Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Naturhaarfarben - Untersuchungsergebnisse 2010

Im Gegensatz zu den synthetisch hergestellten chemischen Haarfarbstoffen enthalten Haarfärbemittel auf pflanzlicher Basis naturgegebene färbende Inhaltsstoffe. Mittlerweile ist es möglich, fast die gesamte Palette an Haarfarbnuancen von blond bis schwarz zu erzielen.

Hauptkomponente bei den meisten Produkten ist Henna, ein Extrakt aus der Pflanze Lawsonia inermis, der allein für sich verwendet die Haare leuchtend rot färbt. Hauptverantwortlich für die Färbung ist der Inhaltsstoff Lawson, ein Naphthochinonderivat. Durch Zusätze verschiedener farbgebender Kräuter und Früchte werden diverse Farbrichtungen erzielt.

Das LGL prüfte unter anderem auf das Vorkommen von nicht deklarierten, synthetischen Haarfarbstoffen in den vorgelegten Naturhaarfarben; diese konnten jedoch in keinem Produkt nachgewiesen werden. An den rein pflanzlichen Produkten führte das LGL auch mikrobiologische Untersuchungen durch. Von insgesamt 13 untersuchten Proben wurden in zehn Produkten auf Pflanzenbasis erhöhte Keimzahlen festgestellt.

In den Pflanzenhaarfarben wurden Gesamtkeimzahlen zwischen 7,4 x 104 bis 2,9 x 107 Keime im trockenen Pulver gezählt. Bei der Keimdifferenzierung zeigten sich auch pathogene (eine Probe) und fakultativ pathogene Keime. Diese Produkte sollen vom Verbraucher vor der Verwendung mit kochendem Wasser vorbereitet werden. Durch diese Vorbehandlung wird die Zahl der hitzeempfindlichen Keime reduziert, jedoch ist nicht auszuschließen, dass die nachweisbaren pathogenen oder fakultativ pathogenen Keime überleben, wenn die Anwendungsempfehlungen und Gebrauchsanweisungen vom Verbraucher nicht genügend beachtet werden.

Da bei den untersuchten Proben diese Erforderlichkeit durch Warn- und Anwendungshinweise auf der Verpackung nicht ausreichend deutlich kenntlich gemacht war, beurteilte das LGL derartige Produkte zur Vermeidung von gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Verbraucher als nicht für die vorgesehene Verwendung geeignet.

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