden Salatarten in einer Schwerpunktuntersuchung im ersten Halbjahr 2011 besonders intensiv beobachtet. Der vorliegende Beitrag berichtet über die Ergebnisse der von Januar bis August 2011 bearbeiteten Proben (Stichtag für die Ergebnisse: 31.08.2011).

Zusammenfassung

Im Zeitraum Januar bis August 2011 wurden insgesamt 140 Proben Salatarten aus dem Groß- und Einzelhandel untersucht. 131 Proben wurden konventionell erzeugt, neun Proben stammten aus dem ökologischen Anbau. Einen Überblick, welche Proben dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zur Untersuchung vorgelegt wurden, liefert Tabelle 1.

Tabelle 1: Differenzierung der untersuchten Salatarten
(01/2011 bis 08/2011)
Salatart Gesamtzahl konventioneller Anbau ökologischer Anbau
Batavia 1   1
Eichblattsalat 16 13 3
Eisbergsalat 13 12 1
Endivie 2 2  
Feldsalat 19 18 1
Kopfsalat 43 42 1
Lollo-Arten 26 26  
Romanasalat 3 3  
Rucola 17 15 2
Gesamt 140 131 9
    94 % 6 %

Die Proben aus konventionellem Anbau stammten überwiegend aus Deutschland (50 %), gefolgt von Italien mit 25 %. Die restlichen Proben kamen aus Frankreich (9 %), Spanien (8 %), Belgien (5 %) und Griechenland (1 %). Bei je einer Probe Kopfsalat und Lollo bianco war das Herkunftsland nicht zu ermitteln.

Bei den Salatarten aus ökologischem Anbau wurden drei Proben aus Deutschland, zwei Proben aus Italien und je eine Probe aus Frankreich, Spanien, Österreich und mit ungeklärter Herkunft vorgelegt.

Die Rückstandssituation in den konventionell angebauten Salatarten hat sich im Vergleich zu den Vorjahren wenig verändert. Nur 11 % der bislang im Jahr 2011 untersuchten Proben waren rückstandsfrei, 85 % wiesen Rückstände unterhalb der zulässigen Höchstmengen auf und bei 4 % waren die zulässigen Höchstgehalte überschritten (Abbildung 1).

Die Abbildung zeigt zwei Tortendiagramme. Im ersten Tortendiagramm wird angegeben, dass im Jahr 2010 der Anteil an rückstandsfreien Proben bei 13 % lag, während 83 % der Proben Rückstände unterhalb der Höchstgehalte und 4 % Rückstände über den Höchstgehalten aufwiesen. Das zweite Tortendiagramm zeigt, dass bei den im Zeitraum von Januar bis August 2011 untersuchten Salatartenproben aus konventioneller Erzeugung der Anteil an rückstandsfreien Proben bei 11 % lag, während 85 % der Proben Rückstände unterhalb der Höchstgehalte und 4 % der Proben Rückstände über den Höchstgehalten aufwiesen.

Abbildung 1: Anteil rückstandshaltiger Salatarten aus konventioneller Erzeugung im Jahr 2010 und im Zeitraum 01/2011 bis 08/2011

Ergebnisse im Detail

Um eine bessere Vergleichbarkeit zu gewährleisten, werden nachfolgend die Proben aus konventionellem und ökologischem Anbau separat betrachtet, da ein jährlich schwankender Anteil an Bio-Proben die Gesamtsituation verzerren würde.

Konventionell erzeugte Salatarten

Einen Überblick über die aktuelle Rückstandssituation geben die Tabellen 2, 3 und 4. Die Probenzahlen je Herkunftsland bzw. Salatart sind teilweise nur gering, sodass manche Aussagen statistisch nicht zu verallgemeinern sind. Aus diesem Grund sind auch nur die am häufigsten beprobten Kulturen in der Tabelle 4 zusammengestellt. Im Mittel wurden 3,3 Rückstände pro Probe gefunden, der mittlere Rückstandsgehalt lag bei 1,26 mg/kg. Damit sind die untersuchten Salatarten im Lauf der Jahre weiterhin als eher stark belastet anzusehen.

