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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Elemente, Schwermetalle und Mineralstoffe – Untersuchungsergebnisse 2008

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) untersuchte 2008 insgesamt 5.263 Proben verschiedener Lebensmittel, Trink- und Mineralwasser, Bedarfsgegenstände, Spielwaren, kosmetischer Mittel und Arzneimittel auf ausgewählte Elemente, Schwermetalle und Mineralstoffe. Davon waren 911 Proben Bestandteil nationaler Untersuchungsprogramme wie dem Bundesweiten Monitoring und dem Nationalen Rückstandskontrollplan (NRKP).

Schwerpunktuntersuchung: Jod in Lebensmitteln

In 2008 untersuchte das LGL schwerpunktmäßig Jod in Lebensmitteln.

Als essenzielles Spurenelement für die Bildung von Schilddrüsenhormonen muss Jod dem Körper in ausreichender Menge zugeführt werden. Hohe Jodgehalte finden sich in Seefisch, aber auch Milchprodukte und Hühnereier können erheblich zur Jodversorgung beitragen (Abbildung 1). Jodzusätze in Tierfutter sorgen dafür, dass in den von Tieren gewonnenen Lebensmitteln signifikante Jodgehalte vorhanden sind, und tragen damit zur Vermeidung einer Mangelversorgung beim Menschen bei. Es gibt jedoch auch eine geringe Anzahl von Personen, die eine Überempfindlichkeit gegenüber dem Spurenelement Jod aufweisen. Ziel der Untersuchungen des LGL war es daher, auch solche Lebensmittel zu prüfen, von denen bekannt ist, dass sie nicht zur Jodversorgung beitragen, zu denen im Internet allerdings zum Teil fragwürdig hohe Jodgehalte publiziert sind. Von den in Abbildung 1 dargestellten Lebensmitteln wiesen pflanzliche Produkte wie Gemüsepaprika, Tomaten oder auch Apfelsaft Jodgehalte unter 0,010 mg/kg auf. Die in Honig, Orangensaft, Reis, Bier oder Schweinefleisch ermittelten Höchstgehalte lagen unter 0,03 mg/kg. Mineralwasser wies vergleichbare Gehalte auf, wobei bei jodhaltigen Quellen auch höhere Werte auftreten können (hier ein Wasser mit 0,16 mg/l).

Abbildung 1: Jodgehalte in Lebensmitteln

Abbildung 1: Jodgehalte in Lebensmitteln

Jod in Kinder- und Säuglingsnahrung

Kinder- und Säuglingsnahrungen werden häufig mit Jod angereichert, um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten. Nach ersten Untersuchungen dazu im letzten Jahr, hat das LGL 2008 eine Auswahl von über 160 Kindernahrungen untersucht, um die Übereinstimmung der deklarierten Jodgehalte mit der tatsächlich enthaltenen Menge zu prüfen. Bei 62 % der Proben stimmte innerhalb einer Streuung von ± 20 % der deklarierte mit dem tatsächlichen Jodgehalt überein. In zwei Fällen stellte das LGL allerdings weniger als die Hälfte des angegebenen Gehaltes fest. Überdosierungen von mehr als 50 % wies das LGL in 7,6 % der Produkte nach, dabei enthielten zwei Kindernahrungen mehr als das Doppelte des deklarierten Gehaltes.

