Gesundheits-Monitoring-Einheiten (GME)

Im Sommer 2004 wurde auf Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit (StMUG) begonnen, Gesundheits-Monitoring-Einheiten (GME) in Bayern zu etablieren.

In Kooperation zwischen den lokalen Gesundheitsbehörden, dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sowie externen Partnern aus dem universitären Bereich sollen

  • aktuelle und relevante Gesundheitsdaten systematisch und standardisiert erhoben werden, und
  • Interventions- und Präventionsstrategien erprobt, evaluiert und weiterentwickelt werden.

Die in den GME-Projekten gewonnenen Erkenntnisse sollen zur Identifikation und Quantifizierung von Gesundheitsrisiken einerseits und zur Evaluation beziehungsweise Etablierung von Interventionsstrategien unter besonderer Berücksichtigung der Belange des öffentlichen Gesundheitsdienstes andererseits beitragen. Die GME sollen zukünftig eine wichtige Grundlage für Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen in Bayern bilden.

Untersuchungsregionen

  • Ländliche Regionen:
    Landkreise Bamberg, Günzburg und Schwandorf
  • Städtische Regionen:
    Städte Bamberg, Ingolstadt und München

Projektpartner

Lokale Gesundheitsbehörden:

  • Landratsamt Bamberg - Gesundheitswesen - (Dr. Winfried Strauch)
  • Landratsamt Schwandorf, Abt. Gesundheitsamt (Dr. Maximilian Kühnel)
  • Gesundheitsamt Stadt Ingolstadt (Dr. Ursula Becker)
  • Landratsamt Günzburg - Gesundheitsamt - (Dr. Roland Schmid)
  • Landeshauptstadt München, Referat für Gesundheit und Umwelt, GVO 2 (Dr. Monika Reincke)

GME-Surveys und Projekte

Bisher wurden sieben Querschnittstudien und eine Kohortenstudie abgeschlossen. Der 9. GME-Survey ist derzeit vorbereitet.

Themenschwerpunkt Umweltgerechtigkeit in den ersten drei GME-Surveys

In den letzten Jahren hat in Deutschland die Frage der sozial ungleich verteilten Umweltbelastungen und deren Bedeutung für die Gesundheit zunehmend Aufmerksamkeit gefunden. Ausgehend von dem Recht jeder Person auf eine gesunde Umwelt sind Verteilungs-, Verfahrens- und Vorsorgegerechtigkeit wichtige Aspekte von Umweltgerechtigkeit. Für das Verständnis des Zusammenhangs zwischen sozialer Lage und umweltbezogener Gesundheit ist von Bedeutung, dass sowohl die Umweltqualität als auch die individuelle Empfindlichkeit nach sozialer Lage variieren können.

Daher wurde im Rahmen der GME damit begonnen, systematisch verschiedene Indikatoren der sozialen Lage von Familien zu erheben und in Beziehung zur Expositionssituation beziehungsweise Umweltqualität im Wohnumfeld und zur umweltbezogenen Gesundheit von Kindern zu setzen.

Fragestellungen sind hierbei:

  • In welchem Ausmaß unterscheidet sich die Umweltqualität im Wohnumfeld von Kindern in städtischen und ländlichen Regionen Bayerns nach sozialer Lage der Familien?
  • Welche sozioökonomischen Indikatoren haben die größte Aussagekraft zur Beschreibung der Expositionsvariation?
  • Welche Bedeutung haben sozioökonomische Unterschiede in der Umweltqualität für die Gesundheit von Kindern?

Nähere Informationen zu dem Themenschwerpunkt Umweltgerechtigkeit: Umweltgerechtigkeit als Themenschwerpunkt der Gesundheits-Monitoring-Einheiten (GME) in Bayern (PDF, 55 KB).

