Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Alternative Legehennenhaltung – Hintergrund

Schon vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts hat die Anzahl der vermarkteten Eier aus alternativen Haltungssystemen kontinuierlich zugenommen. In nächster Zeit dürfte für diese Haltungsformen – trotz der extrem schwierigen ökonomischen Vermarktungssituation – ein weiterer Schub nachfolgen.

Boden- und Freilandhaltung

Die rechtlichen Mindestanforderungen an die Legehennenhaltung ergeben sich aus der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in Verbindung mit der EU-Vermarktungsnorm. Um Eier mit den Begriffen „Bodenhaltung“ oder „Freilandhaltung“ kennzeichnen zu dürfen, müssen über originär im Tierschutzrecht verankerte Anforderungen noch weitere Kriterien erfüllt sein: zum Beispiel mindestens 4 qm Auslauffläche pro Tier bei Freilandhaltung und gegebenenfalls die Ausstattung der Freilaufflächen mit Unterschlupf- und Tränkeeinrichtungen. Für die Kennzeichnung der Eier muss jeder Betrieb nach dem Legehennenbetriebsregistergesetz registriert werden. Die Überprüfung der Betriebe zur Registrierung führen in Bayern – in Amtshilfe für das Landesamt für Landwirtschaft – die Veterinärbehörden durch.

Vorteile

Aus Sicht der Verhaltensforschung ist die alternative Haltung gegenüber der Käfighaltung mit zahlreichen Vorteilen verbunden. Viele Verhaltensweisen aus den Funktionskreisen des Sozial-, Ruhe-, und Komfortverhaltens, des Bewegungs- und Nahrungsaufnahmeverhaltens sowie des Eiablageverhaltens können im Käfig nicht oder nur sehr eingeschränkt ausgeübt werden.

Nachteile

Andererseits ist die alternative Haltung mit Problemen konfrontiert, die bei der Käfighaltung bislang keine oder nur eine geringe Rolle gespielt haben. Beispiele sind die Eingewöhnung der Junghennen in verschiedene Haltungssysteme, außerhalb der vorgesehenen Nester gelegte Eier, das Auftreten von Krankheiten und Parasitenbefall mit entsprechend notwendigem Impfstoff- und Arzneimitteleinsatz, Federpicken und Kannibalismus oder die Aufnahme von Schadstoffen aus dem Boden.

Zudem stellt die Alternativhaltung ein größeres ökonomisches Risiko dar als die Käfighaltung. Denn durch zahlreichere Einflussfaktoren im Laufe einer Legeperiode können hohe Tierverluste auftreten.

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