Kunststoffe für den täglichen Gebrauch

Im Rahmen eines vorbeugenden Verbraucherschutzes hat das LGL 2008 95 Kunststoffgegenstände für den täglichen Gebrauch sowie Verpackungsmaterial, Büro- und Schulbedarf auf Cadmium untersucht. In solchen Erzeugnissen darf der Gehalt an diesem Schwermetall laut Chemikalien-Verbotsverordnung nicht mehr als 100 mg/kg betragen. Bei der Auswahl dieser Proben wurde der Cadmiumgehalt zunächst direkt vor Ort im Handel mit einem mobilen Röntgenfluoreszenz-Gerät halbquantitativ bestimmt. Diese Messung kann schnell und zerstörungsfrei durchgeführt werden. 1.700 Produkte wurden 2008 mit dieser Screening-Methode untersucht, 95 davon waren auffällig und wurden zur quantitativen Bestimmung von Cadmium an das LGL eingesandt. Durch diese Vorauswahl ist zu erklären, dass 95 % der am LGL untersuchten Proben Cadmiumgehalte über den erlaubten 100 mg/kg aufwiesen. 38 % der quantitativ auf Cadmium untersuchten Produkte enthielten 100 bis 500 mg/kg, 29 % zwischen 500 und 1.000 mg/kg. Bei 5 % der Proben wurde eine zehn- bis zwanzigfache Überschreitung des zulässigen Wertes gemessen. Aus den vorliegenden Ergebnissen wird deutlich, dass eine nicht unbedeutende Anzahl von Gebrauchsgegenständen hohe Cadmiumgehalte aufwiesen. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Kunststoffe klar durchsichtig oder eingefärbt waren.

Cadmium und Arsen in Reis

Als Grundnahrungsmittel ist Reis von hoher Bedeutung und wird daher am LGL regelmäßig untersucht. Hinsichtlich der Cadmiumgehalte war die Situation 2008 unbedenklich: Der Grenzwert in der Kontaminantenverordnung von 0,2 mg/kg wurde von keiner der untersuchten Proben überschritten, als Höchstwert wurde 0,18 mg/kg gemessen (vergleiche Abbildung 2). Arsen kommt dagegen in sehr unterschiedlichen Mengen im Reis vor und ist wegen seiner Genotoxizität immer wieder in der Diskussion. Die mittleren Gehalte dieser Untersuchungen lagen mit 0,13 mg/kg in einem unkritischen Bereich. Als höchster Wert wurde 0,38 mg/kg in einem roten Reis aus Frankreich gemessen. Für eine Beurteilung gibt es derzeit in der EU weder Grenz- noch Richtwerte. Unter den verschiedenen Arsenverbindungen, die im Reis vorkommen, besitzen die drei- und fünfwertigen Spezies die höchste Toxizität. Erste sondierende Untersuchungen ergaben, dass die drei- und fünfwertigen Arsenverbindungen einen Anteil von über 50 % im Reis aufweisen. Das LGL plant deshalb ein Verfahren zur routinemäßigen Bestimmung dieser Verbindungen zu etablieren. Der sogenannte Wildreis ist botanisch eine Grasart und weist keine Arsengehalte auf.

Abbildung 2: Jodgehalte in Lebensmitteln

Abbildung 2: Cadmium- und Arsen-Gesamtgehalte in Reis

Aluminium in Apfelsaft

Werden ungeeignete Alu-Tanks bei der Produktion von Fruchtsäften verwendet, können abhängig von Lagerdauer und Säuregehalt mehr als 50 mg/l Aluminium in den Saft übergehen. Der Arbeitskreis Lebensmittelchemischer Sachverständiger der Länder und des Bundes sieht Gehalte über 8 mg/l als technisch vermeidbar an. Das Bundesinstitut für Risikobewertung betrachtet in seiner im Jahr 2008 veröffentlichten gesundheitlichen Bewertung den Gehalt von 8 mg/l zumindest bei durchschnittlichen Verzehrsmengen als akzeptabel. Ergänzend zum umfangreichen Untersuchungsprogramm des LGL im Jahr 2007 wurden 2008 weitere 21 Apfelsäfte meist kleinerer, regional tätiger Keltereien untersucht. In 19 Proben war kein Aluminium nachweisbar (unter 2 mg/l), zwei Proben waren mit 5 beziehungsweise 6 mg/l Aluminium belastet. Dagegen enthielten drei von 16 Apfelweinen 11 bis 40 mg/l.

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