Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Kohortenstudie 2005/2006–2009/2010: Wohnumwelt und Gesundheit von Kindern in Bayern

Folgestudie vier Jahre nach der Elternbefragung bei der Einschulungsuntersuchung mit den Themen körperliche Aktivität, Ernährung, Wohnumwelt und Gesundheit des Kindes

Der Sachbereich Arbeits- und Umweltepidemiologie des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) führte dieses Projekt im Rahmen der Gesundheitsinitiative Gesund.Leben.Bayern. des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit (StMUG) durch.

Hintergrund

Kinder sollen die Chance haben, in einem gesunden Wohnumfeld aufzuwachsen. Studien bei Erwachsenen in verschiedenen Ländern haben gezeigt, dass Charakteristika des bebauten Wohnumfelds wie z. B. Straßenverkehrsbelastung, Bewegungsfreundlichkeit, Sicherheit und Infrastruktur mit dem Ausmaß der körperlichen Aktivität und der Häufigkeit von Übergewicht zusammenhängen. Für Kinder liegen diesbezüglich jedoch noch wenige Daten vor. Ebenso sind Effekte der Lärmbelästigung auf die Kindergesundheit noch wenig untersucht. Im Rahmen der Gesundheits-Monitoring-Einheiten (GME) wurden bereits mehrfach bei der Schuleingangsuntersuchung Eltern zur Gesundheit und zu den Lebensbedingungen ihrer Kinder im Alter von fünf bis sieben Jahren befragt.

Diese Elternbefragungen haben beispielsweise ergeben, dass

  • der überwiegende Teil der Familien mit seinem Wohnumfeld zufrieden ist,
  • nur jeweils rund 4 % sich sehr stark oder stark durch Lärm, durch Luftschadstoffe oder dadurch beeinträchtigt fühlten, dass in ihrem Wohnumfeld keine zugänglichen Grünflächen vorhanden sind,
  • fast 10 % der Kinder in der Nähe der Wohnung draußen keinen Platz zum Spielen haben,
  • bei einem Viertel der Kinder der starke Straßenverkehr in der Wohngegend es nach Einschätzung der Eltern nicht zulässt, dass das Kind allein zum Spielen nach draußen geht,
  • die Gesundheit der Kinder von den Eltern doppelt so häufig als mittelmäßig bis sehr schlecht eingeschätzt wird, wenn die Familie an einer verkehrsreichen Straße wohnt und keine Grünflächen in der Nähe zugänglich sind,
  • Kinder, bei denen die Eltern eine mittelmäßige bis äußerst starke Lärmbelästigung durch Straßenverkehr am Tag berichten, häufiger Einschlafstörungen haben als Kinder, deren Eltern nicht über Lärmbelästigung klagen, und dass
  • Kinder, die häufig mit einem Ball spielen, Fangen spielen, klettern, Roller-, Rollschuh- oder Radfahren deutlich seltener adipös sind.

Zielsetzung der Folgebefragung

Zum ersten Mal wurden nun Eltern vier Jahre nach der ersten Befragung nochmals befragt. Diese wiederholte Befragung sollte zur Klärung folgender Sachverhalte beitragen:

  • Wie gut ist die auf die Gesundheit bezogene Lebensqualität von zehnjährigen Kindern in Bayern?
  • Wie häufig kommen Hyperaktivität und Konzentrationsprobleme bei Kindern im Alter von zehn Jahren vor?
  • Wie zufrieden sind Familien mit ihrem Wohnumfeld? Wie stark fühlen sie sich durch Lärm in ihrem Wohnumfeld beeinträchtigt?
  • Welche Bedingungen aus der Wohnumwelt fördern die körperliche Aktivität und gesundheitliche Entwicklung von Kindern im Alter zwischen sechs und zehn Jahren?
  • Können Programme zur Ernährungs- und Bewegungserziehung im Kindergarten
    • ein gesundes Ernährungsverhalten der Kinder bis zum Alter von zehn Jahren fördern?
    • die körperliche Bewegung von Kindern im Schulalter fördern?
    • Übergewicht von Kindern im Schulalter verringern?

Durchführung

Im Rahmen der Gesundheits-Monitoring-Einheiten (GME) wurde 2005/2006 bei der Schuleingangsuntersuchung eine Querschnittbefragung zur Gesundheit von Kindern im Alter von fünf bis sieben Jahren durchgeführt. Die hier beschriebene Folgebefragung wurde 2009/2010 von dem Gesundheitsamt Ingolstadt und dem Landratsamt Günzburg in allen Grundschulen durchgeführt. Erstmals wurden nun neben den Eltern auch die Kinder selbst im Alter von zehn Jahren befragt.

Projektpartner

Das Projekt wurde zusammen mit folgenden Partnern durchgeführt:

  • Gesundheitsamt Stadt Ingolstadt (Dr. Elisabeth Schneider),
  • Landratsamt Günzburg – Gesundheitsamt – (Dr. Roland Schmid),
  • Institut für Soziale Pädiatrie und Jugendmedizin, Ludwig-Maximilians-Universität München (Prof. Dr. Rüdiger von Kries, Dr. Otmar Bayer).

Projektergebnisse

Die Ergebnisse zu den vom LGL bearbeiteten Fragestellungen finden sich in Abschlussbericht Teil 1, die Ergebnisse zu den von dem Kooperationspartner an der LMU bearbeiteten Fragestellungen in Abschlussbericht Teil 2 (siehe"Downloads" rechts).

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