Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Heumilch, Bio-Milch und Erzeugnisse daraus – Untersuchungsergebnisse 2017

Hintergrund

Die meisten Verbraucher wünschen sich Milch von Kühen, die den Sommer über auf Wiesen weiden. Daher erfreuen sich „Bio-Milch“, „Heumilch“ und „Weidemilch“ steigender Beliebtheit. Verständlich – doch für „Weidemilch“ gibt es noch keinen verbindlichen Produktstandard. Die Dauer des Weidegangs und die Futterqualität können je nach Molkerei variieren. „Bio-Milch“ und „Heumilch“ sind dagegen rechtlich geschützt. Um als „Bio-Milch“ bezeichnet werden zu dürfen, muss das Produkt gemäß der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 (Öko-Verordnung) erzeugt worden sein. Der Begriff „Heumilch“ ist seit 2016 mit einem Qualitätskennzeichen der EU geschützt. Das Gütezeichen „garantiert traditionelle Spezialität“ (g.t.S.) hebt die traditionelle Zusammensetzung des Produkts oder ein traditionelles Herstellungs- bzw. Verarbeitungsverfahren hervor.

Verbindliche Standards für Heumilch

Bei Heumilch müssen die Erzeuger verbindliche Standards, die vor allem die Fütterung betreffen, einhalten. Das Futter besteht im Sommer vorwiegend aus frischen Gräsern und Kräutern, im Winter aus Heu. Es kann durch weiteres Rauhfutter wie Grünraps, Grünmais, Grünroggen und Futterrüben ergänzt werden. Auch sind Heu-, Luzerne-und Maispellets sowie zu einem geringen Anteil Getreidemischungen erlaubt. Neben gentechnisch verändertem Futter sind Silage und Gärheu verboten. Ein hoher Anteil an Grünfutter bzw. Heu sowie niedrige Kraftfuttermengen und geringe Anteile Maissilage führen zu einem hohen Gehalt an gesundheitlich wertvollen Fettsäuren in der Milch. Rückschlüsse auf die AVerbindliche Standards für Heumilch rt der Fütterung sind durch die Bestimmung des Kohlenstoff-Isotopenverhältnisses möglich. Das Kohlenstoff-Isotopenverhältnis wird vor allem durch das Verhältnis von C3-Pflanzen (zum Beispiel Gräser) zu C4-Pflanzen (zum Beispiel Mais) im Futter beeinflusst.

Untersuchungen

Das LGL untersuchte 70 Milchproben, zwölf davon waren Heumilch-, 16 Bio-Heumilch und 42 Bio-Milchproben. Die Kohlenstoff-Isotopenverhältnisse, die im Bereich von -28 und -23 liegen, weisen auf eine überwiegende Fütterung der Tiere mit Gras bzw. Heu hin (siehe Abbildung 1). Bei fünf Proben Heumilch geben die zwischen -23 und -22 liegenden Kohlenstoff-Isotopenverhältnisse einen Hinweis auf einen höheren Anteil von Mais im Futter im Vergleich zu den anderen Milchproben. Das LGL beanstandete keine der untersuchten Milchproben.

In der Abbildung 1 ist ein Streudiagramm der Kohlenstoff-Isotopenverhältnisse. Die Y-Achse zeigt das Isotopenverhältni. Auf der x-Achse sind die unterschiedlichen Milchproben dargestellt.

Abbildung 1: Streudiagramm der Kohlenstoff-Isotopenverhältnisse von Heumilch, Bio- Heumilch und Bio-Milch


Heumilch zur Käseherstellung

Neben Trinkmilch wird Heumilch zur Herstellung diverser Käsesorten verwendet. Heumilch weist im Vergleich zu herkömmlicher Milch eine geringere Anzahl an Clostridiensporen auf, die in zu hoher Konzentration die unangenehme Buttersäuregärung beim Käse auslösen können. Fehlerhafte Lochung, Risse und Geschmackfehler des Käses sind die Folgen. Das LGL untersuchte 52 Käse, die mit dem Hinweis „aus Heumilch hergestellt“ ausgelobt waren. Die bestimmten Kohlenstoff-Isotopenverhältnisse weisen ebenfalls auf eine überwiegende Fütterung der Tiere mit Gras bzw. Heu hin. Das LGL beanstandete keine der untersuchten Käse.

Bio-Butter

2017 untersuchte das LGL auch 18 Proben Bio-Butter. Die bestimmten Kohlenstoff-Isotopenverhältnisse weisen auf eine überwiegende Fütterung der Tiere mit Gras bzw. Heu hin. Das LGL beanstandete keine der untersuchten Proben Bio-Butter.


Mehr zu diesem Thema

Allgemeine Informationen zum Thema