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  • Poliomyelitis (Kinderlähmung)

    Kinderlähmung (Poliomyelitis bzw. Polio) ist eine Viruserkrankung, die schwere Lähmungen unter anderem von Beinen, Armen und Atmungsorganen verursachen kann und häufig bleibende Schäden zurücklässt. Eine ursächliche Behandlung der ausgebrochenen Erkrankung gibt es nicht.

    Dank großer Impfkampagnen gibt es inzwischen in vielen Ländern keine Kinderlähmung mehr. Nach dem amerikanischen Kontinent und dem Westpazifik ist seit 2002 auch Europa nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) frei von Polio.

    Die weltweite Ausrottung der Kinderlähmung ist bisher aber noch nicht gelungen. Durch Reisen in nicht poliofreie Regionen (vor allem Pakistan und Afghanistan) oder durch Kontakt mit infektiösen Menschen ist bei fehlendem Impfschutz eine Ansteckung möglich.

    Impfung

    Es handelt sich um einen Impfstoff mit abgetöteten Erregern (Totimpfstoff), der in den Muskel injiziert wird. Im Gegensatz zu dem früher in Deutschland verwendeten Impfstoff enthält der jetzt empfohlene Impfstoff keine vermehrungsfähigen Erreger mehr. Die früher bestehende sehr geringe Gefahr einer Lähmung mit Assoziation zur Impfung ist somit ausgeschlossen.

    Es gibt Einzel-und Kombinationsimpfstoffe. Bei Säuglingen wird zur Grundimmunisierung ein Sechsfachimpfstoff empfohlen, der gleichzeitig gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Pertussis (Keuchhusten), Polio (Kinderlähmung), Hib (Haemophilus influenzae Typ b) und Hepatitis B gerichtet ist. Bei Jugendlichen wird zur Auffrischimpfung in der Regel ein Kombinations-Impfstoff gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung verwendet.

    Wer soll sich impfen lassen?

    Gegen Kinderlähmung sollte jeder einen vollständigen Impfschutz haben.

    Insbesondere Reisende in Regionen mit Infektionsrisiken, medizinisches Personal mit möglichem Kontakt zu Erkrankten, ggf. Mitarbeiter in Flüchtlingsunterkünften und ggf. Laborpersonal sollten ihre Impfdokumentation überprüfen lassen und bei fehlendem Impfschutz diesen vervollständigen.

    Alle Kontaktpersonen eines an Poliomyelitis Erkrankten sollten unabhängig vom Impfstatus eine Impfung erhalten.

    Zeitpunkt der Impfung

    Im Säuglingsalter, ab dem vollendeten 2. Lebensmonat, erfolgt bei Anwendung der empfohlenen Sechsfachimpfung eine dreimalige Impfung im Abstand von mindestens vier Wochen. Diese Grundimmunisierung wird mit der vierten Impfung nach vollendetem 11. bis 14. Lebensmonat abgeschlossen.

    Für Jugendliche im Alter von 9 bis 17 Jahren wird eine Auffrischimpfung empfohlen.

    Häufigste Impfreaktionen

    Es können Rötung, Schwellung und leichte Schmerzen an der Impfstelle auftreten. Fieber und Kopfschmerzen werden selten beobachtet.

    Weitere Informationen zu Polio auf der Seite der BZgA und des RKI.

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