Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Marktüberwachung – Untersuchungsergebnisse 2010

Zur Marktüberwachung im Rahmen des vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutzes wurden im Jahr 2010 die in der Tabelle aufgeführten Lebens- und Futtermittel untersucht.

Proben Anzahl Wertebereich Mittelwert zulässiger Höchstgehalt Anzahl gesicherter Überschreitungen
Summengehalte an Dioxinen, Furanen und dl-PCB
Lebensmittel 305 [pg WHO-PCDD/F-PCB-TEQ / g Fett bzw. Frischgewicht]
Rind 33 0,33 - 6,5 2,1 4,5 1
Schaf 1 - 2,8 4,5 -
Huhn 1 - 0,75 1) 2,0 1) -
Schwein 17 0,07 - 0,38 0,13 1,5 -
Leber Schaf 2 16,9 - 19,0 18,0 12,0 2
Fisch (außer Aal) 15 0,16 - 2,6 2) 1,2 2) 8,0 2) -
Aal 8 9,5 - 57,0 2) 32,5 2) 12,0 2) 7
Milch Kuh 122 0,64 - 2,2 0,91 6,0 -
Milch Ziege 12 1,2 - 5,0 2,0 6,0 -
Eier 42 0,16 - 18,3 1,5 6,0 1
Ziege 1 - 9,9 - -
Hirsch 1 - 2,8 - -
Leber Hirsch 1 - 65,7 - -
Muttermilch 49 4,6 - 22,8 12,5 - -
Futtermittel 1) 3) 169 [pg WHO-PCDD/F-TEQ / g 88 % Trockenmasse]
Einzelfuttermittel 88 0,03 - 0,45 0,11 0,75 -
Mischfuttermittel 73 0,06 - 0,42 0,12 0,75 -
Vormischung 2 0,06 - 0,09 0,08 1,0 -
Zusatzstoff 6 0,06 - 0,53 0,18 1,0 -

1) nur Dioxine (und Furane) gemessen und mit Dioxin-Höchstgehalt verglichen
2) auf Frischgewicht (FG) bezogen
3) Berichtszeitraum: 01.11.2009 - 31.10.2010

Eier

Bei den untersuchten 42 Eierproben war die einzige Überschreitung des Höchstgehalts bei einer Verfolgsprobe des Nationalen Rückstandskontrollplans für Lebensmittel tierischen Ursprungs (NRKP) zu verzeichnen, deren Herkunftsbetrieb bereits im Vorjahr auffällig geworden war. Da die Dioxin-Kontaminationsquelle nicht identifiziert werden konnte, wurde der Betrieb von den Behörden nicht freigegeben, sodass der Betrieb die Hühnerhaltung letztendlich einstellte.

Rinder aus Weidehaltung

Die Böden von Weideflächen können durch die weitverbreitete Umweltkontamination mehr oder weniger mit Dioxinen und PCB belastet sein. Da bei der Grünfutteraufnahme in Freilandhaltung immer auch Bodenpartikel mit aufgenommen werden, kann es bei allen Weidetieren wie Rindern, Schafen, Geflügel oder Wild zu einer erhöhten Hintergrundbelastung und in Einzelfällen auch zu Höchstmengenüberschreitungen kommen. 2010 untersuchte das LGL 33 Proben Rind- bzw. Kalbfleisch auf ihre Gehalte an Dioxinen, Furanen und dl-PCB. Bei einer Probe Kalbfleisch aus ökologischer Haltung konnte eine Überschreitung des zulässigen Summenhöchstgehalts von 4,5 pg WHO-PCDD/ F-PCB-TEQ/g Fett festgestellt werden. Der Tierhalter hat seinen Sitz in Baden-Württemberg, sodass die Kontaminationsquelle auch dort ermittelt wurde. Bei knapp über der Hälfte aller Proben war eine Überschreitung des Auslösewertes von 1,0 pg WHO-PCB-TEQ/g Fett für dl-PCB zu verzeichnen, ab dem der Belastungspfad ermittelt werden soll. Allerdings wird vom BMELV angestrebt, diesen Auslösewert auf 2,0 pg WHO-PCB-TEQ/g Fett anzuheben, um der o. g. Belastungssituation gerecht zu werden.

Flussfische

Aufgrund der Ergebnisse der Dioxin- und dl-PCB-Untersuchungen in Fischen aus Donau und Main in den beiden vergangenen Jahren untersuchte das LGL vorwiegend Fische aus deren Zuflüssen. Von acht Aalen waren bis auf einen Aal aus der Regnitz die restlichen wegen Überschreitung des Summenhöchstgehalts zu beanstanden. Sämtliche anderen Flussfische wie Barsch, Forelle, Aitel, Rotauge, Schleie und Barbe wiesen keine Belastung über dem Höchstgehalt auf.

Kuhmilchmonitoring

Um die Dioxinbelastung der bayerischen Verbraucher am Beispiel eines Grundnahrungsmittels aufzeigen zu können, werden seit vielen Jahren Milchproben von 50 repräsentativ ausgewählten Molkereien sowie ergänzend einigen Einzelhöfen untersucht. In Abbildung sind die durchschnittlichen Dioxinbelastungen von 2002 bis 2010 dargestellt. Zwischen 2002 und 2008 senkte sich die durchschnittliche Belastung bei beiden Milchprobenarten kontinuierlich. Der leichte Wiederanstieg in den beiden vergangenen Jahren wird hervorgerufen durch die Schwankungsbreite der durch die Umweltverschmutzung unvermeidbaren Hintergrundbelastung.

Das Säulendiagramm zeigt die durchschnittlichen Dioxinbelastungen in Kuhmilchproben der Jahre 2002 bis 2010. Die jeweils linken Balken geben die Dioxingehalte der Einzelhof- und die rechten Balken die der Molkereimilchproben wieder. Zwischen 2002 und 2008 senkte sich die durchschnittliche Belastung bei beiden Milchprobenarten kontinuierlich. Der leichte Wiederanstieg in den beiden vergangenen Jahren wird hervorgerufen durch die Schwankungsbreite der durch die Umweltverschmutzung unvermeidbaren Hintergrundbelastung.

Abbildung: Durchschnittliche Dioxinbelastung der Kuhmilchproben in den Jahren 2002 bis 2010

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