Gentechnisch veränderte Zierfische in Bayern entdeckt

Bei einer Routineinspektion in einer Zoohandlung im Mai durch ein staatliches Veterinäramt fielen Zebrafische mit roteDas Bild zeigt den im Text erwähnten gentechnisch veränderten Zierfischr Färbung auf. Die im Handel als „Bärblinge Gold“ gekennzeichneten Fische unterschieden sich aufgrund ihrer auffälligen roten Pigmentierung signifikant von ihren natürlich vorkommenden graublau/silbernen Artgenossen. Die Fische ähnelten gentechnisch veränderten Zierfischen, die ein Gen für ein rot fluoreszierendes Protein aus einer Seeanemonenart besitzen. In der EU verfügen gentechnisch veränderte Fische bisher über keine Marktzulassung und sind somit nicht verkehrsfähig.

Die Ermittlungen des staatlichen Veterinäramtes ergaben, dass die Zoohandlung die Fische von einem Händler aus Tschechien bezogen hatte.

Untersuchungen am LGL

Zur Abklärung des Verdachts wurden die Fische dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) übergeben. Das LGL ist in Bayern zuständig für Laboruntersuchungen im Zusammenhang mit dem Vollzug des Gentechnikgesetzes.

Die molekularbiologischen Analysen des LGL bestätigten, dass es sich bei den Tieren um gentechnisch veränderte Fische handelt. Es konnten die für fluoreszierende, gentechnisch veränderte Fische charakteristischen Genbereiche nachgewiesen werden.

Aufgrund dieser Untersuchungsergebnisse wurden die gentechnisch veränderten Zierfische sichergestellt und aus dem Handel genommen.

Hintergrund

Gentechnisch veränderte Zebrafische (Zebrabärblinge, Danio rerio) werden in der Grundlagenforschung z. B. für Studien zur Wirbeltierentwicklung als Modellorganismus eingesetzt. Bei solchen Projekten werden fremde Gene auf Zebrafische übertragen, um ihren Einfluss auf die Entwicklung der Fische gezielt untersuchen zu können. Um die Übertragung der Gene auf die Fische verfolgen zu können, werden bei den Experimenten zusätzliche sogenannte „Markierungsgene“ auf die Fische übertragen. Häufig verwendet werden Gene, die die Bildung von fluoreszierenden Proteinen im gentechnisch veränderten Tier bewirken, da sich so eine Genübertragung optisch nachweisen lässt.

Fluoreszenzgene werden auch für die Erzeugung von gentechnisch veränderten Zierfischen verwendet. Fluoreszierende Zierfische sind zum Beispiel in den USA zugelassen und im Handel erhältlich. In der EU verfügen solche Fische über keine Marktzulassung und sind somit nicht verkehrsfähig.

In Deutschland tauchten nicht zugelassene, gentechnisch veränderte Zierfische erstmals in Kiel im März dieses Jahres auf.

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