Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Affenpocken: Die wichtigsten Fragen und Antworten

1. Wie äußert sich eine Infektion?

Symptome der Krankheit können Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen und geschwollene Lymphknoten sein. Einige Tage nach dem Auftreten von Fieber entwickeln sich Hauteffloreszenzen (Ausschläge) in Form von Rötungen und Bläschen, welche im späteren Verlauf verkrusten und abfallen. Die Hauteffloreszenzen beginnen häufig lokal und breiten sich dann auf andere Körperteile aus. Der Virusnachweis erfolgt in der Regel durch Untersuchung der Hauteffloreszenzen (z. B. Bläschenflüssigkeit, Pustelinhalt, Krusten), oder gegebenenfalls durch Untersuchung von Material aus Tupfern von Hautläsionen oder anderem klinischen Material während der akuten Krankheitsphase mittels PCR.

2. Gibt es eine Impfung

Aufgrund der Ähnlichkeit der Viren schützen Impfstoffe, die zum Schutz vor den echten Pocken (Variola) entwickelt wurden, auch vor Affenpocken. In der EU, u.a. auch in Deutschland, ist ein Pocken-Impfstoff zugelassen (Imvanex). Die STIKO gibt folgende Impfempfehlung für Personen ab 18 Jahren:

  1. Postexpositionsprophylaxe nach Affenpocken-Exposition
  2. Indikationsimpfung für Personen mit einem erhöhten Expositions- und Infektionsrisiko

Bei eingeschränkter Verfügbarkeit des Impfstoffs sollte die Postexpositionsprophylaxe bevorzugt exponierten Kontaktpersonen angeboten werden. Darüber hinaus sollten gemäß Empfehlung der STIKO generell Personen mit einer erhöhten Gefahr für einen schweren Verlauf (z.B. Personen mit stark geschwächtem Immunsystem, Immundefizienz) bevorzugt geimpft werden.

Weitere Informationen dazu finden Sie hier:

3. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Therapie ist in erster Linie auf die Linderung von Symptomen ausgelegt, wichtig ist das Verhindern bakterieller Superinfektionen. Ein zur Behandlung von Orthopockenvirus-Infektionen entwickeltes Arzneimittel, Tecovirimat, wurde 2022 in der EU auch zur Behandlung des Affenpockenvirus zugelassen. Ob in einzelnen Fällen eine medikamentöse Therapie erforderlich ist, entscheidet der behandelnde Arzt.

RKI: Arbeitskreis STAKOB: Hinweise zur Therapie von Affenpocken (27.5.2022)

4. Wie kann man sich schützen?

Bei einem Aufenthalt in West- bzw. Zentralafrika gilt es, engen Kontakte zu potenziell infizierten Tieren (verschiedene Nagetiere, Affen) zu vermeiden. Des Weiteren sollten Hygienemaßnahmen beim Umgang mit Erkrankten eingehalten werden: Händehygiene, Vermeiden des direkten Hautkontakts (speziell der Kontakt zu den Hautausschlägen und dem entstehenden Schorf des Erkrankten), wegen möglicher Tröpfcheninfektion Abstand halten und, wenn dies nicht möglich ist, Verwendung einer FFP2-Maske. Für medizinischen Personal, das Kontakt mit Erkrankten oder Erkrankungsverdächtigen hat, wird das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung empfohlen bestehend aus: Schutzkittel, Einweghandschuhen, Schutzbrille und Haube sowie einer Atemschutzmaske (mindestens FFP2).

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