Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

p-Dioxan in Schaumbädern - Untersuchungsergebnisse 2004

Was ist p-Dioxan?

p-Dioxan ist eine Verunreinigung bei tendsidhaltigen Kosmetikprodukten (wie Haarshampoos, Dusch- und Schaumbädern und ähnliches), die sich im Verlauf des Herstellungsprozesses bei der Ethoxylierung von Fettalkoholen als unerwünschtes Nebenprodukt bildet.

Welche Auswirkungen kann p-Dioxan auf die Gesundheit haben?

In den 80iger Jahren schreckten Pressemitteilungen über extrem hohe Dioxan-Gehalte in kosmetischen Artikeln die Verbraucher auf. Da es sich bei der Substanz um einen Stoff handelt, bei dem begründeter Verdacht auf ein Krebs erzeugendes Potential besteht, wurden die Hersteller im Interesses des Verbraucherschutzes veranlasst, durch Änderungen der Prozessführung die Entstehung der Substanz auf eine technologisch unvermeidbare Restmenge zu reduzieren. Die Kommission für kosmetische Erzeugnisse am Bundesgesundheitsamt legte in ihrer 36. Sitzung einen Restgehalt von maximal 10 mg Dioxan pro kg Erzeugnis als technisch nicht vermeidbar fest.

Wie sieht die Rechtslage aus?

Nach der Kosmetik-Verordnung und der EG-Richtlinie über kosmetische Mittel ist der Einsatz von Dioxan in Kosmetika verboten. Verunreinigungen mit Dioxan, sofern sie technisch unvermeidbar sind und in den vorliegenden Konzentrationen kein Gesundheitsrisiko darstellen, sind von diesem Verbot nicht betroffen.
Dementsprechend werden nur Produkte, die p-Dioxan in Konzentrationen über 10 mg/kg aufweisen, nach §1 i. V. m.Anl. 1 lfd.Nr. 343 KosmetikV beanstandet.

Was tut die bayerische Lebensmittelüberwachung?

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat im Jahr 2004 48 Proben "Schaumbäder" auf ihren Gehalt an p-Dioxan- (1,4-Diethylendioxid) untersucht. Dies führte zu folgendem Ergebnis:

Von 19 Schaum- und Pflegebädern für Babies und Kinder enthielten 17 nur geringe Mengen an Dioxan ( <5 mg/kg). Zwei der untersuchten Proben wiesen Dioxan-Werte auf, die über dem Richtwert von 10 mg/kg lagen. In einem Fall lag die geringfügige Überschreitung im Bereich der Analysenfehlergrenze. Im zweiten Fall war der Gehalt an Dioxan (20 mg/kg) so hoch, dass eine Beanstandung ausgesprochen wurde.
Die 31 Schaum- und Pflegebäder für Erwachsene wiesen ausnahmslos Dioxan-Gehalte von 5 mg/kg oder weniger auf.

Was bedeutet dies für den Verbraucher?

Die überwiegende Mehrzahl der untersuchten Proben enthielt nur geringe Dioxan-Werte. Dass ausgerechnet zwei Kinderbäder durch höhere Gehalte auffielen, nehmen die bayerischen Überwachungsbehörden zum Anlass, gerade diese Produkte in Zukunft vermehrt untersucht werden.

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