Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

MRGN und Arbeitsschutz-FAQ: Fragen und Antworten

Wie häufig kann bei medizinischem Personal eine Besiedlung mit multiresistenten gramnegativen Bakterien (MRGN, früher ESBL-Bildner) nachgewiesen werden?

Zu dieser Frage gibt es nur wenig Literatur, siehe auch KRINKO-Bekanntmachung von 20121.
So zeigt eine Studie aus Bozen in der Langzeitpflege2: Von 111 Bewohnern waren 41,4% und von 69 Beschäftigten waren 11,6 % besiedelt.
Aus internationalen Studien in Langzeitpflegeeinrichtungen geht hervor, dass Schleimhäute von Beschäftigten besiedelt sein können (insbesondere der Darm) und die Hände als Überträger in Betracht kommen (Schmierinfektion).

1 Hygienemaßnahmen bei Infektionen oder Besiedlung mit multiresistenten gramnegativen Stäbchen. Bundesgesundheitsbl, 2012. 55: S. 1311-1354.
(Link: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Kommission/Downloads/
Gramneg_Erreger.pdf?__blob=publicationFile)
2 March, A., et al., Colonization of residents and staff of a long-term-care facility and adjacent acute-care hospital geriatric unit by multiresistant bacteria. Clin Microbiol Infect, 2010. 16(7): p. 934-44.
(Link: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1469-0691.2009.03024.x/pdf)

Können Beschäftigte die Quelle von Ausbrüchen durch multiresistente gramnegative Bakterien (MRGN, früher ESBL-Bildner) sein?

Die Quelle von Ausbrüchen blieb bei der Auswertung von 168 Publikationen bei 63,7% der Ausbruchsbeschreibungen unklar. (Krinko-Bekanntmachung von 2012)1:
Bei 48,2% der Ausbruchsbeschreibungen konnte kein gesicherter Übertragungsweg identifiziert werden. In 36 Publikationen (21,4%) wurde eine Übertragung durch Personal oder die Hände des Personals für wahrscheinlich gehalten.

1 Hygienemaßnahmen bei Infektionen oder Besiedlung mit multiresistenten gramnegativen Stäbchen. Bundesgesundheitsbl, 2012. 55: p. 1311-1354.
(Link: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Kommission/Downloads/
Gramneg_Erreger.pdf?__blob=publicationFile)

Wurden bereits Berufskrankheiten durch multiresistente gramnegative Bakterien (MRGN, früher ESBL-Bildner) anerkannt?

Nein, bisher nicht (Albrecht, DGUV, persönliche Mitteilung 2013).

Können Screening-Untersuchungen von Beschäftigten einer Weiterverbreitung von multiresistenten gramnegativen Bakterien (MRGN, früher ESBL-Bildner) in Kliniken bzw. Pflegeeinrichtungen entgegenwirken?

Auch in der KRINKO-Empfehlung von 2012 1 sind keine Hinweise zum Screening von Beschäftigten enthalten und von Screening-Untersuchungen wird in internationalen Studien bisher nur im Zusammenhang mit (Risiko-) Patienten berichtet.

1 Hygienemaßnahmen bei Infektionen oder Besiedlung mit multiresistenten gramnegativen Stäbchen. Bundesgesundheitsbl, 2012. 55: p. 1311-1354.
(Link: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Kommission/Downloads/
Gramneg_Erreger.pdf?__blob=publicationFile)

Wie kann eine Übertragung von multiresistenten gramnegativen Bakterien (MRGN, früher ESBL-Bildner) von Patienten auf Beschäftigte und umgekehrt verhindert werden?

Bei Kontakt zu Körperflüssigkeiten sind die üblichen Basishygienemaßnahmen anzuwenden. Neben der Händehygiene ist insbesondere die persönliche Schutzausrüstung wichtig, bestehend aus Einmalhandschuhen, Schutzkittel und Einwegschürzen, Mund-Nasen-Schutz und Augen- oder Gesichtsschutz, abhängig von der zu erwartenden Erregerexposition. Außerdem sind zusätzliche Schulungen erforderlich.
Schutzmaßnahmen unterscheiden sich nicht im Hinblick auf verschiedene Resistenzen dieser Bakterien. Ebenso sind zum Beispiel Desinfektionsmittel wirksam.



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