Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Foschungsprojekt:
Etablierung von Methoden zur Feintypisierung von Legionella spp. aus klinischen und Umweltproben zur Aufdeckung möglicher Infektketten

Kurzbbeschreibung

Legionellen sind ubiquitär in der aquatischen Umwelt verbreitet. Sie können sich in technischen Systemen wie der Trinkwasser-Installation oder in Verdunstungsrückkühlwerken sehr gut vermehren und von dort aus zu Infektionen beim Menschen führen. Der Hauptinfektionsweg ist das Einatmen von lungengängigen Aerosolen, die Mikroaspiration bei Krankenhauspatienten stellt einen zweiten möglichen Infektionsweg dar. In der Folge können entweder das klinisch relativ leicht verlaufende Pontiac-Fieber oder aber Legionellosen auftreten. Letztere sind schwer verlaufende Erkrankungen, bei denen die Patienten die Symptome einer atypischen Lungenentzündung aufweisen. Letale Krankheitsverläufe können vor allem bei Immungeschwächten oder aber bei Patienten mit chronischen Erkrankungen auftreten. Besonders gefährdet sind insgesamt Personen mit Vorerkrankungen des Respirationstraktes und/ oder chronischen Erkrankungen. Es gibt zwar eine Meldepflicht für Legionellosen, aber es ist von einer erheblichen Untererfassung auszugehen. Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich in Deutschland rund 15.000-30.000 Legionellenpneumonien allein im ambulanten Bereich erworben werden.

Durch die Änderung der TrinkwV 2001 ist der Fokus bei der Trinkwasserüberwachung seit 2011 sehr viel stärker auf den Nachweis und Nachverfolgung von Legionellen und durch sie möglicherweise verursachte Erkrankungen gelegt worden. Besonders der Stamm Knoxville scheint besonders virulent zu sein, systematische Untersuchungen zu seinem Vorkommen gibt es jedoch nicht. Auch in einem durch ein kontaminiertes Verdunstungsrückkühlwerk verursachten Ausbruch in Warstein im Sommer 2013 war dieser Stamm Endemiestamm.

Ziel ist es, die molekularbiologischen Methoden, die zur Feintypisierung von Legionellen notwendig sind, am LGL zu etablieren und zu validieren. Dies soll in enger Kooperation mit dem NRZ für Legionellen erfolgen. Da das NRZ bisher bundesweit das einzige Labor ist, welches diese Feintypisierung anbietet und durch das in den letzten Jahren gestiegene Interesse an diesem potentiellen Krankheitserreger stark belastet wird, soll durch die Etablierung der Methode am LGL eine im Bedarfsfall zeitnahe Diagnostik ermöglicht werden.

Laufzeit: 2013 bis 2015