Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Kontamination von Weidetieren mit Dioxinen, Furanen und dioxinähnlichen PCB (dl-PCB) im Jahr 2010

Untersuchungsgegenstand

Persistente fettlösliche Kontaminanten wie Dioxine, Furane und dioxinähnliche Polychlorierte Biphenyle (dl-PCB) reichern sich in den obersten Bodenschichten an, weil sie durch Niederschläge nicht ausgewaschen werden können. Von Weidetieren ist bekannt, dass sie mit der Nahrungszufuhr von Grünfutter ebenfalls Bodenpartikel mit aufnehmen. In Abhängigkeit von der Bodenbelastung kann somit auch eine Kontamination von Weidetieren erfolgen.

Durch Initiative des Bundes bei der EU soll der derzeit gültige Auslösewert für die dl-PCB von 1,0 pg WHO-TEQ / g Fett auf 2,0 angehoben werden, um dieser Belastungssituation gerecht zu werden und dem bereits bei Milch gültigen Auslösewert von 2,0 pg WHO-TEQ / g Fett anzugleichen. Zur Verbesserung der Datenlage wurden deshalb 2010 als Schwerpunkt Fleischproben von Rindern und Kälbern aus extensiver Haltung auf ihre Gehalte an Dioxinen, Furanen und dl-PCB untersucht.

Ergebnisbericht

Von den bisher untersuchten 31 Rind- und Kalbfleischproben aus ökologischer oder Freilandhaltung war lediglich eine Kalbfleischprobe wegen Überschreitung des Summenhöchstgehalts, der sich aus den Gehalten an Dioxinen, Furanen und dl-PCB errechnet, zu beanstanden. Dies war vorwiegend auf den zu hohen dl-PCB -Anteil zurückzuführen.

Bei 15 weiteren Proben wurde der noch gültige Auslösewert für die dl-PCB von 1,0 pg WHO-TEQ / g Fett, ab dem die Ursachen der Kontamination erforscht und Maßnahmen zu deren Beseitigung getroffen werden müssen, überschritten. Der bisherige Toleranzbereich bis zum Auslösewert von 1,0 pg WHO-PCB -TEQ / g Fett erscheint somit nach unseren Untersuchungen die tatsächliche unvermeidbare Hintergrundbelastung nicht widerzuspiegeln. Deshalb kann die Initiative des Bundes bei der EU, diesen Auslösewert auf 2,0 anzuheben, inhaltlich voll unterstützt werden. Damit wäre dann nach unseren Ergebnissen eine 90%ige Unterschreitung dieses erhöhten Auslösewertes gegeben. Gleichzeitig wäre auch eine Angleichung an den Auslösewert für Milch von 2,0 pg WHO-PCB -TEQ / g Fett verbunden.

Legt man den angestrebten Auslösewert von 2,0 pg WHO-PCB -TEQ / g Fett zugrunde, redu-ziert sich die Anzahl der Überschreitungen auf zwei Proben.

Bei einer anderen Probe wurde der weitere Auslösewert speziell für die Dioxine und Furane knapp überschritten.

Die restlichen 15 Rind- und Kalbfleischproben waren unauffällig. Auch die Verteilung der auffälligen Proben auf Rindfleisch (9 von 18) bzw. Kalbfleisch (7 von 13) zeigte keine signifikanten Unterschiede.

Fazit

Je nach Belastungssituation der verwendeten Weideflächen ist bei der Rindermast auch mit einer Kontamination von Dioxinen, Furanen und dl-PCB zu rechnen. Die Belastung von Rind- bzw. Kalbfleisch aus Freilandhaltung mit diesen Kontaminanten ist etwas höher als bei solchen Tieren aus Stallhaltung.

Die Belastung der Verbraucher hält sich jedoch auch bei der an gedachten Erhöhung des festgelegten Auslösewertes 1,0 pg WHO-TEQ / g Fett auf 2,0 im duldbaren Toleranzbereich, wenn sichergestellt ist, dass die Quellensuche bei einer Überschreitung der Auslösewerte bzw. Höchstgehalte konsequent verfolgt wird und Maßnahmen zu deren Beseitigung ergriffen werden. Der Auslösewert ist ein von der EU festgelegter Schadstoffgehalt, ab dem die Ursachen der Kontamination erforscht und Maßnahmen zu deren Beseitigung getroffen werden müssen,

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