Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Trendanalysen zur Fremdstoffbelastung 2009

Im Jahr 2009 untersuchte das LGL vor allem drei Stoffgruppen beziehungsweise Fremdstoffe im Rahmen des HBM. Die mit Abstand wichtigste Gruppe waren die perfluorierten Tenside (PFT) mit den Hauptvertretern Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) und Perfluoroktansäure (PFOA). Bei diesen Stoffen handelt es sich um sehr schwer abbaubare Verbindungen, die sich im Blut aufgrund ihrer Persistenz anreichern. Die Halbwertszeit beträgt einige Jahre.

PFOS und PFOA können sehr gut im Blut bestimmt werden. Schon geringe Konzentrationen in Lebensmitteln führen zu nachweisbaren Konzentrationen. Nach einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Industrie zum Ausstieg aus der Produktion von PFOS und einer Beschränkung des Verbrauchs zum Schutz der Gesundheit und Umwelt seitens der EU im Jahr 2006 ist die PFOS-Verwendung seit 2008 verboten. Dies führte dazu, dass die Blutgehalte an PFOS und teilweise auch an PFOA in den letzten Jahren rückläufig sind. So ergaben Messungen des LGL für 2009 70 % niedrigere Werte im Vergleich zu Analysen aus dem Jahr 2006.

Eine weitere bedeutende Stoffklasse sind Phthalate, die überwiegend als Weichmacher zum Beispiel in Kunststoffen überall vorkommend (ubiquitär) eingesetzt werden. Im Gegensatz zu PFT werden Phthalate sehr schnell im Körper umgewandelt und mit dem Harn ausgeschieden. Phthalate gelangen über Verpackungen oder den Herstellungsprozess auch in Lebensmittel. Obwohl die Exposition des Menschen bei diesen Verbindungen deutlich höher liegt, können Phthalate nicht im Blut nachgewiesen werden. Die interne Exposition wird daher durch Harnuntersuchungen bestimmt. Mithilfe dieser Untersuchungen kann sehr genau die tägliche Aufnahme an Phthalaten ermittelt werden. Messungen am LGL ergaben 2009 auch für unterschiedliche Phthalate Trendverschiebungen.

So sank die Exposition gegenüber Diethylhexylphthalat im Vergleich zu früheren Jahren, dagegen stieg die Exposition gegenüber Di-isobutylphthalat eher an. Eine weitere Verbindung, die aufgrund ihrer Präsenz in den Medien häufig untersucht wird, ist Bisphenol A (BPA). BPA wird zur Herstellung von Polycarbonat verwendet. Viele Erzeugnisse enthalten Polycarbonat oder bestehen vollständig daraus, wie CD-Hüllen. Daher ist der Mensch vielfältig gegenüber BPA exponiert. Ähnlich wie für die Phthalate wird auch BPA sehr schnell im Körper umgewandelt und mit dem Harn ausgeschieden. Somit können auch hier Berechnungen zur Bestimmung der exakten täglichen Aufnahme von BPA durch die Bevölkerung durchgeführt werden.

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