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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Konservierungsstoff Phenoxyethanol in Babypflegeprodukten - Untersuchungsergebnisse 2014

Phenoxyethanol darf nach europäischem Kosmetikrecht bis zu einem Gehalt von 1 % in kosmetischen Mitteln eingesetzt werden. In dieser Konzentration gilt es bislang als unbedenkliche Substanz, die häufig in Kosmetika eingesetzt wird, um eine mögliche Verkeimung der Produkte während des Gebrauchs zu verhindern. Die französische Arzneimittelbehörde meldete im Rahmen einer Risikoabschätzung hinsichtlich der Verwendung von Phenoxyethanol in Kosmetika Bedenken an und verwies auf Tierversuche, die auf eine leberschädigende Wirkung dieses Konservierungsstoffes hindeuten. Die französischen Arzneimittelexperten setzen sich dafür ein, dass Phenoxyethanol in kosmetischen Mitteln für Kinder unter drei Jahren nur noch bis zu einer Höchstmenge von 0,4 % und in Produkten für den Windelbereich für diese Altersgruppe überhaupt nicht mehr eingesetzt werden soll. Offensichtlich bestehen auch in anderen Mitgliedsstaaten der EU ähnliche Bedenken, weshalb die Bitte an den wissenschaftlichen Ausschuss der Europäischen Kommission für Verbrauchersicherheit (SCCS) herangetragen wurde, Phenoxyethanol unter den oben genannten Anwendungsbedingungen erneut zu beurteilen. Die wissenschaftliche Bewertung dieses Gremiums steht zwar noch aus, dennoch hat das LGL die aufgeworfene Problematik zum Anlass genommen, die Häufigkeit und die Einsatzmenge von Phenoxyethanol in einer breit gefächerten Produktpalette von derzeit auf dem Markt befindlichen kosmetischen Mitteln – vorzugsweise für Babys und Kleinkinder – zu untersuchen.

Untersuchungsergebnisse

Das Kontingent von 62 Proben setzte sich zusammen aus Sonnenschutzmitteln für Kinder, Babybädern, Babypflegelotionen, Babyshampoos und Feuchttüchern. Die Resultate sind in der Tabelle zusammengestellt.

Tabelle 1: Phenoxyethanol in kosmetischen Mitteln zur Babypflege
Phenoxyethanol Sonnenschutz-mittel Feuchttücher Babyshampoos Babylotionen Babybäder
Gesamtanzahl Proben 11 11 11 16 13
Anzahl Proben ohne Phenoxyethanol 10 2 8 8 13
Anzahl Proben mit Phenoxyethanol 1 9 3 8 0
Gehaltsbereich (%) 0,45 0,26 - 0,63 0,21 - 0,46 0,44 - 0,98  

In der Gruppe der untersuchten Babybäder war Phenoxyethanol nicht nachweisbar und auch die Produktgruppe der Sonnenschutzmittel erwies sich weitgehend frei von Phenoxyethanol. Nur ein Erzeugnis enthielt diesen Konservierungsstoff. Auch die Mehrzahl der Babyshampoos wurde ohne Phenoxyethanol haltbar gemacht, nur bei drei Erzeugnissen wählten die Hersteller diese konservierende Substanz. Ein anderes Bild zeigte sich bei den Babylotionen und den Feuchttüchern: Acht von 16 Babylotionen waren mit Phenoxyethanol konserviert. Bei den Feuchttüchern stellte das LGL bei neun von elf untersuchten Proben diesen Konservierungsstoff fest. Bemerkenswert bei den Babylotionen ist, dass bei drei der acht positiven Proben die Phenoxyethanolgehalte über 0,9 % und damit sehr nahe am Grenzwert lagen. Die nach derzeit gültiger Rechtslage bestehende Höchstmenge von 1 % wurde jedoch in allen Babypflegeprodukten eingehalten. Falls die wissenschaftlichen Sachverständigen des SCCS die Bedenken der französischen Arzneimittelbehörde teilen und die Höchstmengenabsenkung von Phenoxyethanol in Produkten für Babys und Kleinkinder bzw. das Anwendungsverbot dieses Konservierungsstoffes im Windelbereich vorschlagen, würde sich dies nach den vorliegenden Untersuchungen am stärksten auf die Produktgruppe der Feuchttücher auswirken. Da 82 % der Feuchttücher mit Phenoxyethanol konserviert waren, dürften sie mit der derzeitigen Zusammensetzung nicht mehr auf dem Markt bereitgestellt werden. Auch bei der Hälfte der Babylotionen müsste die Rezeptur geändert werden, da sie Phenoxyethanol in Konzentrationen über 0,4 % enthalten. Bei den anderen Produktgruppen wären nur in Einzelfällen Anpassungen oder Änderungen in der Konservierung erforderlich. Diese Ergebnisse zeigen, dass ein mögliches Verbot bzw. eine Reduzierung der Höchstmenge von Phenoxyethanol in Baby- und Kleinkinderprodukten durchaus Auswirkungen hätte. Die Hersteller sollten daher Alternativen für die derzeitig angewandten Konservierungssysteme suchen und deren Effektivität prüfen.

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