Tabelle 2: Ergebnisübersicht konventionell erzeugter Salatarten mit Herkunftsdifferenzierung (01/2011 bis 08/2011)
Herkunftsland Gesamt-zahl ohne R mit R kleiner als HG mit R größer als HG ver-schiedene Stoffe Anzahl R pro Probe 1) Gehalt R pro Probe 1) (mg/kg)
Belgien 7 0 7 0 16 5,1 4,01
Deutschland 66 11 55 0 32 2,8 0,46
Frankreich 12 1 11 0 14 2,4 1,15
Griechenland 1 1 0 0 - - -
Italien 33 1 27 5 47 4,4 2,63
Spanien 10 0 10 0 13 3,1 0,06
ungeklärt 2 0 2 0 9 4,5 2,54
Gesamt 131 14 112 5 60 3,3 1,26
11 % 85 % 4 %
zum Vergleich
2010 195 25 163 7 69 3,4 1,18
13 % 83 % 4 %
2009 169 19 139 11 72 3,5 0,90
11 % 82 % 7 %
2008 208 30 159 19 70 3,4 1,55
14 % 77 % 9 %
R = Rückstand; HG = Höchstgehalt; 1) Durchschnitt

Bei Betrachtung der einzelnen Herkunftsländer fällt vor allem Italien aufgrund der Höchstgehaltsüberschreitungen auf. In keinem anderen Herkunftsland wurden Höchstgehaltsüberschreitungen festgestellt. Die höchsten durchschnittlichen Rückstände pro Probe mit 5,1 und der höchste durchschnittliche Gehalt pro Probe mit 4,01 mg/kg traten in den sieben Proben Salatarten aus Belgien auf. Aufgrund der geringen Probenzahlen ist dieses Ergebnis nicht unbedingt zu verallgemeinern. Die untersuchten deutschen Salatarten weisen einen erfreulich niedrigen durchschnittlichen Gesamtgehalt pro Probe auf (0,46 mg/kg) und auch die Anzahl an Rückständen liegt mit 2,8 unter dem Gesamtdurchschnitt von 3,3 Rückständen pro Salatprobe.

Die bayerischen Proben wiesen im Vergleich zu den Proben aus anderen Bundesländern und den ausländischen Salatarten die wenigsten Rückstände pro Probe auf (Tabelle 3). Der durchschnittliche Gehalt an Rückständen lag dabei genauso wie bei den übrigen deutschen Proben deutlich unter dem Durchschnitt bei ausländischer Ware. Während in den bayerischen Salatarten bei 18 % der konventionell erzeugten Proben keine Rückstände nachgewiesen wurden, waren 16 % der untersuchten Proben aus dem Inland und nur 5 % aus dem Ausland rückstandsfrei.

Tabelle 3: Bayerische Erzeuger konventioneller Salatarten im Vergleich
(01/2011 bis 08/2011)
Herkunft Gesamt-zahl ohne R mit R kleiner als HG mit R größer als HG ver-schiedene Stoffe Anzahl R pro Probe 1) Gehalt R pro Probe 1) (mg/kg)
Bayern 34 6 28 0 24 2,6 0,47
Inland
(ohne Bayern) 32 5 27 0 25 3,0 0,44
Ausland 65 3 57 5 54 3,9 2,07
Gesamt 131 14 112 5 60 3,3 1,26
    11% 85% 4%      
R = Rückstand; HG = Höchstgehalt; 1) Durchschnitt

Im Vergleich der häufig untersuchten Kulturen (Tabelle 4) ist Eisbergsalat aktuell die am wenigsten belastete Salatart. Obwohl in jeder Probe mindestens ein Rückstand vorhanden war, wiesen die Eisbergsalate den mit Abstand geringsten durchschnittlichen Gehalt pro Probe auf (0,04 mg/kg) und mit 2,5 Rückständen pro Probe enthielten die Eisbergsalate im Vergleich mit den übrigen Salatarten eine eher niedrige durchschnittliche Anzahl an Rückständen.

