Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Charakterisierung von Campylobacter aus Gebieten mit hoher Selektion zur Entwicklung von neuen Warntools zur Lösung globaler Herausforderungen einer erhöhten Antibiotikaresistenz (BMBF-Projekt)

Kurzbeschreibung

Campylobacter ist ein international unterschätztes Lebensmittel-assoziiertes pathogenes Bakterium und seit 2005 der Hauptzoonoseerreger in der Europäischen Union, der 246.307 berichtete Campylobacteriose-Fälle in 2016 ausgelöst hat (EFSA, 2017). Die akuten Symptome der Krankheit beinhalten Fieber, Durchfall und Unterleibskrämpfe. Allerdings treten auch in einigen Fällen schwere Spätfolgen wie Arthritis, Reizdarm und das Guillain-Barré Syndrom auf.
Ungefähr ein Drittel der Campylobacteriose-Patienten in Deutschland werden mit Antibiotika behandelt, insbesondere Fluoroquinolone oder Makrolide (Rosner et al., 2017). Campylobacter Isolate sind häufig resistent gegenüber Fluoroquinolonen und Tetrazyklinen, während die Resistenz gegenüber Makroliden, Gentamycin und Streptomycin noch gering in Deutschland ist (Vogt et al., 2016). Vermehrte Antibiotikaresistenzen beeinträchtigen eine effektive Behandlung von Humaninfektionen.

Das Ziel des Projektes ist es, die Antibiotikaresistenzen von deutschen und vietnamesischen
Campylobacter Stämmen zu vergleichen, um wichtige neu-auftretende Resistenzdeterminanten, die unter einem erhöhten Antibiotikastress selektioniert werden und die globale Lebensmittelsicherheit herausfordern werden, zu identifizieren. Die Ergebnisse werden dazu genutzt, um Warntools zu entwickeln – ein erweitertes phänotypisches Mikrodilutionspanel an Testsubstanzen sowie Real-time PCR Detektionsmethoden für eine Risiko-basierte Routineanalyse. Diese soll auf internationalem Level für das Monitoring von eingetragenen Resistenzdeterminanten, die unter hohem Antibiotikadruck selektioniert wurden, eingesetzt werden.

Laufzeit: 01.02.2020-31.01.2023