Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Noroviren - Untersuchungsergebnisse 2007

Diagnostik von Humanproben

Im Jahr 2007 untersuchte das LGL 4.050 Stuhlproben molekularbiologisch auf Noroviren. Dies entspricht einem Anstieg um mehr als 60 % im Vergleich zum Vorjahr. Auch im Vergleich der saisonalen Häufungen von Norovirusinfektionen wurden im Winter 2006/2007 die bisher höchsten Untersuchungszahlen und die meisten positiven Befunde seit Einführung der Diagnostik am LGL verzeichnet. Zu Beginn der Saison 2007/2008 stieg die Zahl der positiven Norovirusnachweise noch einmal an. Da der Anteil der positiven Nachweise an der Gesamtzahl der Untersuchungen im Vergleich zum Vorjahr aber unverändert blieb, ist bisher kein relativer Anstieg der Norovirusfälle (siehe Abbildung 1) zu erkennen.

Absolute Anzahl (Säulen) und prozentualer Anteil (Linie) positiver??Norovirusnachweise in Stuhlproben von Juli 2004 bis Dezember 2007

Abbildung 1: Absolute Anzahl (Säulen) und prozentualer Anteil (Linie) positiver Norovirusnachweise in Stuhlproben von Juli 2004 bis Dezember 2007

Lebensmitteluntersuchungen

Eine Infektion durch viruskontaminierte Lebensmittel nimmt nach epidemiologischen Bewertungen einen wichtigen Stellenwert ein. So wird geschätzt, dass bis zu 10 % der Ausbrüche auf virusbehaftete Lebensmittel zurückzuführen sind. Der direkte Virusnachweis aus dem Lebensmittel gestaltet sich hierbei jedoch oft schwierig, da lebensmittelspezifische Inhaltsstoffe die Analytik negativ beeinflussen können.

Im Rahmen der Lebensmittelüberwachung untersuchte das LGL im Jahr 2007 insgesamt 382 Verdachtsproben (Lebensmittel- und Umgebungstupferproben) von 27 Ausbruchsgeschehen auf eine Kontamination mit Noroviren. Bei zwei Ausbrüchen wurden hierbei Lebensmittel positiv auf Noroviren getestet. In einem Fall handelte es sich um kontaminiertes Kompott, bei einem anderen Ausbruch konnte das LGL Noroviren in Thüringer Rostbratwurst, Regensburger Wurst und Harzer Käse nachweisen.

Die hohe Anzahl an Lebensmittelproben, die im vergangenen Jahr in Zusammenhang mit Norovirusausbrüchen untersucht wurde, unterstreicht, dass ein effektives Nachweissystem nötig und wichtig ist. Um eine zuverlässige Untersuchung zu gewährleisten, werden die Analysemethoden am LGL unter Berücksichtigung der verschiedenen Lebensmittelmatrizes beständig optimiert und an die aktuellen Virusstämme angepasst.

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