Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Sonderuntersuchung von Gummistiefeln und Clogs - Untersuchungsergebnisse 2014


Informationen zu Weichmachern in Bedarfsgegenständen


Im Sommer 2014 untersuchte das LGL 39 Paar Kunststoffschuhe, davon 33 Paar Kinderschuhe. Im Fokus dieser Untersuchung stand die Bestimmung von Weichmachern in Produkten aus PVC. Daher erfolgte zunächst eine Bestimmung des Materials aller Proben. Alle Clogs bestanden aus einem Copolymer des Ethylenvinylacetats (siehe Abbildung 1).


Abbildung 1 zeigt ein Kreisdiagramm mit fünf Segmenten. Das größte Segment nimmt etwas mehr als die Hälfte des Kreises ein (51%) und repräsentiert den Anteil der Proben, die aus einem Copolymer des Ethylenvinylacetats hergestellt wurden. Das zweite Segment nimmt etwas mehr als ein Viertel der Kreisfläche ein (28%) und zeigt den Anteil der Proben, die aus Synthesekautschuk hergestellt wurden. Das dritte Segment ist sehr schmal (3 %). Es stellt den Anteil der Proben aus Naturkautschuk dar. Das vierte Segment steht für den Anteil der Proben aus Polyvinylchlorid (PVC; 8 %). Die verbleibende Fläche zeigt den Anteil der Proben aus einem anderen Kunststoff als PVC (10 %).

Abbildung 1: Material, aus dem die untersuchten Kunststoffschuhe hergestellt waren

Die Gummistiefel waren aus Synthese- und Naturkautschuk (12 Proben), PVC (3 Proben) und weiteren Kunststoffen (4 Proben), wie beispielsweise Polyurethan, hergestellt (siehe Abbildung 2).

Abbildung 2 zeigt ein Kreisdiagramm mit vier Segmenten. Das größte Segment nimmt etwas mehr als die Hälfte des Kreises ein (58%) und repräsentiert den Anteil der Gummistiefelproben, die aus Synthesekautschuk hergestellt wurden. Das zweite Segment ist sehr schmal (5 %). Es stellt den Anteil der Proben aus Naturkautschuk dar. Das dritte Segment steht für den Anteil der Proben aus Polyvinylchlorid (PVC; 16 %). Die verbleibende Fläche zeigt den Anteil der Proben aus einem anderen Kunststoff als PVC (21 %).

Abbildung 2: Material, aus dem die untersuchten Gummistiefel hergestellt waren

Um die Belastung von Schuhen aus verschiedenen Kunststoffen mit Weichmachern abzuschätzen, untersuchte das LGL je zehn Gummistiefel und Clogs hinsichtlich ihres Gehaltes an Phthalaten. Weiterhin untersuchte das LGL fünf Gummistiefel und fünf Clogs auf ihren Gehalt an den oben genannten 18 PAK, um einen Eindruck über die Belastung mit PAK zu erhalten.

Gummistiefel

Drei der zehn getesteten Gummistiefel bestanden aus PVC. In einer dieser Proben war Diethylhexylphthalat mit einer Konzentration von 43 % nachweisbar. Diese Probe wurde vom LGL beanstandet. In einer weiteren Probe stellte das LGL für den Weichmacherersatzstoff Diethylhexylterephthalat einen Gehalt von 30 % fest. Die dritte Probe aus PVC und alle weiteren Gummistiefel enthielten keines der analysierten Phthalate.
Bei der Untersuchung auf PAK war eine Gummistiefelprobe komplett unbelastet. Hier wurde keine der 18 getesteten PAK nachgewiesen. Die anderen vier Gummistiefel hielten den Orientierungswert von 10 mg/kg ein. Die ab Dezember 2015 gemäß REACH-V beschränkten acht PAK wurden in keiner der fünf Gummistiefelproben nachgewiesen (siehe Abbildung 3).

Abbildung 3 zeigt ein Säulendiagramm mit zwei Gruppen von Säulen. Die linke Gruppe stellt die Ergebnisse der Untersuchung auf Weichmacher dar, die rechte die der Untersuchung auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen (PAK). Dabei ist auf der y-Achse die Probenanzahl aufgetragen.

Abbildung 3: Ergebnisse der Untersuchung von Gummistiefeln auf ihren Gehalt an Weichmachern (Phthalaten) und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen (PAK)

Clogs

Sämtliche untersuchten Clogs enthielten keines der Phthalate, auf deren Vorkommen getestet wurde. Bei der Untersuchung auf PAK lag der ermittelte Gehalt in zwei Proben unter 1 mg/kg. Die anderen drei Clogsproben hielten den Orientierungswert von 10 mg/kg ein. Die ab Dezember 2015 gemäß REACH-V beschränkten acht PAK wurden in keiner der fünf Clogsproben nachgewiesen (siehe Abbildung 4).

Abbildung 4 zeigt ein Säulendiagramm mit zwei Gruppen von Säulen. Die linke Gruppe stellt die Ergebnisse der Untersuchung auf Weichmacher dar, die rechte die der Untersuchung auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen (PAK). Dabei ist auf der y-Achse die Probenanzahl aufgetragen.

Abbildung 4: Ergebnisse der Untersuchung von Clogs auf ihren Gehalt an Weichmachern (Phthalaten) und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen (PAK)

Fazit

Abschließend kann festgestellt werden, dass nur drei der 39 untersuchten Paar Schuhe aus PVC bestanden. Es handelte sich hierbei um Gummistiefel für kleine Kinder in den Schuhgrößen 22 und 23, die preislich im unteren Bereich zwischen 13 und 18 Euro lagen. Das LGL hat allerdings lediglich in einer dieser Proben einen gesetzlich beschränkten Weichmacher nachgewiesen. In diesem Fall wurde eine Beanstandung ausgesprochen.

Mehr zu diesem Thema

Allgemeine Informationen zum Thema

Weitere LGL-Artikel