Pressemitteilung

20.04.2018
Nr. 08/18

Gesundheit

Über die Gesundheit der Beschäftigten in Bayern

Neuer LGL-Gesundheitsreport „Die Gesundheit der Beschäftigten“ zeigt, wie es um das körperliche und geistige Wohlbefinden der berufstätigen bayerischen Bevölkerung steht

Bayern hat den im Ländervergleich geringsten Krankenstand und die Arbeits- und Wegeunfälle sowie die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle verringerten sich deutlich. Gleichzeitig spielen psychische Störungen inzwischen eine große Rolle im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit. Diese und weitere Daten hat das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) im neuen Gesundheitsreport 1/2018 „Die Gesundheit der Beschäftigten“ veröffentlicht.

„Die Arbeitswelt beeinflusst die Gesundheit in vielfältiger Weise. Daher haben Gestaltungsanforderungen an die Arbeitsbedingungen, das Arbeitsverhalten sowie das Zusammenspiel von beruflicher und privater Lebenssphäre einen entscheidenden Einfluss auf das körperliche und geistige Wohlbefinden“, sagt Dr. Andreas Zapf, Präsident des LGL. Konkret betrug der Krankenstand, der in Bayern traditionell unter dem Bundesdurchschnitt liegt, laut aktueller Daten der AOK im Jahr 2016 4,8 % und auch andere Krankenkassen meldeten für Bayern wieder unterdurchschnittliche Zahlen. Was die meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfälle anbelangt, so gehen diese im langfristigen Trend zurück: 2016 wurden in Bayern rund 190.000 meldepflichtige Arbeits- und Wegeunfälle registriert, im Jahr 2000 waren es noch über 100.000 mehr. Im Branchenvergleich sind die Unfallraten im Baugewerbe vergleichsweise hoch, während der Informations- und Kommunikationssektor hier das Schlusslicht im positiven Sinne darstellt. „Besonders erfreulich insgesamt ist, dass die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ebenfalls stark sinkt. Seit 1980 gab es in Bayern sogar einen Rückgang um zwei Drittel“, resümiert Zapf.

Zwar haben jüngere Beschäftigte und Auszubildende mehr Krankheitstage, dafür fallen sie jedoch kürzer aus als ihre älteren Kolleginnen und Kollegen. Beständige, geschlechterspezifische Unterschiede im Hinblick auf die krankheitsbedingte Abwesenheit gibt es nicht, sehr wohl zeigen sich jedoch Diskrepanzen zwischen den einzelnen Branchen: So verzeichnen die Energie-, die Wasser-, die Entsorgungswirtschaft und der Bergbau die höchsten krankheitsbedingten Ausfälle, am Ende der Krankenstands-Skala befindet sich hingegen die Banken- und Versicherungsbranche.

Gleichzeitig nehmen psychische Belastungen im Berufsleben eine große Rolle ein. Dies wirkt sich auch auf den Krankenstand aus, denn die Arbeitsunfähigkeitstage infolge psychischer Störungen haben seit dem Jahr 2005 um rund 80 % zugenommen und liegen nun hinter den Muskel-Skeletterkrankungen an zweiter Stelle. Allerdings ist die Zunahme der psychischen Störungen nicht per se auf mehr Erkrankungen in der Bevölkerung zurückzuführen, vielmehr dürften sie häufiger im Versorgungssystem ankommen, zumal es teilweise auch zu einer Enttabuisierung psychischer Störungen gekommen ist.

Trotzdem sind die Menschen in Bayern insgesamt mit ihrer Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden. Im Vergleich mit dem Bundesdurchschnitt ist die Zufriedenheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Bayern sogar etwas höher (94,3 % vs. 92,6%).

Gesundheitsbehörden sind gesetzlich verpflichtet, die Gesundheit der Bevölkerung zu beobachten und zu bewerten. Für Bayern übernimmt das LGL diese Aufgabe in Abstimmung mit dem zuständigen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP). Die Daten sind die Basis für Präventionsmaßnahmen und Gesundheitsförderung. Gesundheit in der Arbeitswelt ist auch ein Handlungsfeld des Bayerischen Präventionsplans.

Der Gesundheitsreport ist unter dem folgenden Link zu finden: https://www.lgl.bayern.de/publikationen/doc/gesundheitsreport_2018_01.pdf.
Weitere Gesundheitsreporte und Informationen zur Gesundheit der bayerischen Bevölkerung veröffentlicht das LGL unter www.lgl.bayern.de/publikationen.