Tabelle 4: Ergebnisübersicht konventionell erzeugter und häufig beprobter Salatarten (01/2011 bis 08/2011)
Herkunft Gesamt-zahl ohne R mit R kleiner als HG mit R größer als HG ver-schiedene Stoffe Anzahl R pro Probe 1) Gehalt R pro Probe 1) (mg/kg)
Eichblattsalat 13 1 12 0 22 3,2 1,10
8% 92% 0%
Eisbergsalat 12 0 12 0 12 2,5 0,04
0% 100% 0%
Feldsalat 18 2 16 0 20 2,2 0,87
11% 89% 0%
Kopfsalat 42 6 34 2 40 4,3 2,14
14% 81% 5%
Lollo-Arten 26 3 23 0 26 3,2 0,80
12% 88% 0%
Rucola 15 1 12 2 26 2,9 1,52
7% 80% 13%
R = Rückstand; HG = Höchstgehalt; 1) Durchschnitt

Im direkten Vergleich zu den anderen Salatarten schnitten auch der Feldsalat und die Lollo-Arten (Lollo rosso und Lollo bianco) gut ab. Genauso wie bei den Eisbergsalat-Proben traten hier keine Höchstgehaltsüberschreitungen auf. Die durchschnittlichen Gesamtgehalte lagen mit 0,87 mg/kg und 0,80 mg/kg unter dem Gesamtdurchschnitt. Die beprobten Eichblattsalate wiesen die gleiche Anzahl an Rückständen pro Probe (3,2) wie die Lollo-Arten auf, aber einen höheren durchschnittlichen Gesamtgehalt pro Probe (1,10 mg/kg).

Der im betrachteten Zeitraum untersuchte Rucola wies bei einer mittleren durchschnittlichen Anzahl an Rückständen pro Probe von 2,9 einen vergleichsweise hohen mittleren Rückstandsgehalt pro Probe (1,52 mg/kg) auf. Rucola fiel bei zwei von 15 Proben (13 %) durch Bromidgehalte auf, die über dem zulässigen Höchstgehalt von 50 mg/kg lagen. Die Gehalte von anorganischem Bromid werden bei der Betrachtung der durchschnittlichen Rückstandsgehalte nicht berücksichtigt, denn sie würden das Rückstandsbild wegen der hohen Werte verzerren und Vergleiche nicht zulassen. Bromid kommt einerseits bereits in unterschiedlichen Konzentrationen natürlich im Boden vor, kann aber andererseits auch aus einer Behandlung mit bromhaltigen Begasungsmitteln zur Bekämpfung von Nematoden im Vorfeld des Anbaus stammen und liegt dann in deutlich höheren Mengen vor als die üblichen Pflanzenschutzmittel (Tabelle 4).

Das Schlusslicht aller beprobten Salatarten stellten in dieser Untersuchung die Kopfsalate dar. Zwei der 42 untersuchten Kopfsalatproben (5 %) wiesen Gehalte oberhalb der festgelegten Höchstmengen auf. Sowohl in der Anzahl an Rückständen (4,3) als auch im Gesamtgehalt (2,14 mg/kg) übertrafen die ermittelten Durchschnittswerte der anderen Salatarten deutlich. Auch wurde der höchste Einzelrückstand von 28,8 mg/kg Iprodion in einem italienischen Kopfsalat gefunden. Dieser Gehalt stellte eine Höchstgehaltsüberschreitung dar.

Insgesamt wurden im Zeitraum Januar bis August 2011 bei fünf Proben (4 %) für fünf Rückstände Höchstgehaltsüberschreitungen festgestellt (Tabelle 5). Betroffen waren vor allem fungizid (gegen Pilze) oder insektizid (gegen Insekten) wirksame Stoffe. Neben den oben erwähnten Höchstgehaltsüberschreitungen an Iprodion in Kopfsalat und anorganischem Bromid bei zwei Proben Rucola wiesen eine Probe Endiviensalat und eine weitere Probe Kopfsalat überhöhte Gehalte an Flonicamid bzw. Dicloran auf. Alle Proben mit Höchstgehaltsüberschreitungen stammten aus Italien.

