Vorkommen von Asbest in Gebäuden und Staub- und Faserfreisetzung im Rahmen von baulichen Tätigkeiten

Kurzbeschreibung

Aufgrund der erheblichen Gesundheitsgefahren wurden Spritzasbest 1979 und schwach gebundene Asbestprodukte 1982 im Baubereich verboten. Seit dem Jahr 1993 besteht in Deutschland ein Verbot der Herstellung, des Imports, des Inverkehrbringens und des aktiven Verwendens von Asbestprodukten. Bis zu dieser Zeit wurden ca. 3000 asbesthaltige Produkte eingesetzt. Es muss damit gerechnet werden, dass in der Zeit von ca. 1965 bis ungefähr 1985 -vielleicht auch 1990- im Rahmen der Errichtung oder Sanierung asbesthaltige Produkte in der Fläche eingesetzt wurden. So ergab eine Untersuchung von 228 Gebäuden in den Baujahren von 1920 bis 1980, dass 30 % der Gebäude asbesthaltige Wand- und Deckenbekleidungen aufwiesen. Auch in einer neuen Veröffentlichung des VDI wird davon ausgegangen, dass ca. 20 bis 30 % der vor 1990 errichteten Gebäude asbesthaltige Putze, Spachtelmassen oder Fliesenkleber aufweisen können. Insbesondere bei folgenden Produkten ist eine Asbestbelastung bekannt: Buntsteinputze, Brandschutzputze, Dekorputze (z. B. Reibeputze), wärmedämmende Isoliermassen, Boden-, Wand- und Deckenspachtel, Dünnbettkleber, Bitumenkleber für Flexplatten, Beschichtungsstoffe auf Teer-/Bitumenbasis, Farben.

Vor diesem Hintergrund muss befürchtet werden, dass es vielfach zu Arbeiten an unentdeckten Asbestprodukten mit einer Exposition der Arbeitnehmer aber ggf. auch der Nutzer kommt. Im Rahmen von Abbruch- und Sanierungsarbeiten muss eine gezielte Erkundung und weitergehende Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden. Insgesamt scheinen diese Arbeiten deutlich zuzunehmen. So stieg die Anzahl der angezeigten Asbestarbeiten in Hamburg zwischen 2009 und 2013 um das Vierfache an. In diesem Zusammenhang hat auch das Europäische Parlament in einem Beschluss eine umfassende Bestandsaufnahme asbesthaltiger Materialien in Gebäuden gefordert.

Mit den Projektmodulen 1 und 2 sollen Daten gewonnen werden, die eine belastbare Abschätzung des erforderlichen Risikomanagements und der damit einhergehenden Schutzmaßnahmen erlaubt.

Künstliche Mineralfasern (KMF) werden in großen Mengen insbesondere zur Wärme- und Schalldämmung hergestellt und vielfältig in Gebäuden verbaut. Bei der gesundheitlichen Bewertung von KMF und deren Faserstäuben steht der Verdacht der krebserzeugenden Wirkung nach Inhalation im Vordergrund. Expositionsdaten für die Bearbeitung von Produkten, die KMF enthalten, fehlen. Dies ist aus behördlicher Sicht ein erheblicher Mangel, da Risiken für Arbeitnehmer aber auch für andere Personen nicht sicher abgeschätzt werden können. Vor diesem Hintergrund sind Expositionsdaten insbesondere im Rahmen von Sanierungsarbeiten notwendig. Hier soll das Projektmodul 3 eine bestehende Lücke schließen.

Laufzeit: 01.01.2017-31.12.2019