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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Toxoplasmose

Erreger

Toxoplasma gondii ist ein einzelliger Parasit (Protozoon) vieler Säugetiere und Vögel, der in eine Vielzahl von Wirtszellen eindringen und sich ungeschlechtlich durch Teilung vermehren kann. Eine geschlechtliche Vermehrung findet jedoch nur in Katzen und anderen Feliden als Endwirten statt.


Verbreitung und Übertragungswege

Toxoplasma gondii ist weltweit verbreitet. In Mitteleuropa sind je nach Altersgruppe bis zu 70 % der Menschen mit diesem Parasiten infiziert. Infektionen in Europa und Nordamerika erfolgen vermutlich hauptsächlich durch nicht durchgegartes Fleisch, denn bei Vegetariern werden regelhaft geringere Inzidenzen beobachtet. Infektionen können v. a. auch durch Oozysten erfolgen, die mit dem Kot von Katzen ausgeschieden werden. Unter den Katzen als Endwirten sind freilaufende und streunende Katzen betroffen, Wohnungskatzen hingegen kaum.

Krankheitsbild

Das Krankheitsbild der menschlichen Toxoplasmose ist mannigfaltig. Die Erstinfektionen immunkompetenter Patienten verlaufen oft unbemerkt. Selten werden Lymphknotenschwellungen mit Fieber, Myokarditis, Hepatitis oder andere Organmanifestationen beobachtet. Gefürchtet sind jedoch Erstinfektionen von Schwangeren mit Übertragung des Erregers auf das ungeborene Kind. Dort werden dann häufig schwere Schädigungen, vor allem Läsionen in Gehirn und Augen beobachtet. Weiterhin ist die Toxoplasmose eine opportunistische Erkrankung bei Immunsuppression.

Oozysten-ausscheidende Endwirte (Katzen) zeigen meist keine klinischen Symptome.

Diagnostik

Abbildung 2: Lunge eines Hundes mit immunhistologischem Nachweis von Toxoplasma gondii-Tachyzoiten.

Abbildung 2: Lunge eines Hundes mit immunhistologischem Nachweis von Toxoplasma gondii-Tachyzoiten

Standardmethode zum Nachweis einer menschlichen Toxoplasmeninfektion ist der Nachweis spezifischer Serum-Antikörper. Mikroskopie, Lymphknotenhistologie mit kleinherdigen Epitheloidzell-Reaktionen, Lymphfollikel-Hyperplasien und Perilymphadenitis sind ebenso Alternativen wie der Versuch einer Erreger-Isolation, bei Immundefekten aus Blut, Liquor oder Bronchiallavage, in der Pränatal-Diagnostik aus Fruchtwasser.

Bei Katzen können die Oozysten im Kot durch Flotationsverfahren mikroskopisch nachgewiesen werden. Dabei ist zu beachten, dass dies nur in der Hauptausscheidungsphase gelingt, welche nur wenige Tage dauern kann. Spezifische Antikörper können im Blut serologisch nachgewiesen werden. Hier gilt zu beachten, dass die Antikörper meist erst 2-4 Wochen nach der Infektion nachweisbar sind.

Die Toxoplasmose bei anderen Tieren kann im Rahmen von Sektionen durch mikroskopischen Erregernachweis und mittels molekularbiologischer Verfahren geführt werden.

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