Tabelle 5: Höchstgehaltsüberschreitungen bei konventionell erzeugten Salatarten
(01/2011 bis 08/2011)
Salatart Herkunftsland Anzahl HGÜ Stoff Rückstands-Gehalt (mg/kg) zulässiget Höchstgehalt (mg/kg) ARfD-Aus-schöpfung (%)
Kopfsalat Italien 1 Iprodion (F) 28,8 10 n. nw.
Kopfsalat Italien 1 Dicloran (F) 0,29 0,1 n. nw.
Rucola Italien 1 Bromid (F, H, I, N) 65,3 50 20
Rucola Italien 1 Bromid (F, H, I, N) 224,2 50 69
Endivie Italien 1 Flonicamid (I) 0,18 0,05 4
HGÜ = Höchstgehaltsüberschreitung, F = Fungizid, H = Herbizid, I = Insektizid, N = Nematizid
ARfD = Akute Referenz Dosis; n. nw. = nicht notwendig

Bei allen Höchstgehaltsüberschreitungen wird eine toxikologische Risikoabschätzung durchgeführt. Dazu wird am Beispiel eines Kindes von zwei bis unter fünf Jahren überprüft, in welchem Maß bei einem einmaligen Verzehr die Akute Referenz Dosis (ARfD) ausgeschöpft ist. Bei Überschreitung des ARfD-Wertes erfolgt eine Meldung an das Europäische Schnellwarnsystem (RASFF). Das war bei keiner der vorliegenden Proben erforderlich.

Insgesamt wurden 60 verschiedene Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe nachgewiesen. Die häufigsten Stoffe (häufiger als acht Mal nachgewiesen) sind in der Abbildung 2 aufgelistet. Unter den aufgeführten 18 Pestiziden finden sich elf Fungizide sowie fünf Insektizide, ein Insektizid mit zusätzlicher akarizider Wirkung und ein Herbizid. Die vier häufigsten Wirkstoffe stammen aus der Gruppe der Fungizide.

Das Balkendiagramm zeigt die häufig nachgewiesenen Stoffe in Salatarten aus konventionellem Anbau in absteigender Reihenfolge. Das Fungizid Boscalid wurde 48-mal detektiert, gefolgt vom Fungizid Iprodion mit 34-mal. Das Fungizid Propamocarb wurde in 27 Proben nachgewiesen, das Fungizid Azoxystrobin in 26 Proben. 24 Proben enthielten das Insektizid Imidacloprid, gefolgt von dem Fungizid Pyraclostrobin mit Befunden in 21 Proben sowie den Fungiziden Cyprodinil und Dimethomorph mit Befunden in jeweils 20 Proben. Das Fungizid Fludioxonil wurden 18-mal, das Fungizid Metalaxyl wurde 16-mal nachgewiesen. In jeweils 14 Proben wurde der fungizid wirksame Stoff Fenhexamid und das Insektizid Thiamethoxam detektiert, das Insektizid Pirimicarb war in 13 Proben enthalten. Der insektizid wirksame Stoff Acetamiprid wurde in zwölf Proben als Rückstand gefunden. Das Insektizid lambda-Cyhalothrin sowie das Herbizid Propyzamid lagen in jeweils elf, der akarizide und insektizide Stoff Cypermethrin sowie das Fungizid Mandipropamid in jeweils zehn Proben vor.

Abbildung 2: Häufig nachgewiesene Stoffe in konventionell erzeugten Salatarten (01/2011 bis 08/2011)

In mehr als zwei Drittel der untersuchten konventionellen Proben wurden mehrere Stoffe gleichzeitig gefunden. So enthielten 55 Proben (42 %) zwei bis vier Rückstände, 27 Proben (21 %) fünf bis sieben Rückstände und zehn Proben (8 %) acht bis zehn Rückstände. Eine Probe enthielt sogar elf Rückstände (Abbildung 3).

Das Säulendiagramm zeigt, dass in 14 Proben kein Rückstand festgestellt wurde. Ein Rückstand wurde in 24 Proben nachgewiesen, zwei Rückstände in 20 Proben und drei Rückstände in 17 Proben. 18 Proben enthielten vier Rückstände, 15 Proben fünf Stoffe. In acht Proben wurden sechs verschiedene Komponenten nachgewiesen. Sieben verschiedene Stoffe wurden in vier Proben gefunden und acht Stoffe in fünf Proben. In zwei Proben wurden neun, in drei Proben zehn und in einer Probe elf Komponenten detektiert.

Abbildung 3: Mehrfachrückstände in konventionell erzeugten Salatarten (01/2011 bis 08/2011)

Die Mehrfachbelastung mit elf Stoffen trat in einem belgischen Kopfsalat auf. Mit einem Gesamtrückstandsgehalt von 6,75 mg/kg war diese Salatprobe überdurchschnittlich belastet, jedoch lagen die Gehalte der einzelnen Rückstände meist weit unter den jeweils zulässigen Höchstgehalten.

