Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Untersuchung von Schlachttieren auf nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAID) und Kortikosteroide – Untersuchungsergebnisse 2017

Hintergrund

Auch im Jahr 2017 untersuchte das LGL im Rahmen des Nationalen Rückstandskontrollplans zahlreiche Proben von Rind, Schwein, Schaf, Ziege, Pferd, Wild und Geflügel auf nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAID) und steroidale Entzündungshemmer (Kortikosteroide).
Seit 2014 liegt ein spezieller Untersuchungsschwerpunkt bei notgeschlachteten Rindern. Eine Notschlachtung außerhalb des Schlachthofs wird durchgeführt, wenn ein gesundes Rind aufgrund einer Verletzung nicht mehr zum Schlachthof transportiert werden kann. Das Fleisch kann in diesem Fall noch als Lebensmittel in Verkehr gebracht werden. Ergänzend untersuchte das LGL 2017 alle im Hemmstofftest positiv getesteten Rinder auf NSAID und Kortikosteroide. Ein positiver Hemmstofftest weist auf die Verwendung von Antibiotika hin. Im Rahmen von Antibiotikabehandlungen werden häufig auch Entzündungshemmer gegen Schmerzen, Entzündungen oder Fieber verabreicht, daher erweiterte das LGL das Untersuchungsspektrum bei hemmstoffpositiven Rindern entsprechend.

Mittels dreier verschiedener LC-MS/MS-Methoden untersuchte das LGLdie Muskulatur auf Rückstände von Kortikosteroiden sowie Niere und Leber auf zwei verschiedene Gruppen von nicht-steroidalen Entzündungshemmern.

Untersuchungsergebnisse

231 Muskelproben untersuchte das LGL auf Kortikosteroide. Hiervon waren drei Proben zu beanstanden: Ein Schweinemuskel enthielt 1,8 μg/kg Prednisolon. Dieser Wert liegt oberhalb der gesetzlich erlaubten Höchstmenge. Die Probe stammte von einem hemmstoffpositiven Tier und wurde aufgrund eines im Rahmen der Ermittlungen aufgetretenen Verdachtes zusätzlich auf Kortikosteroide untersucht.
Muskelproben von zwei Kühen überschritten mit 1,1 bzw. 1,7 μg/kg jeweils die zulässige Rückstandshöchstmenge von 0,75 μg/kg für Dexamethason. Eine der beiden Proben stammte ebenfalls von einem auf Hemmstoffe positiv getesteten Tier.
Die Muskelprobe eines weiteren hemmstoffpositiven Tieres enthielt ebenfalls Rückstände von Dexamethason oberhalb der Höchstmenge (0,81 μg/kg), war jedoch unter Berücksichtigung der Messunsicherheit nicht zu beanstanden.
Die Untersuchung auf NSAID umfasste 126 Nieren-, 109 Leber- und 297 Plasmaproben. In zwei Fällen wurden die festgelegten Rückstandshöchstmengen überschritten: Die Niere einer notgeschlachteten Kuh enthielt 3.100 μg/kg Meloxicam, das heißt fast das 50-fache des zulässigen Höchstwertes von 65 μg/kg. Die Leber einer ebenfalls notgeschlachteten Kuh enthielt mit 1.500 μg/kg 4-Methylaminoantipyrin, dem Hauptstoffwechselabbauprodukt des Wirkstoffes Metamizol, 15-mal so viel wie erlaubt. Höchstmengen sind so niedrig bemessen, dass auch eine Überschreitung nicht zu einer Gesundheitsgefährdung führt. Trotz der deutlichen Höchstmengenüberschreitung waren beide Proben daher nicht als gesundheitsschädlich einzustufen. Gleiches galt für Nieren von weiteren acht notgeschlachteten Rindern, in denen das LGL Rückstände von Ketoprofen feststellte. Ketoprofen ist ein zugelassener Wirkstoff ohne Höchstmengenbeschränkung. Die Gehalte lagen zwischen 46 und 4.300 μg/kg (Median: 1.250 μg/ kg).

Fazit und Ausblick

Im Jahr 2017 untersuchte das LGL erstmals alle hemmstoffpositiven Proben von Rindern auch auf Entzündungshemmer. Aus den Proben der neun untersuchten Tiere resultierten zwei Rückstandsbefunde, einer davon war zu beanstanden. Dies zeigt, dass es wichtig und richtig war, hemmstoffpositive Proben von Rindern auch auf Entzündungshemmer zur untersuchen. Auch bei der bereits seit einigen Jahren etablierten Schwerpunktuntersuchung von notgeschlachteten Rindern ergaben sich wie oben dargestellt 2017 wieder mehrere Rückstandsbefunde. Beide Programme werden daher 2018 fortgesetzt.