Die Themenhefte zu Umweltgerechtigkeit des "Umwelt und Mensch - Informationsdienstes" (Ausgaben 2/2008 und 2/2011):
2/2008 (PDF, 1 MB)
2/2011 (PDF, 7,4 MB)

Veröffentlichungen

  • Bolte G, Heißenhuber A, von Kries R, Liebl B, Zapf A, Wildner M, Fromme H für die GME-Studiengruppe. Gesundheits-Monitoring-Einheiten (GME) in Bayern: Konzept, Ziele und thematische Schwerpunkte des 1. Survey zu Umwelt und Gesundheit von Kindern. Bundesgesundheitsbl – Gesundheitsforsch – Gesundheitsschutz 2007; 50: 476-483

Ausgewählte Publikationen mit GME-Daten:

  • Bolte G, Fromme H for the GME Study Group. Socioeconomic determinants of children’s environmental tobacco smoke exposure and family`s home smoking policy. Eur J Public Health 2009; 19: 52-58
  • Boneberger A, von Kries R, Milde-Busch A, Bolte G, Rochat MK, Rückinger S for the GME Study Group. Association between peer relationship problems and childhood overweight/obesity. Acta Paediatr 2009; 98: 1950-1955
  • Boneberger A, Bolte G, von Kries R für die GME-Studiengruppe. Exzessiver Medienkonsum und Verhaltensauffälligkeiten bei Vorschulkindern in Bayern. Gesundheitswesen 2011; 73: 280-285
  • Klostermann S, Bolte G. (2012). Prävalenz von Sonnenbrand, UV-Exposition und Sonnenschutzverhalten von Eltern bei ihren Kindern: Aktuelle Ergebnisse aus Bayern. UMID Umwelt und Mensch - Informationsdienst 2/2012
  • Perna L, Bolte G, Mayrhofer H, Spies G, Mielck A. The impact of the social environment on children’s mental health in a prosperous city: an analysis with data from the city of Munich. BMC Public Health 2010; 10:199 (doi:10.1186/1471-2458-10-199)
  • Scharte M, Bolte G für die GME-Studiengruppe. Kinder alleinerziehender Frauen in Deutschland: Gesundheitsrisiken und Umweltbelastungen. Gesundheitswesen 2011 Jan 25 (Epub)
  • Toschke AM, Thorsteinsdottir KH, von Kries R; GME Study Group. Meal frequency, breakfast consumption and childhood obesity. Int J Pediatr Obes 2009; 4: 242-248
  • Twardella D, Bolte G, Fromme H, Wildner M, von Kries R, the GME Study Group. Exposure to secondhand tobacco smoke and child behaviour – results from a cross-sectional study among preschool children in Bavaria. Acta Paediatr 2010; 99: 106-111
  • Von Kries R, Bolte G, Baghi L, Toschke M for the GME Study Group. Parental smoking and childhood obesity – is maternal smoking in pregnancy the critical exposure? Int J Epidemiol 2008; 37: 210-216

Weitere Publikationen mit GME-Daten finden Sie hier

 

Hier ist Ihre Meinung gefragt: Umfrage zu Umweltinformationsdiensten

Liebe Besucher der LGL-Website,
das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit baut in den nächsten zwei Jahren in Bayern ein automatisches Pollenmessnetz auf. Im Zuge dieser Entwicklung würden wir Sie bitten, an einer von uns erstellten Umfrage zur Nutzung von Umweltinformationsdiensten teilzunehmen. Sie helfen uns mit Ihrer Teilnahme dabei, Umweltinformationsdienste wie etwa Hitzewarnungen und Pollenflug-, UV- und Ozonvorhersagen zu verbessern und an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen.

Die Umfrage dauert nur etwa 5 Minuten und ist ganz einfach über den unten stehenden Link erreichbar: https://www02.surveygrid.com/online/FW8T/lglepin

Hinweis: Die Fragen dieser Umfrage wurden zum Teil entnommen und angepasst aus:
Umweltbundesamt (Hrsg.) 2015: Evaluation von Informationssystemen zu Klimawandel und Gesundheit - Band 1. Anpassung an den Klimawandel: Evaluation bestehender nationaler Informationssysteme (UV-Index, Hitzewarnsystem, Pollenflug- und Ozonvorhersage) aus gesundheitlicher Sicht – Wie erreichen wir die empfindlichen Bevölkerungsgruppen? UBA-Reihe ‚Umwelt und Gesundheit‘, Heft 03/2013, 144 Seiten.
Siehe: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/evaluation-von-informationssystemen-zu-klimawandel