Im Zusammenhang mit den Mehrfachrückständen spielen immer auch die Konzentrationen der nachgewiesenen Stoffe eine Rolle. Von den insgesamt 437 gefundenen Rückständen der 60 nachgewiesenen Wirkstoffe lagen 108 Rückstände unter 0,01 mg/kg. Somit lagen ein Viertel aller Rückstände unter dem strengen Grenzwert für Säuglingsnahrung. Der Konzentrationsbereich unter 0,01 mg/kg war in früheren Jahren sehr häufig nicht oder nur mit hohem analytischen Aufwand bestimmbar, sodass geringe Spuren oft nicht erfasst wurden. Mit den heutigen Analysentechniken sind solch niedrige Rückstandsgehalte jedoch meist einfacher und sicherer zu bestimmen.

Hohe Gehalte über 1 mg/kg waren bei 34 der einzelnen Rückstände (8 %) zu finden und betrafen überwiegend Stoffe, deren zulässige Höchstmengen in Salatarten zwischen 2 und 50 mg/kg liegen.

Ergebnisse ökologisch erzeugter Salatarten

Von den neun Proben aus ökologischem Landbau waren acht Proben völlig rückstandsfrei (Tabelle 6). Eine Probe italienischer Bio-Feldsalat enthielt einen Rückstand an Spinosad in einer sehr niedrigen Konzentration und einen geringen Gehalt an anorganischem Gesamtbromid. Spinosad ist in Deutschland für den Einsatz im ökologischen Landbau bei Feldsalat zugelassen, da es sich nicht um einen klassischen chemisch-synthetischen Wirkstoff handelt. Der Gehalt an anorganischem Bromid lag in einem Bereich, der auch auf einen natürlichen Ursprung zurückgeführt werden kann, sodass auch hier keine Auffälligkeit vorlag. Bei allen vorgelegten Bio-Salatarten wurden somit die Vorgaben aus dem ökologischen Landbau hinsichtlich Pflanzenschutzmittel-Rückständen eingehalten.

Tabelle 6: Ergebnisübersicht ökologisch erzeugter Salatarten (01/2011 bis 08/2011)
Herkunft Gesamt-zahl ohne R mit R kleiner als HG mit R größer als HG ver-schiedene Stoffe Anzahl R pro Probe 1) Gehalt R pro Probe 1) (mg/kg)
Salatarten 9 8 1 0 2 0,2 < 0,01
89 % 11 % 0 %
R = Rückstand; HG = Höchstgehalt; 1) Durchschnitt

Fazit

Die seit Januar 2011 beprobten Salatarten wiesen im Vergleich zu den Ergebnissen des Vorjahres einen gleichbleibenden Anteil an Höchstgehaltsüberschreitungen auf. Die Akute Referenz Dosis (ARfD) wurde in keinem Fall erreicht, sodass gesundheitliche Risiken mit der gebotenen Sicherheit auszuschließen sind.

Eisbergsalat stellte mit einer geringen Anzahl an Rückständen und dem niedrigsten durchschnittlichen Gesamtgehalt pro Probe die im Untersuchungszeitraum am wenigsten belastete Salatart dar. Die höchste Anzahl an Rückständen und den höchsten durchschnittlichen Gesamtgehalt pro Probe war in den untersuchten Kopfsalaten enthalten.

Erfreulicherweise schnitten die Proben von bayerischen Erzeugern sowie die Salatart-Proben aus anderen Bundesländern im Vergleich zu den ausländischen Salatarten deutlich besser ab.

Alle untersuchten Bio-Proben entsprachen den Anforderungen aus dem ökologischen Landbau.

Allgemein zählen die in dem vorliegenden Zeitraum untersuchten, konventionellen Salatarten weiterhin zu den eher stärker belasteten Gemüsesorten. Für den Verbraucher bedeutet dies jedoch nicht, dass er auf frischen, knackigen Salat in seiner Ernährung verzichten sollte. Vielmehr sollen ihm die Informationen Hilfestellung bei seiner Einkaufs- und Verzehrsentscheidung geben. In jedem Falle sollten die Salate gründlich gewaschen und die meist am stärksten belasteten älteren Blätter entfernt werden.

Mehr zu diesem Thema

Allgemeine Informationen zum Thema