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  • Pressemitteilung

    04.03.2020
    Nr. 01/2020

    Humanbiomonitoring (HBM)-II-Werte für PFOA veröffentlicht - Landkreis Altötting

    Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und das Gesundheitsamt Altötting hatten im Jahr 2018 im Landkreis Altötting Blutuntersuchungen auf PFOA sowie andere perfluorierte Verbindungen durchgeführt. Dabei wurden für PFOA, wie schon zuvor im Trinkwasser, höhere Werte als in anderen Regionen Bayerns festgestellt.

    Nun hat die Kommission Human-Biomonitoring (HBM) des Umweltbundesamtes (UBA) HBM-II-Werte unter anderem für PFOA veröffentlicht, die zur gesundheitlichen Bewertung herangezogen werden können. Die jüngst vom UBA veröffentlichten HBM-II-Werte betragen für PFOA 10 µg/l für die Allgemeinbevölkerung und 5 µg/l für Schwangere und Frauen im gebärfähigen Alter im Blut.

    Im Jahr 2018 waren Blutproben von 965 Personen aus dem Landkreis Altötting auf PFOA untersucht worden. 906 dieser Personen gaben bei der Blutentnahme keine berufliche Belastung durch PFOA an. Bei 761 von 906 Personen waren die jetzt veröffentlichten HBM-II-Werte für PFOA in den im Jahr 2018 untersuchten Blutproben überschritten.

    Die HBM-II-Werte (sog. Maßnahmenwerte) entsprechen laut der HBM-Kommission im Falle von PFOA den Konzentrationen, bei deren Überschreitung nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Stand gesundheitliche Effekte möglich sind, aber nicht auftreten müssen. Eine konkrete Gesundheitsgefährdung ist im Landkreis Altötting nicht gegeben.

    Bei einer Überschreitung der HBM-II-Werte sind bei der betroffenen Bevölkerung Maßnahmen zur Verringerung der Belastung vorzunehmen und es ist den Betroffenen eine umweltmedizinische Beratung anzubieten. Entsprechende Maßnahmen hatte das Landratsamt Altötting  mit der Sanierung der Trinkwasserversorgungen veranlasst. Seit der Inbetriebnahme der Aktivkohle-Filteranlage in der Gemeinde Kastl im Oktober 2018 wird in allen öffentlichen Trinkwasserversorgungen des Landkreises Altötting der Trinkwasserleitwert für PFOA weit unterschritten. Damit ist die Aufnahme von PFOA über die bisher wichtigste Quelle, das Trinkwasser, im Landkreis Altötting nicht mehr relevant. Dadurch wird die PFOA-Konzentration im Blut der betroffenen Personen, wie schon in anderen Belastungsgebieten nachgewiesen, mittelfristig deutlich sinken und sich den Werten unbelasteter Regionen angleichen.

    PFOA geht auch in die Muttermilch über. Stillen hat jedoch vielfältige gesundheitliche Vorteile für Mutter und Kind. Daher empfiehlt das LGL nach wie vor auch Müttern aus dem Landkreis Altötting, entsprechend den bestehenden Empfehlungen zu stillen.

    Das Gesundheitsamt Altötting informiert die Menschen, die am Human-Biomonitoring teilgenommen haben direkt mit einem Schreiben. Das LGL und das Gesundheitsamt Altötting werden zudem Informationen für Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis anbieten. Für eine umweltmedizinische Beratung oder für Fragen zu Trinkwasser und Lebensmitteln stehen außerdem Ansprechpartner des LGL unter der Rufnummer 09131 6808-2497 oder per E-Mail an pfc@lgl.bayern.de zur Verfügung. Diese Rufnummer ist für Bürger, Kommunen und Behörden erreichbar jeweils Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 12 Uhr und Donnerstag von 13 bis 16 Uhr.

    Weitere Informationen unter: https://www.lgl.bayern.de/hbm-faq